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Rezension:: Marilyn by Magnum: Marilyn Monroe bei Magnum (Gebundene Ausgabe)


Dieser Fotobildband enthält insgesamt 80 Aufnahmen des Männertraums Marilyn Monroe, realisiert von Fotokünstlern der Fotoagentur Magnum. Bei den Fotografen handelt es sich um Eve Arnold, Cornell Capa, Henri Catier Bresson, Bruce Davidson, Elliot Erwitt, Philipp Halsman, Erich Hartmann, Bob Henriques, Inge Morath und Dennis Stock. Auf den letzten Seiten des Buches hat man Gelegenheit im Rahmen von Kurzbiografien etwas über die Künstler in Erfahrung zu bringen, sofern man sie zuvor nicht schon kannte.

Herausgeber des Buches ist der Fotograf und Fotokritiker Gerry Badger. Er auch hat den lesenswerten Essay auf den ersten Seiten verfasst. Ich möchte davon absehen, den Text verkürzt hier wiederzugeben aber nicht unerwähnt lassen, dass ich Badger in all seinen Betrachtungen zustimme, vor allem wenn er schreibt, dass man auf dem Bildern nicht die übliche krude Erotik sieht, sondern "warme Sinnlichkeit, Verletzlichkeit, Lachen, strahlende, interessante Schönheit. Das dumme Weibchen weicht einer komplexen, klugen Frau."

Ich mag das schöne Gesicht Marylins, mochte es schon als ich noch ein Kind war. Diese Frau hatte viel Seele und dies wird auf den meisten der gezeigten Bilder deutlich. Auf einem Gruppenbild von Philippe Halsman, das sie mit anderen jungen Schauspielrinnen im Jahr 1949 zeigt, wird erkennbar, dass sie gemessen an den anderen Frauen eine geradezu überirdische Ausstrahlung besaß. Diese Frau leuchtete von innen.

Halsmann zeigt sie 1952 in ihrem Ein-Zimmer-Appartment in einer Bilderserie beim Musikhören und beim Lesen. Ich habe mich beim Betrachten ihres Bücherregals ein wenig nach den Titeln umgesehen. Sie schätzte die Maler Goya und Botticelli, las u.a. Dostojewski. Vielleicht wäre aus ihr eine Intellektuelle geworden, wenn sie noch länger gelebt hätte. Vorstellen kann ich es mir. Sie hatte viele Facetten,war intelligent, vielleicht auch analytisch, war mehr als das, was die Männer zu ihren Lebzeiten in ihr sehen wollten.

Man schminkte ihrem Mund oft viel zu rot. Ein hellerer Lippenstift hätte die Weichheit dieser schönen Lippen viel mehr betont. Nicht nur Marilyns Lippen waren weich. Sie waren ein Ausdruck ihrer selbst. Monoroe war zart und ein wenig hilfsbedürftig in jungen Jahren. Eve Arnold hat sie 1955 auf dem Weg nach Bement in Illinos aufgenommen. Auf dem Foto wirkt sie sehr geheimnisvoll, introvertiert, ein wenig verträumt, aber auch nachdenklich. Das war die eine Facette von Marilyn, die andere war die lachende, strahlende, flirtende. Monroe wurde am 1. Juni geboren. Sie war ein typischer Zwilling.

Es gibt Bilder von ihr, die auf einer privaten Dinnerparty entstanden sind. Auf einem Foto strahlt sie Simone Signoret an. Zu einem solch freundlichen, offenen Lächeln wären Schauspielerinnen wie Sophia Loren anderen Frauen gegenüber niemals in der Lage gewesen. Marilyn war frei von Neid. Wie ungemein sympathisch.

Das Buch enthält viele bekannte, aber auch einige bemerkenswerte, kaum bekannte Bilder. Auf den Fotos, die 1960 von ihr entstanden sind, strahlten ihre Augen nicht mehr. Man spürt die schleichende Depression. Eve Arnold hat Marilyn in diesem Jahr während der Dreharbeiten zu "Misfits" auf einem Bett liegend aufgenommen. Man kann in Monroes Handfläche sehen. Ihre Lebenslinie zeigt an, dass sie wenig Chancen auf ein langes Leben hatte. Im August 1962 war es dann schon zu Ende. Die Handlinien lügen eben nie.
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