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Rezension: Hinter dem Pergament: Die Welt- Christoph Winterer- Hirmer

Herausgeber dieses bemerkenswerten Buches ist Christoph Winterer. Der Untertitel deutet bereits an, worum es in diesem Werk geht: Um den Frankfurter Kaufmann Peter Ugelheimer nämlich und die Kunst der Buchmalerei im Venedig der Renaissance. 

Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um den Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 9. März bis zum 10. Juni 2018 im Frankfurter Dommuseum gezeigt wird.

Peter Ugelheimer war nicht nur ein Verleger, einer der ersten, die diesen Beruf überhaupt ausübten, sondern zudem Auftraggeber und Sammler von  auf Pergament gedruckten und sehr kostbar ausgestatteten Büchern, die mit Buchmalerei im Stil der Renaissance und Einbänden nach orientalischen Vorbildern verziert sind. 

Diese Besonderheiten zählen zu den schönsten in jener Zeit entstanden Kunstwerken und zu den gehüteten Schätzen von Bibliotheken in aller Welt. Wen wundert es da noch, dass Ugelheimer  schon zu seinen Lebzeiten als  kunstsinnige und umtriebige Persönlichkeit galt? Er war ein Kaufmann aus Frankfurt/Main, der in den 1470er Jahren Venedig zu seiner Wahlheimat machte. Dort gründete er mit anderen eingewanderten Pionieren der Druckkunst ein Konsortium und investierte sein Vermögen in neue Technologie und auch in neue Vertriebswege für das neue Produkt- das gedruckte Buch. 

Im Frankfurter Dommuseum werden erstmals Peter Ugelheimer und seine Bücher in einer monografischen Ausstellung vorgestellt. Dabei erfährt man im vorliegenden Werk seitens des Herausgebers biografisch Wissenswertes über den Verleger, Geschäftsmann und Bibliophilen Peter Ugelheimer und seine Frankfurter Patrizierfamilie. Sogar der Stammbaum ist doppelseitig abgebildet. Des Weiteren wird mit einem gelungenen Versuch einer kunsthistorischen Biografie Peter Ugelheimers aufgewartet, um schließlich eine Vielzahl unterschiedlicher wunderschöner Buchmalereien bewundern zu können. 

Über Nicolas Jenson, Uegelheimers Freund und Geschäftspartner wird man ebenso unterrichtet wie über das Handelsnetzwerk der venezianischen Compania und über diverse anderen Sachverhalte zum fokussierten Thema, so etwa die Renaissanceeinbände zu Ugelheimers Bücher und ihre islamischen Vorbilder. 

Alles in allem ein gelungenes Werk, das dem Leser die Kunst der Buchmalerei im Venedig der Renaissance näher bringt

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Hinter dem Pergament: Die Welt: Der Frankfurter Kaufmann Peter Ugelheimer und die Kunst der Buchmalerei im Venedig der Renaissance

50 zeitgenössische Künstler, die man kennen sollte- Prestel

In diesem Nachschlagwerk von Brad Finger und Christiane Weidemann sind jeweils zumindest zwei Seiten einem  der insgesamt 50 im Buch vorgestellten, zeitgenössischen Künstler, die man kennen sollte, gewidmet. 

Man lernt stets auf der linken Seite ein exemplarisches Werk des Künstlers kennen, der auf der rechten textlich dann vorgestellt wird. Ein Foto des Protagonisten ist auch immer vorhanden. Einigen Künstlern, wie etwa Gerhard Richter oder Anselm Reyle wurden sogar vier Seiten zugestanden. 

Im Glossar geht es um Fachbegriffe, die in der zeitgenössischen Kunst eine Rolle spielen. Gemeint ist damit die Kunst, die von einem Künstler hervorgebracht und dabei von anderen Zeitgenossen als bedeutend wahrgenommen wird. Zumeist ist damit die Gegenwartskunst angesprochen, allerdings ist im Kontext der Kunstgeschichte der Begriff der Moderne mit einer zwar noch nicht abgeschlossenen, aber schon historischen Epoche der Kunstgeschichte verbunden. Modern gilt hier nicht unbedingt als zeitgenössisch oder zeitgemäß. 

Wissen muss man, dass mit den Begriffen "Zeitgenössische Kunst", "Gegenwartskunst" und "Contempory Art" keine Aussage im Hinblick auf Konzept, künstlerischem Stil, Technik, Form oder hinsichtlich Zugehörigkeit zu einer künstlerischen Strömung, Bewegung bzw. Gruppe verbunden ist.

Vor jedem Künstlerportät gibt es einen aussagekräftigen Vorspann, der eine  erste Vorstellung vom jeweiligen Künstler vermittelt. So wird Neo Rauch,  zu dessen Kunst ich bereits zwei Bücher auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert habe, als Meister der realistischen Details im Vorspann präsentiert, dessen Gemälde auf Bilder der Vergangenheit zurückgreifen, um die Angst des 21. Jahrhunderts zu thematisieren. Dabei inszeniert er seine Figuren wie ein exzentrischer Theaterdirektor ungewöhnlich und nicht selten verwirrend.

Nach einem solchen Vorspann folgt der erläuternde Text und unter dem jeweiligen Konterfei einige biografische Eckdaten zum fokussierten Künstler. 

Sich in die einzelnen Kurzportraits zu vertiefen, kann ich jedem nur raten, der sich einen Überblick über angesagte zeitgenössische Künstler verschaffen möchte. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im  Fachhandel erhältlich

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50 zeitgenössische Künstler, die man kennen sollte

Rezension: The Book of Flowers, Pierre-Joseph Redouté, Taschen

Der Autor dieses traumhaften Bildbandes mit wunderschönen Blumenbildern des Künstlers Pierre Joseph Redouté ist Prof. Dr. H. Walter Lack. Er lehrt an der Freien Universität Berlin und war Direktor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem. Er gilt als einer der herausragenden Experten der Geschichte der Botanik. 

Bevor man die Werke des Künstlers bewundern kann, hat man Gelegenheit, Wissenswertes über Pierre-Joseph Redouté, den "Raffael der Blumen" zu erfahren. Dieser Einführungstext ist in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt worden. Hier erfährt man zunächst, dass Paris einst das überragende Zentrum botanischer Forschung war, fortdauernd angereichert durch lebende und getrocknete Pflanzen aus aller Welt, speziell natürlich von den französischen Besitzungen in Übersee.

Für Pflanzenillustratoren war dies natürlich das Paradies. Im Gegensatz zu seinen Kollegen war Pierre-Joseph Redouté schon damals überaus populär und selbst außerhalb des Kreises von Spezialisten bestens bekannt und hochgeschätzt. Die Gründe dafür sind u.a. seine über 2000 gemalten Pflanzendarstellungen von bemerkenswerter Naturtreue und Präzision, die er hinterlassen hat und die unmittelbar nach seinem Ableben in aufwendigen Prachtbänden veröffentlicht wurden. 

Der Künstler hatte sich auf die Darstellung lebender Pflanzen spezialisiert, die man in den Gärten und Baumschulen um Paris kultivierte. Er hatte sehr wohlhabende, einflussreiche Auftraggeber, was ihn unbeschwerter arbeiten ließ. Er soll ein feines Gespür für marktfähige Projekte gehabt haben und war um eine umfassende Darstellung von beliebten Pflanzen wie Lilien und Rosen bemüht. 

Geboren am 10. Juli 1759 in den Ardennen ging er nach Lehr- und Wanderjahren 1782 nach Paris und arbeitete zunächst als Theater- und Innendekorateur. Kontakte mit van Spaendonck machen ihn mit neuen Maltechniken vertraut und eröffnen ihm die Welt der Collection des Vélins. 

Man wird über Redoutés Leben und Schaffen in der Folge in Kenntnis gesetzt und erfährt, dass der vorliegende Band vereinigte Reproduktionen von Drucken enthält, die nach Wasserfarbenmalereien von Redouté hergestellt wurden. Sie ermöglichen indirekt einen Blick in eine längst untergegangene Pracht der Gewächshäuser und Gärten in und um Paris, an denen sich im ersten Drittel des Jahrhunderts die Elite Frankreichs erfreuen konnte. 

Zunächst werden dann Werke vorgestellt, die Lilien zeigen. Diese Blumen begleiteten den Künstler durch sein ganzes Leben. Es macht sehr viel Freude, die Werke zu bestaunen, die mich, speziell wenn es um sehr filigrane Lilien geht, an Aquarelle von Dürer erinnern. Wundervoll  sind die Strelitzien und die blaue japanische Schwertlilie, die ich hier erstmals sehe. Maiglöckchen aber auch Herbstzeitlose hat der Künstler verewigt und viele andere Gewächse mehr. 

Rosendarstellungen folgen im Anschluss. Sein Hauptwerk über Rosen trägt den Titel "Les Roses". Redouté muss Rosen sehr geliebt haben, denn er hat ihnen Leben eingehaucht und sie unvergänglich werden lassen. Es sind so viele unterschiedliche Arten, die er zu Papier gebracht hat, fast so als wollte er das weltliche Rosenparadies für die Ewigkeit festhalten. 

Dann folgt noch eine Auswahl besonders schöner Blumen, aber auch Früchte, die er zwischen 1827-1833 gemalt hat. Bei jedem der Bilder kommt man als Blumen- und Gartenliebhaber natürlich ins Schwärmen.Ganz zauberhaft  sind sein Himbeerzweig und immer wieder seine Rosen. 

Dies ist ein fantastisches Buch, das selbst an unwirtlichen Orten, wo keine einzige Pflanze wächst, den Besitzer dieses Werkes dem Paradies näher bringt und gewiss alles um ihn herum vergessen lässt. 

Freude pur! 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Redouté. The Book of Flowers (Fp)

Rezension: Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft- Hirmer

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft", die vom 2. März bis zum 27. Mai 2018 in der Hamburger Kunsthalle gezeigt wird. 

Der große britische Maler des 18. Jahrhundert war einer der Gründer einer international bedeutenden englischen Schule und einer der größten europäischen Koloristen seiner Epoche. Die Landschaftsmalerei  allerdings lag dem Künstler speziell am Herzen und war ihm ein weitaus persönlicheres Anliegen als die Porträtmalerei, für die er berühmt war. Dabei waren seine Landschaften, wie Prof. Dr. Vogtherr, der Direktor der Hamburger Kunsthalle, schreibt, für Gainsborough ein Ort emotionaler Selbstvergewisserung, eine Arena für technische und konzeptionelle Experimente, aber auch ein Medium für die Verarbeitung des massiven Wandels, dem England zu diesem Zeitpunkt unterlag. 

Im späten 18. Jahrhundert entwickelte sich die europäische Landschaftsmalerei immer intensiver zu einem zentralen Schauplatz der künstlerischen Entwicklung.  Bemerkenswert ist  dabei, dass die Hamburger Kunsthalle  viele der Hauptwerke aus dieser Periode besitzt, wobei die derzeitige Ausstellung einen temporären englischen Akzent hinzufügt. 

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts betrachtet man die Malerei des 18. Jahrhunderts immer mehr in ihrer Radikalität und Modernität. Christoph Martin Vogtherr bindet zu Beginn mit seinem Aufsatz "Thomas Gainsborough –Die moderne Landschaft" den Künstler in seine Zeit und die internationale künstlerische Situation ein. Im Anschluss daran werden in drei  Kapiteln und den dort  zu lesenden sieben Essays unterschiedlicher Autoren Gainsboroughs Zugriff auf die Realität in seinen Landschaften, seine Darstellung des sozialen Wandels in England sowie seine technischen Innovationen untersucht. Dabei beginnt jedes Kapitel mit einem Einleitungstext. Diesem folgen dann Abbildungen der entsprechenden Exponate.  Die Essays von Experten (m/w) vertiefen die Aspekte und präsentieren die jüngsten Forschungsergebnisse. Seinen Abschluss findet das Buch in einem Aufsatz zu Gainsboroughs Position an der Royal Academy. 

Der Katalog fasst britische und deutsche Sichtweisen auf den Künstler unter dem Aspekt der Modernität und des Wandels zusammen.

Sich in Thomas Gainsboroughs Bilderwelt zu vertiefen, ist überaus spannend, speziell wenn man sich mittels der Aufsätze ein zweckdienliches Hintergrundwissen angeeignet hat. 

Sehr empfehlenswert. 
Helga König 

Im Fachhandel erhältlich Onlinebestellung: Hirmer oder AmazonThomas Gainsborough: Die moderne Landschaft

Rezension: Christian Tagliavini- teNeues

Der Fotograf CHRISTIAN TAGLIAVINI wurde 1971 geboren. Er wuchs in Italien und der Schweiz auf. Vor seiner fotografischen Karriere arbeite er in Architektur- und Ingenieurbüros und war als Grafikdesigner tätig. Dies schlägt sich in seiner universalen Herangehensweise bei seinen Arbeiten nieder. 

Im einleitenden Text dieses beeindruckenden Werkes werden dem Leser die Hintergründe Tagliavinis Bilderwelt näher gebracht. Hier werden zunächst die Gemälde des florentinischen Malers Fra Filippo Lippi erwähnt, dessen Kunst nicht nur seinen Schüler Sandro Botticelli beeinflusste, sondern auch nachhaltig auf den Stil von Michel Angelo und Leonardo da Vinci wirkte. 

Der Portraitfotograf Christian Tagliavini nimmt mit seinen inszenierten Portraitfotografien Bezug auf Werke der Maler der Renaissance, besonders auf jene von Fra Filippo Lippi, deshalb  gibt es auch die Voraberläuterungen im Buch. 

Der ästhetische Ansatz von Christian Tagliavini lautet: "Ich nutze die bekannten Vorlagen in gewisser Weise nur als Hintergrundfolie. Ich will keine authentischen Nacherzählungen schaffen. Meine Bilder sind keine direkten Adaptionen, eher schon freie Assoziationen." 

Dem Fotograf geht es um zeitgemäße Neuinterpretationen alter kulturhistorischer Muster, sei es durch Farben, den Kopfschmuck oder was auch immer.  Fakt ist, Tagliavini möchte mit seinen gewöhnlichen und lebensnahen Modellen das Erhabene darstellen. Seine Darsteller sind Laien. Er steckt sie für seine Fantasien in fremde Rollen, um sie sie in malerisch-meditative Versenkung fallen zu lassen. 

Die Texte im Buch sind in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt, so auch die Erläuterungen zur Manufaktur der Bilder, die Tagliavini betreibt. 

Die Modelle wirken alle wie aus einer anderen Zeit, was nicht nur mit den Fantasiekostümen sondern auch mit deren  oft verschlossen erscheinenden  Blicken  zusammenhängt. Diese sind ernst und nicht selten ausdruckslos-ausdrucksstark zugleich. Die Modelle sind nicht nur in Fantasiekostüme gesteckt die an Kleidung der Renaissance erinnern, wie etwa solche der damaligen Pestärzte oder der Damen mit elisabethanischer Halskrause, sondern auch in Kleidung des späten 19. Jahrhunderts oder der 1930er Jahre und solcher, die man in der Zukunft vermutet.

Jedes Bild erzählt eine surreale Geschichte und macht zudem Charaktere sichtbar wie sie zu allen Zeiten existiert haben. Viel Arroganz ist im Spiel, viel Manieriertheit, viel Unnatürlichkeit, doch dann gibt es auch andere Modelle, wie beispielsweise jenes auf dem Titelbild, das durch Sensibilität und skeptischem Liebreiz  berührt und keinen Hochmut erkennen lässt. So wünscht man sich alle Menschen, doch leider findet man sie selten.

Dies ist ein schöner wirklich gelungener Fotoband, der zum Nachdenken und Staunen anregt. 

 Sehr empfehlenswert. 

 Helga König 

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Gut Wahr Schön- Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d´ Orsay- Hirmer

Dies ist der Katalog zur Ausstellung, die kürzlich in der Kunsthalle der Hypo-Stiftung im München gezeigt wurde. Geboten wurde bei dieser Ausstellung erstmals ein breiter Überblick über den wesentlichen Bestandteil der französischen Kunst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. 

Die unzureichende Bekanntheit der Werke der Pariser Salon-Ausstellungen hierzulande ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass sie in den hiesigen Museumssammlungen kaum vertreten sind. Es waren allerdings nicht wenige deutsche Künstler, die im Pariser Salon ausgestellt waren und es war das französische System der akademischen Ausbildung, der Rom-Stipendien und der großen internationalen Ausstellungen, die von Deutschland und den meisten europäischen Nationen übernommen wurden. 

Das Buch befasst sich mit den vielfältigen, künstlerischen Strategien, mit denen die Maler die Erneuerung der akademischen Kunst in Angriff nahmen. Künstler wie Jean Leon Gérôme, Alexandre Cabanel oder William Bougerau zählten zu den einflussreichsten ihrer Zeit, denn sie schufen Werke von herausragender Qualität und kulturhistorischer Bedeutung, weil sie alte Tradition mit dem Zeitgeist verbanden. 

Nie zuvor hatten Werke eine solche Popularität und Reichweite erzielt. Im Pariser Musée d`Orsay, das 1986 eröffnet wurde, fanden von Anbeginn an Werke der Kunst des Salons neben der einzigartigen Sammlung an französischen Impressionisten einen Platz. 

Das Buch enthält neben dem Ausstellungskatalog Essays unterschiedlicher Autoren u.a. über die Französischen Historienmalerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auch über William Bouguereau und seine Kritiker erfährt man Wissenswertes und die akademische Malerei im europäischen Kontext wird ebenfalls nicht ausgespart. 

Im Katalog werden viele der gezeigten Werke ausführlich erklärt. Dazu gibt es noch erläuternde Texte, so etwa auch zum weiblichen Akt in der französischen Salonmalerei des 19. Jahrhunderts. Oder auch zum Vergnügen an der Antike. Über das Ende des Salons wird man  des Weiteren ausgiebig unterrichtet.

Ein bemerkenswertes Kunstbuch zu Werken, die aus heutiger Sicht dem ein oder anderen fremd erscheinen. Spannend zu analysieren, warum das so ist.

Empfehlenswert. 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
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Gut. Wahr. Schön.: Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d’Orsay

Rezensionen: A Tribute to Flowers- Richard Fischer- te Neues

Dieser zauberhafte Fotoband enthält künstlerisch wertvolle Bilder von Blumen. Diese  Fotos hat der international renommierte Fotograf Richard Fischer realisiert. Geboren ist der Fotokünstler in Manila. Kunst und Fotographie studierte er in Mannheim und München. Seit 1978 betreibt er ein eigenes Fotostudio, mittlerweile mit Sitz in Südfrankreich. Seine Arbeiten zeigte Fischer in zahlreichen internationalen Ausstellungen so etwa in London, Paris, New York und Tokio. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass der Fotograf zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Seine Spezialität ist es, den Blumen eine Sprache zu schenken. Dies geschieht, indem er jede für sich in ihrer Einzigartigkeit auf das Podest hebt und fotografiert. Auf diese Weise gibt er als Botschafter der Blumen den fragilen Schönheiten ihre Würde zurück. 

Die Texte im Buch sind in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt. Dabei habe ich nach dem ersten Durchblättern zunächst die Kurzbiografie und das Nachwort gelesen. Im Nachwort schreibt Fischer, dass er das große Glück hatte, damals in einer noch intakten, tropischen Welt der Philippinen aufzuwachsen. Da die intakte Natur von Jahr zu Jahr immer mehr von unserem Planeten verschwindet, fing der Künstler  an, sich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen und begann mit botanischen Gärten zusammenzuarbeiten, die ihm seltene Blumenarten für seine Fotographie zur Verfügung stellten. 

Richard Fischer begreift seine Kunst als Notwendigkeit und meint, dass es an der Zeit sei, Kultur neu zu definieren. Es gehe jetzt darum, vor allem gesellschaftliche Bedürfnisse, auch ökologischer Art zu reflektieren, ohne die ein verantwortungsbewusste Denken nicht mehr möglich sei.

Alle Blumen im Buch sind im Index nochmals in einem kleinen Format zu sehen. Das Vorwort hat Dr. Thomas Holzmann geschrieben. Er ist der Vizepräsident des Deutschen Umweltbundesamtes. Hier erfährt man, dass Fischers Markenzeichen intensive Farben und die volle Konzentration auf das abgebildete Objekt sind und der Chronist sterbender Schönheiten auch die Nachwelt noch mit seinen Bildern betören möchte. 

Das Werk ist in drei Kapitel untergliedert: Dabei geht es im ersten Kapitel um bedrohte Arten. Im zweiten Kapitel werden florale Skulpturen reflektiert und im dritten schließlich sterbende Schönheiten. 

Täglich verschwinden zwischen 50 und 150 Pflanzen- und Tierarten auf unserer Erde.  De rote Liste bedrohter Arten wächst  rasch,  so dass man das Sterben kaum noch zeitnah katalogisieren kann. 

Eine Fülle wunderschöner, sehr edler Blumen, die bedroht sind, darf man in der Folge bewundern. Dazu gehört auch die "Amorphophallus konjac" und die "Angraecum aloifilium". Dann sind da die floralen Skulpturen, in der Geometrie und Ästhetik besonders stark zu Ausdruck kommen. "Nigella damascena" liebe ich der blauen Farbe und der filigranen Form wegen. Wundervoll sind die gezeigten Mohnblumen aber auch eine hinreißend schön abgelichtete Irisblüte. 

Bei den sterbenden Schönheiten  beeindrucken die welkenden Blumen und ihre Transformationen immer wieder. Da gibt es Blütenblätter, die an Pergamentpapier erinnern. Der Fotograf macht subtil sichtbar, dass eine Blume auch im Prozess des Dahinwelkens schön sein kann und  auch hier noch immer noch viel Grund zum Staunen schenkt. 

Richard Fischer ist auf seine Art ein Philosoph. Er lehrt den Betrachter zu staunen und dabei  zu erkennen, dass das Werden und Vergehen wahrer Schönheit nichts anhaben kann.
Sehr empfehlenswert

Helga König

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A Tribute to FLOWERS, Hardcover version

Rezension: Bestandsaufnahme Gurlitt- Hirmer

Dies ist der Katalog zu den Ausstellungen "Der NS- Kunstraub und die Folgen", die noch bis zum 11. März 2018 in der Kunsthalle Bonn gezeigt wird und  "Entartete Kunst" – Beschlagnahmt und verkauft", die bis zum 4. März im Kunstmuseum Bern besichtigt werden kann. Die beide Ausstellungen zusammen bilden die Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt", die ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ist.

Die Ausstellungen bezwecken, die Menschen, die Opfer des nationalsozialistischen Kunstraubs geworden sind und die Künstlerinnen und Künstler, die das Regime als "entartet" verfemte und verfolgte, zu würdigen. Des Weiteren wird über die Instrumentalisierung der Kunst durch Unrechtsregime aufgeklärt, als auch der staatlich organisierte Raub von Kunst- und Kulturgut durch die Nationalsozialisten veranschaulicht. Dieser war Teil einer systematischen Verfolgung von Menschen in Deutschland und in den von Deutschen besetzten Gebieten.

Der "Kunstfund Gurlitt“ besteht aus Gemälden, Skulpturen und Grafiken. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Fragen nach der Geschichte des Handels mit Kunst und der daraus resultierenden Verantwortung der Akteure. Dabei lenkt der Ausstellungsteil im Kunstmuseum Bern das Augenmerk auf Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die von den Nazis als entartet diffamiert wurden. Mehr als 20 000 Gemälde, Skulpturen und Grafiken wurden damals aus deutschen Museen entfernt. Die Zusammenhänge von Zwangsverkauf und Raub werden in der Ausstellung exemplarisch mit der Biografie Hildebrand Gurlitts verknüpft. Er hat als einer der vier mit der "Verwertung" beschlagnahmter Kunstwerke beauftragter Kunsthändler die Kampagne vollendet.

Die Ausstellung in Bonn dokumentiert den verbrecherischen Kunstraub der Nazis, wenn sie die Werke aus dem Nachlass Gurlitts ausstellt. Dabei tritt in der Ausstellung die ästhetische Qualität hinter ihrer Geschichtlichkeit zurück.

Beide Ausstellungen wollen aufklären. Darüber hinaus möchte das Buch den aktuellen Stand der wissenschaftlichen und publizistischen Auseinandersetzung mit Hildebrand Gurlitt und dem von ihm zusammengetragenen Kunstbestand reflektieren. Der erste Teil der vorliegenden Publikation befasst sich mit der Person Hildebrand Gurlitts und seinen beruflichen Aktivitäten vor dem Hintergrund historischer Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Im zweiten Teil steht "der Kunstfund Gurlitt" im Vordergrund. Dabei bilden das Herzstück dieses Parts elf kurze, von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren verfasste Fallbeispiele. Die Texte nehmen Bezug auf ausgewählte Kunstwerke. Neben den Werken aus Museen handelt es sich um Kunstwerke von privaten als jüdisch stigmatisierten Kunstsammlern und Händlern. Was aus "Gurlitts Kunstfund"  wurde  rechtmäßig erstanden  und was stammt aus Zwangsverkäufen?

Insgesamt  450 ausgewählte Werke aus dem "Kunstfund Gurlitt" werden im Bildteil gezeigt und im Anhang schließlich eine Fülle von Hintergrundinformationen geboten. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung bitte hier klicken:  Hirmer oder Amazon Bestandsaufnahme Gurlitt

Rezension: Die Impressionisten in der Normandie- Hirmer

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung "Die Impressionisten in der Normandie", die vom 14.10.2017 – 21.01.2018 im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster in Münster gezeigt wird. Vorgestellt werden 75 Werke von namhaften Impressionisten. Dabei werden die Bilder erstmals in Deutschland präsentiert. 

Die Normandie war seit der Frühen Neuzeit ein Ausgangspunkt für die sogenannte Grand Tour, die seitens junger englischer Adeliger im Alter von 16 und 25 Jahren auf dem europäischen Festland unternommen wurde, um im Anschluss an ihre heimische Ausbildung ihre höfischen Kenntnisse und ihre Umgangsformen zu perfektionieren. Zu Ende des 18. Jahrhunderts gab es einen Motivationswandel in besagter Reisekultur. Neben der touristischen Erschließung des kontinentaleuropäischen Abendlandes rückte nun die Suche nach einem individuellen und dabei zweckfreien Erleben der Natur in den Mittelpunkt. 

Einer der Wegebereiter des "optisch orientierten Tourismus" war der englische Maler und Schriftsteller William Gilpin. Er schrieb mehrere Essays, die nicht nur das touristische Landschaftserlebnis begründeten, sondern darüber hinaus die europäische Landschaftsmalerei sehr stark beeinflusste. 

So entwickelte sich ein Kanon von pittoresken Wahrnehmungs- und Darstellungsmustern, die sich berühmte englische Künstler des 19. Jahrhunderts zu eigen machten und vielfältig variierten. Es entstanden im 19. Jahrhundert viele illustrierte Reiseberichte, auch von der Normandie. 

Britische Künstler wie William Turner und Richard Parkes Bonington waren die berühmtesten Landschaftsmaler, die in Nordfrankreich malten. Natürlich gab es auch französische Maler an der Küste, so etwa Paul Huet, dessen Bilder man im Katalog bewundern kann. 

Über Monet und die Avantgarde der französischen Freilichtmalerei liest man Wissenswertes und hat Gelegenheit, sich in deren Gemälde zu vertiefen. So sind u.a. das bewegte Treiben der Häfen und die von Menschen bevölkerten Strände ein bevorzugter Darstellungsgegenstand Boudins, der in seiner Dynamik und raschen Wandlungsfähigkeit schwer einzufangen ist. 

Man erfährt ganz nebenbei über den fortschreitenden Tourismus in der Normandie im 19. Jahrhundert und kann sich anhand eines Gemäldes von Eugène Le Poittevin ein Bild vom "Baden bei Etretat" um 1858 machen. Gemälde von Schülern der "Ecole de Barbizon" werden vorgestellt und wunderschöne Werke von Courbet, der die Impression des Augenblicks meisterhaft erfasste. Auch Alfred Sisleys Bilder beeindrucken sehr und natürlich Monets Gemälde, die auf seiner Hochzeitsreise nach Trouville entstanden sind. 

Doch auch über die Postimpressionisten in der Normandie erfährt man etwas und ist  schlussendlich erstaunt über die gesamte Bilderwelt, die in dieser traumhaften Gegend entstanden ist, deren Reiz sich in den Gemälden spiegelt. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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 Die Impressionisten in der Normandie

Rezension: Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger-Robert Nippoldt/Boris Pofalla

Dieses bemerkenswerte Buch ist das Ergebnis einer Teamarbeit des Zeichners und Buchkünstlers Robert Nippoldt und des Autors Boris Pofalla, der u.a. im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und für das Kunstmagazin MONOPOL schreibt. 

Bevor man sich in das wunderbare Buch vertieft, empfiehlt es sich,  die beigefügte CD mit Hits aus jenen Tagen zu hören, um sich zunächst in den Zeitgeist musikalisch einzufühlen. 

Das reich illustrierte Werk beginnt mit einer geschichtlichen Einführung und einer doppelseitigen Stadtkarte von Berlin, in der Orte, die im Buch zur Sprache kommen, eingezeichnet sind. Darauf folgt ein Mix aus biografischen Miniaturen namhafter Persönlichkeiten im Berlin der wilden Zwanziger,  zudem spannend zu lesenden Texten zu Themen, die die Berliner damals bewegten und vielen  charakteristischen Illustrationen. 

Gleich zu Beginn lernt man den Revuekönig James Klein kennen und kurz darauf den Kosmopoliten Harry Graf Kessler, der sich gemeinsam mit Albert Einstein für den Völkerbund einsetzte und heute als wichtigster Chronist der Moderne in Europa gilt. 

Josephine Baker tanzte 1926 in Berlin. Die Dame mit dem Bananenröckchen faszinierte nicht nur die Männerwelt. Vorgestellt wurde sie damals dem Theaterregisseur Max Reinhardt, der sie bat, bei ihm zu studieren. Die Tänzerin war allerdings bereits in Paris verpflichtet. Josephine Baker galt  in den 1920ern  als Symbol für Freiheit. Wenn sie im Berlin des Jahres 1926 einen Nachtclub betrat, so Profalla, dann hörten die Musiker auf zu spielen- und verneigten sich. Alle waren fasziniert von ihr.

Das Adlonhotel war in Berlin in den Zwanzigern die erste Adresse und spiegelte, was die Gäste anbelangt, die Gesellschaft in jenen Tagen wider. Man liest  hier von Soupers mit 74 Gängen, aber auch von Tanztees, an denen jedermann teilnehmen konnte und vielem anderen mehr. Das Adlon war der Treffpunkt für alle, die Glanz liebten.

Albert Einstein  galt in den 1920ern der berühmteste Mensch der Welt, so Profalla und lebte in Berlin. Obgleich hochgeehrt, wurde er später von den Nazis enteignet und nahm 1940 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach Berlin kehrte er nie mehr zurück. 

Ein überaus plastisches Bild von der Armut nach dem 1. Weltkrieg erhält man anhand eines sehr differenzierten Textes und der dazugehörigen Illustrationen, erfährt zudem  Biografisches über Friedrich Ebert, den 1. Reichspräsidenten und wird mit allen Deutschen Reichskanzlern in der Weimarer Republik vertraut gemacht. Der Außenminister Walter Rathenau wurde 1922 ermordet. In jenen Tagen verübte eine Gruppe von 5000 Mitgliedern mehrere Anschläge auf demokratische Politiker mit dem Ziel die Weimarer Republik zu stürzen und eine Militärregierung einzusetzen. 

Auch über den jüdischen Reporter Egon Erwin Kisch erfährt man Wissenswertes. Dass er die NZ-Zeit überlebte, erscheint dabei wie ein Wunder. 

Unmöglich im Rahmen der Rezension alle Persönlichkeiten zu nennen, die im Buch charakterisiert werden. Die Boxlegende Max Schmeling  muss ich wohl nennen. 

Nicht genug kann man die Illustrationen loben, die dem kollektiven Gedächtnis entsprungen erscheinen. Dann liest man spannendes zur neuen Frau, die Tags berufstätig und abends tanzbereit war. Diese Frau gab es real leider nicht allzu oft und auch nicht lange, denn die Liberalität der "Goldenen Zwanziger" dauerte nur etwa 5 Jahre. In diesem Zusammenhang lernt man eine Reihe von Pionierinnen kennen, unter ihnen auch Marie Munk. Sie war eine der ersten Rechtsanwältinnen und Elli Blarr, die erste Frau der Welt, die im Januar 1929 die Lizenz erhielt, eine Autodroschke zu fahren. 

1929 wurde der Konsumpalast Karstadt eröffnet und ist ein spannendes Thema im  Buch,  noch spannender allerdings  ist die gezeigte  Mode der Zwanziger Jahre, die wirklich ästhetisch war. 

Künstler wie George Grosz, auch der Publizist Kurt Tucholsky kommen später zur Sprache aber auch der Schriftsteller Christopher Isherwood, den ich bislang nicht kannte. Der Verleger Rudolf Ullstein brachte den Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" heraus. Ullstein war antimilitaristisch. Der jüdisch-liberale Verleger floh 1939 nach London und baute nach dem Krieg seinen Verlag wieder auf. 

Persönlichkeiten wie der Theaterregisseur Max Reinhardt, der Komponist Kurt Weil, auch der Theaterrevolutionär Bertholt Brecht werden thematisiert und man erfährt Näheres zur Filmfabrik Ufa, in der der weltberühmte Film "Der blaue Engel" des Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle gedreht wurde. Die Schauspielerin wird sehr gut porträtiert.

Man liest auch etwas über die Salonnière Betty Stern, ein Jüdin aus Breslau, der später die Emigration gelang und erkennt immer mehr, dass Intellektualität und Liberalität aber auch fröhliche Ausgelassenheit von den Rechtsradikalen schon sehr früh in der Weimarer Republik angefeindet wurden. 

Sehr gut gefällt mir die Doppelseite, auf der man mehr über Tänze aus den 1920er liest. Der erfolgreichste Tanz war bekanntermaßen der Charleston. Der Blues wurde eher in Kneipen als in Ballsälen getanzt, so Pofalla. Der Tango hingegen  galt als überaus mondän und ermöglichte neue Körpererfahrungen beim Tanzen. Die Illustrationen zeigen, dass in den neuen Tänzen viel Freiheitssehnsucht ausgelebt wurde. 

Auch über die Comedian Harmonists  wird man unterrichtet und kann sie auf der beigefügten CD stimmlich erleben. 

Ausgespart wird selbst das erotische Nachtleben nicht. Der amerikanische Professor Mel Gorden unternahm den Versuch, die Vielfalt der Prostitution in Berlin genau zu quantifizieren. Dazu gibt es im Buch eine Grafik. 130 000 Berlinerinnen verkauften damals ihren Körper als Zubrot.  Hunger und Moral lassen sich nicht vereinen.

Dann gibt es da u.a. Listen mit Persönlichkeiten, die nach Übersee oder innerhalb Europas emigrierten. Sie verdeutlichen, welches geistlose Pack die Nazis waren.

Die Lieder auf der CD werden alle näher skizziert, so auch die Ballade "Die Seeräuberjenny" aus dem Theaterstück "Die Dreigroschenoper" von Bert Brecht. Das Lied wurde von Kurt Weil vertont. 

Dieser Bildband ist eine künstlerisch wertvolle Dokumentation von Berlin der 1920er Jahre, die viele widersprüchliche Facetten aufzeigt, die in der Naziherrschaft schließlich ihr Ende fanden. 

Das Buch lese ich vor allem auch als Mahnung vor einer weiteren rechtsradikalen Heimsuchung, die uns allen bevorsteht, wenn wir aus der Geschichte nichts lernen.

Sehr empfehlenswert. 
Helga König

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Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger