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Rezension: Internationale Kunst Heute 2014- Martina Kolle; Ingrid Gardill

Dieser gelungene Bildband mit dem Titel "Internationale Kunst Heute 2014" lässt nicht nur durch diesen Titel, sondern auch durch die blaue Farbe seiner Buchdeckel erkennen, dass die Arbeiten der Künstler, die man hier bewundern kann, an unterschiedlichen Plätzen unseres blauen Planeten entstanden sind. Einen besseren Farb-Assoziationshinweis konnten die Macherinnen des Kunstbuches nicht geben. Bravo!

Auf der Rückseite des hinteren Buchdeckels werden in deutscher und englischer Sprache einige Kurzinfos zum Werk mitgeteilt, das als Glied einer Kette zu begreifen ist, denn es handelt sich um den Jahresband 2014 dieser Buchreihe.

Vorgestellt werden 170 ausgewählte, zeitgenössische Künstler aus insgesamt 54 Ländern. Dabei werden die Bereiche Malerei, Zeichnung, Fotografie, Digitale Kunst, Bildhauerei und Installation abgedeckt.

Das noble Anliegen der Kreatorinnen Marina Kolle und Dr. phil. Ingrid Gardill besteht darin, "allen Künstlern- auch den Unbekannteren mit qualitativ hochwertigem Oevre" die Chance einzuräumen, ihre Kunst zu veröffentlichen und den Bekanntheitsgrad zu erweitern. Dem Inhaltsverzeichnis ist zu entnehmen, dass man die Künstler alphabetisch geordnet hat.

Beim ersten Durchblättern wird das Gestaltungsprinzip sofort klar. Man erhält einen Eindruck vom Werk, indem man jeweils einige Arbeiten gezeigt bekommt und erfährt anhand von kleinen, gehaltvollen Texten etwas über die Arbeitsweise der einzelnen Protagonisten. Im Anhang kann man sich in englischer oder deutscher Sprache im Hinblick auf das Leben der Künstler kundig machen. Kontaktdaten und Adressen werden ebenfalls vermittelt. 

Auch Künstler möchten bekanntermaßen nicht brotlos sein,  insofern sollte man unverkrampft zum Hörer greifen oder eine Mail an den Künstler schreiben, um zu ermitteln, ob das ein oder andere Werk noch käuflich zu erwerben ist.

Im Vorwort schließlich bekundet die Herausgeberin Martina Kolle ihre Motive für dieses Buchprojekt. Sie und die Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Gardill haben erstmals in ihrem beruflichen Leben neben fachlicher Erfahrung auch ihren Idealismus und ihren spirituellen Ansatz in die Arbeit einfließen lassen. Frau Kolle ist übrigens selbst auch Künstlerin und stellt drei Ihrer Werke gleichfalls im Buch vor.

Dr. Ingrid Gardill hat die Texte verfasst, nachdem sie sich eingehend mit den Kunstwerken beschäftigt hat. In den Monaten des Schreibens war sie von vielem beeindruckt und berührt und teilt dies im Einzelnen im Vorwort auch mit. Beide Vorworte sind in deutscher, englischer, französischer, italienischer und spanischer Sprache verfasst worden, was dem internationalen Anspruch des Buches Rechnung trägt.

 Frank Mann 
Im Rahmen der Rezension ist es nicht möglich, auf alle Künstler und deren Werke näher einzugehen. Frau Kolle werde ich zu ihren Werken und ihrem Anspruch an die Kunst von heute in einem Interview Fragen stellen und hier in der Rezension stellvertretend für alle nur einige Künstler nennen und auf deren Werke kurz eingehen, nicht hervorhebend, sondern eher zufällig herausdeutend. Die Auswahl, die die Macher getroffen haben ist perfekt, Ranglisten wären nicht fair.

Der kräftigen Farben mit hohem Pigmentanteil wegen, fand ich Bilder der belgischen Künstlerin Virginie Cardinael sofort ansprechend. Nach Ansicht Dr. Gardills sollen sie Sinne und Herz befreien. Sehr beeindruckend interpretiert die Kunsthistorikerin die Farbenwelt der Belgierin und man stimmt ihr zu, wenn sie schreibt, dass Cardinael mittels ihres "hohes künstlerisches Vermögens, uns auf ihre Reise in die inneren Welten" mitzunehmen in der Lage ist. 

Es sind so viele eindrucksvolle Werke, die mich innehalten und immer wieder begierig, die Texte studieren lassen. Ich liebe es zu staunen. Hier kann ich es ununterbrochen.

 Kurt Steinle 
Gibt es Kunst die Frauen mehr anspricht als Männer und umgekehrt, frage ich mich, während ich die gegenständliche Malerei Gabi Domenig betrachte, die durch ihre Emotionalität tatsächlich berührt und sehr weiblich daherkommt, was ich nicht als Manko begreife.

Fasziniert bin ich von den leuchtend grünen Farbtönen Carina Fodges in ihrem Werk "Reflektion III", aber auch von Francoise Iannas "Fleur d`Ocean". So schön!

Wie man erfährt, lebt diese Künstlerin seit einigen Jahren im Süden Frankreichs und nimmt dort die stille Gegenwart der Dinge mit in ihre Malerei auf. Genau dies erspürt man und ist angetan. Die Werke Frank Manns "stachen mir spontan ins Auge" Der Künstler lebt in New York und befasst sich vorranging mit dem Geheimnis der Seherfahrung im Verhältnis zu Kunst.

Angetan auch bin ich von den Skulpturen des neuseeländischen Bildhauers Robert Onnes, der die Physiognomien unterschiedlicher Völker studierte und so diese genauen und komprimiert charakteristischen Gesichtszüge bei seinen Bildnissen schafft.

Catherine de Saugy Arbeiten sprechen mich sehr an, speziell ihr Gemälde "Paleo", ein abstraktes Gemälde in Braun- und Blautönen, dessen Oberflächenstruktur deutlich sichtbar wird.

Der Fotograf Kurt Steinle taucht seine Figuren offenbar stets in ein mattes Licht und beleuchtet primär die Gesichtspartien. Wie man erfährt und sich auf den Bildern überzeugen kann, stellt er in seinen fotografischen Kompositionen die geheimnisvolle Gedankenwelt selbstbewusster Frauen in den Mittelpunkt seiner Szenen.

 Diana Whiley
Dann ist da noch Diana Whiley, die mit elektronischen Mitteln ein Bildthema visualisiert, indem sie wie Dr. Gardill schreibt, einem Thema durch sensibel eingesetzte Farben und Formen einen "tiefen und poetischen Audruck" vermittelt. Werden, so frage ich mich, elektronische Mittel in der Kunst nicht mehr hinwegzudenken sein?

Das Buch ist eine Fundgrube für tolle Werke, zu denen man auch stets die Maße, die Technik und das verwendete Material nachlesen kann.

Die Landschaftsaktbilder von Martin Zurmühle will ich nicht unerwähnt lassen. Wundervoll. Männervorlieben? Nein. Einfach nur ungeheuer ansprechend für alle entspannten Betrachter kunstvoller Aktbilder.

Natürlich freue ich mich schon jetzt Fragen an Frau Kolle zu stellen, was den tiefen Symbolgehalt Ihrer Werke angeht und von ihr selbst etwas über das, was sie in ihrem Engagement hinsichtlich des Projekts,  antreibt zu erfahren. Die Fragen an die Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Gardill werden solche an eine kenntnisreiche Sprachartistin und Fachfrau sein, der es gelingt Farbe, Form und Bildinhalte so zu vermitteln, das selbst ein Blinder  das  jeweilige Werk  klar vor seinem geistigen Auge hat.

Ein gelungenes Buch. Hier ist man schon neugierig auf den Folgeband, sowohl der Werke als der schönen und dabei eloquenten Texte wegen. 

Ein schönes Geschenk für Kunstinteressierte. Sehr empfehlenswert.

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