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Rezension: Welten der #Romantik- #Hatje_Cantz

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung  "Welten der Romantik", die vom 13.11. 20 15 bis zum 21. Februar 2016 in der Albertina in Wien gezeigt wird. Herausgegeben wurde der Katalog von Cornelia Reiter und Klaus Albrecht Schröder. Von ihnen auch stammt das Vorwort. 

Der Katalog ist thematisch untergliedert. Zudem gibt es einige Essays von unterschiedlichen Autoren, die sich mit verschiedenen Facetten der Romantik befassen. Es war der Dichter "#Novalis", der zu Ende des 18. Jahrhunderts dazu aufforderte, dass die Welt romantisiert werden müsse. Gemeint hat er damit, sie als Kontinuum wahrzunehmen, in dem alles mit allem zusammenhängt. 

Die Romantisierung der Welt erfolgte durch das Gefühl, das den Zeitgenossen von Novalis als Schlüssel der Erkenntnis erschien. Dabei fragten die Romantiker im Gegensatz zu #Kant nach Dingen, die sich einer rationalen Betrachtung entzogen. Ihr Ziel war es, auch Dinge hinter der sichtbaren Welt zu verstehen. Möglich sein sollte dies mithilfe höherer Erkenntnisebenen. So trat an die Stelle der #Vernunft die #Metaphysik.  Als Erkenntnisinstrument im Hinblick auf diese Fragen diente die Vernunft. 

Die Ausstellung widmet sich der pointierten Gegenüberstellung von "protestantischer" und "katholischer" Romantik. Diese hatte ihren Ursprung in Wien im Schlegelkreis. Mithilfe einzelner Themen und Motive werden ihre spezifischen Erzählformen und ihre unterschiedlichen Bildsprachen miteinander in Dialog gesetzt. Des Weiteren befasst sich das Buch mit Wiens Romantik und in diesem Zusammenhang mit den "#Nazarenern", zudem mit Arabesken und Pflanzenstudien, der Verklärung der Vergangenheit, dem romantischen Freundschaftsbild, doch auch der dunklen Seite der Romantik, deren Ziel die Suche nach dem Transzendenten und Dämonischen war. 

In den Essays geht es um: 
Die Ausdifferenzierung romantischer Bildkunst 
Den Bruderzwist und die andere Seite der Romantik 
Das Frauenbild der Romantik 
Die Kunst der Romantik und die Erfindung des Habsburg-Mythos 

Im Katalog helfen Textbeiträge die Werke besser einzuordnen. Werke von Goya aus der Serie "Die Schrecken des Krieges", wie auch Werke von Julius Schnorr versetzen in Staunen, bevor man sich mit dem Kunstideal der Nazarener vertraut macht. Den wunderbare Kupferstichen, die Bildnisse als Ausdruck künstlerischer Identität zeigen, folgen Kupferstiche von Pflanzen, Landschaften und hier auch Werke von Caspar David Friedrich und  anderen namhaften Künstlern.

Das  beeindruckende Buch vermittelt einen breitgefächerten und zugleich feinsinnigen  Eindruck über die Welten der Romantik und ist insofern empfehlenswert. 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu HatjeCantz und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke ordernhttp://www.hatjecantz.de/welten-der-romantik-6568-0.html

Rezension: Aus Passion zur #Kunst- #Malerei in #Darmstadt von der #Romantik zur Moderne- Werke aus der Sammlung Sander- #Hirmer

Dieser bemerkenswerte Kunstband aus dem Verlag- #Hirmer wurde seitens Hans-Joachim und Isa Sander herausgegeben.

#Hans_Sander hat das Vorwort verfasst und lässt die Leser wissen, dass er sich Mitte der 1970er Jahre bereits entschlossen hatte,  die Darmstädter Galerie mit dem Thema "Darmstädter Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts" am 6. Dezember 1980 zu eröffnen. Schon zu dieser Zeit zeigte er Gemälde des Landschaftsmalers #Eugen_Bracht in einem speziell dafür eingerichteten Raum.

Später dann wandte er sich immer mehr dem Impressionismus, Expressionismus und der Kunst nach 1945 zu bis hin zur internationalen zeitgenössischen Kunst und hat in diesem Zusammenhang parallel dazu nicht unbedeutende Werke zusammen getragen. 

Das Ehepaar Sander hat im Laufe der Jahre eine Sammlung zum Thema "Darmstädter Malerei" aufgebaut, die der Liebe zu Darmstadt  geschuldet ist.

Nach der Einleitung von #Barbara_Bott werden die 56 Maler und deren Werke präsentiert. Es handelt sich dabei um rund 300 Gemälde. Zu jedem einzelnen Maler kann man eine aufschlussreiche Kurzbiografie lesen. Die gezeigten Gemälde sind  auch sehr gut beschrieben. 

Die Landschaftsbilder von Eugen Bracht (1842-1921) lassen den Betrachter lange inne halten, nicht nur die Motive, die die Region um Darmstadt bis hin in den Taunus zeigen, sondern auch jene, die die Landschaft der Lüneburger Heide oder der Ardennen und nicht zuletzt die Landschaft auf Rügen oder im Süden Europas zum Gegenstand haben, machen neugierig. 

Bracht war ab 1902 Professor für Landschaftsmalerei an der Königlichen Kunstakademie in Dresden und lebte ab 1919 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Als Landschaftsmaler hatte er ein hohes Ansehen im Wilhelminischen Kaiserreich. 

Beeindruckend sind die Porträts von Gotthelf_Leberecht_Glaeser, der sieben Jahre hindurch Schüler von August Tischbein war und 1812 nach Darmstadt kam. Obschon er exzellent malte, wohl auch seitens bürgerlicher Kreise beauftragt wurde, starb er verarmt und einsam in Langen: "Ein Malerschicksal aus der Zeit des Darmstädter Biedermeier". 

Die Biografien der einzelnen Maler im Buch aufmerksam zu lesen, verdeutlicht,  mit welchen Schwierigkeiten Künstler einst zu kämpfen hatten. So liest man von dem Maler #Heinz_Heim, der nur 35 Jahre alt wurde, zwischen Darmstadt, Paris und München hin und her pendelte und früh bereits meisterlich malte. Betrachtet man seine Bilder, so ahnt man, welch eine Malerkarriere ihm hätte bevorstehen können, wenn das Schicksal ihn nicht so früh schon aus dem Leben gerissen hätte. 

#Ludwig_von_Hoffmann hatte sich zunächst in Jura eingeschrieben, bevor er seinen Ausbildungsweg änderte und Malerei und Dresden, Karlsruhe und Paris studierte. Der weitgereiste Künstler wurde 1903 seitens Harry Graf Kessler und Henry van der Velde als Dozent an die Kunsthochschule in Weimar berufen. Ab 1913 dann war er Professor für Wandmalerei in Dresden an der dortigen Akademie. 

Die  Werke dieses  Malers erinnern an Träume. Das gilt nicht nur für den "Märchengarten", sondern für die meisten anderen Gemälde, vielleicht besonders für den "Frühlingstanz". Auf dem Bild korrespondiert die Kraft der tanzenden Körper mit der Kraft des beginnenden Frühlings. 

Zauberhaft und zugleich verzaubernd auch mutet das "Arkadische Idyll" an. Zu sehen sind Musikanten und eine Tänzerin, die man mit dem Orient gedanklich in Verbindung bringt. 

Natürlich ist es nicht möglich, im Rahmen einer Rezension auf alle Künstler und Maler einzugehen. Versichert werden kann, dass es viel Interessantes zu sehen gibt und nicht wenige Landschaftsbilder, deutlich machen, wie schön zahlreiche Gegenden einst waren als sie noch fast unbesiedelt den Malern ein Panorama schenkten, das man sich heute herbeiwünscht, wenn man Ruhe sucht und seinen Blick schweifen lassen möchte. 

Ein schönes, gelungenes Kunst-Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, wenn man nicht festgelegt ist auf Abstraktionen. 

Sehr empfehlenswert. 
Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hirmer-Verlag und können das Buch bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.hirmerverlag.de/de/titel-10-10/aus_passion_zur_kunst-1248/

Rezension: Der Meister der #Blumenkunst- #Daniel_Ost - #Sandman_Edition

Dieser traumhafte Bildband präsentiert Werke des Blumendesigners und Gartenarchitekten Daniel Ost. Es handelt sich dabei um sehr ungewöhnliche Inszenierungen, deren Quelle der Inspiration die japanische Kultur ist.

Der Belgier Daniel Ost wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist seit 2015 Ehrenbürger der Stadt #Kurashiki in #Japan. Das 400 Seiten umfassende Werk enthält neben der beeindruckenden #Floristikkunst Daniel Osts einen #Essay des niederländischen Schriftstellers #Cees_Nooteboom, einen Textbeitrag des Architekten #Kengo_Kuma und bildererläuternde Texte des Journalisten #Paul_Geerts.

Das Vorwort stammt von Martine de Clerck-van den Weghe. Die Einleitung hat Daniel Ost verfasst. Für ihn ist #Floristik eine kreative Herausforderung, ist der Versuch mit schon existierender Schönheit noch mehr zum Ausdruck zu bringen. Hierfür böten sich ihm geradezu unbegrenzte Möglichkeiten in Bezug auf #Form, #Farbe und #Materialien. Die Eleganz der #Blumen und #Pflanzen ist in seinen Augen eine ständige Herausforderung. Er weiß, dass man sie sehen, fühlen und riechen, mit einem Wort ergründen muss, bevor man mit ihnen arbeiten kann.

Ein #Blumendesigner benötige gründliche Kenntnisse und Disziplin. Daniel Ost erwähnt nicht grundlos, dass die Floristik die Begrenztheit der #Zeit und #Vergänglichkeit erfahrbar mache, insofern müsse der Florist sehr rasch frisches Pflanzenmaterial in Neues verwandeln. Für die Kompositionen sind sich ergebende Zufälligkeiten und Hindernisse ein wesentlicher Bestandteil und es müsse darauf geachtet werden, dass Vasen und Pflanzen eine perfekte Harmonie bilden, weil die Gefäße anstelle der Erde die Pflanzen optimal stützen sollen.

Der Raum in der die Arbeit des Designers bewundert werden kann, sollte ebenfalls in Harmonie zu dem floristischen Werk stehen. Alles sollte passen, damit die Komposition zu vollen Entfaltung kommen kann.

Das Buch schildere nicht nur sein Leben als Florist, sondern sei auch Zeugnis seiner Leidenschaft für den Fernen Osten, speziell auch für Japan. Beim Blumenstecken in Japan sei die #Kontemplation wichtiger als die genaue Beobachtung. Fernöstliche Kulturen sehen den Menschen nicht im Mittelpunkt der Natur, sondern betrachten ihn als Teil davon. Oft werden dort in Blumenarrangements Samenstände, Blüten, Blätter und Knospen verwendet, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Ausdruck zu bringen. 

#Cees_Nooteboom schreibt in seinem #Essay "#Mysterium_Natur", dass Daniel Ost gemeinsam mit den Fotografen die #Vergänglichkeit überlistet. Er denkt beim Betrachten an ein Japanisches Kloster, auch ein konstruktivistisches Gemälde oder an eine Art-nouveau-Lampe und hält resümierend im Hinblick auf Daniel Ost fest: "Dieser Mann besitzt Hände, die allem, was sein Kopf sich ausdenkt, Gestalt geben können."

Für Kengo_Kuma steht fest, dass Daniel Ost deutlicher als die Japaner  das Potential Japans erfasst und nennt hierfür auch die Gründe. 

Die Werke sind in die nachstehenden Kapitel untergliedert und werden von Texten von Paul Geerts begleitet: 
Metamorphosen- Bis dahin unbekannte Schönheit 
Ausstellungen- Auf der Suche nach dem Geist des Ortes Festliche 
Events- Unvergessliche Blumenfantasien 
Atmosphäre& Dekorations -Schönheit im Vergänglichen entdecken
Botanisches Verzeichnis 
Daniel Ost-Pflanzen aus Ausdrucksmittel 
Chronologie-Ausstellung und Projekte 

Man erfährt zunächst Näheres über Arbeitsweisen des kreativen Floristen, auch mit welchen Materialien er die Grenzen in seinem Fach erweitert hat und lernt erste Arbeiten von ihm kennen. Die Objekte sind alle ausführlich beschrieben, so etwa in dem Satz "Pure Magie. Das Auge wird unweigerlich zu dem hingezogen, was sich hinter dem leicht geöffneten Kreis aus blauen Schlehdorn-Beeren und Hortensienblüten verbirgt."

Es ist leider unmöglich,  zu all den schönen floristischen Kunstwerken  im Rahmen dieser Rezension etwas zu schreiben. Wer Pflanzen und Blumen liebt und gerne staunt, ist hier einfach nur dauerfasziniert, so etwa von einem japanischen Aronstab mit Ranken und Früchten der Passionsblume in einer Vase aus oxidiertem Metall oder auch von eine Kreation, das das zarte Erröten des Mohns  zeigt, aber auch bereits verwelkte herzblättrige Bergenienblätter. 

Unsagbar schöne und raffinierte Arrangements finden sich im gesamten Buch. Man erfährt  nicht zuletzt auch mehr über die Ausstellungen des Künstlers. Dort werden nicht selten spektakuläre Werke gezeigt von beeindruckenden Dimensionen. So hatte der Künstler u.a. die Chance,  Werke in einem der wichtigsten Tempelkomplexe Kiotos vorzustellen, die man im Buch  ausgiebig bewundern kann. 

Eine Vielzahl von Bildern von Ausstellungen in Japan beeindrucken ebenso wie jene im Tempelkomplex in Kioto.  Nicht nur die  Kompositionen für das Imperial Hotel in Tokio sind einzigartig, sondern alles. 

Beeindruckt bin ich von den Kreationen auf Schloss Alden Biesen in Belgien, so etwa von einem geordneten Labyrinth aus Lorbeerbäumen rund um einen Rosenbrunnen. 

Man trauert beim Anblick all dieser Objekte aufgrund der Vergänglichkeit der formvollendeten Schönheit und staunt und staunt und staunt. 

Lorbeer sieht man auf dem Markt von Brügge, einige der Bäume sind 100 Jahre alt. Gezeigt wird eine stilisierte Deichlandschaft mit diesen Bäumen. Dabei wurden die Bodenwellen mit Lasergeräten zentimetergenau ausgeführt. Jedes Werk muss man lange betrachten und sich wünschen es im Original zu sehen, den Duft weißen Orchideen und Hortensien einzuatmen und sich von den Gestaltungsideen betören zu lassen, sei es in Schlössern, in Kirchen, auf Hochzeiten, Empfängen, wann und wo auch immer… 

Das Buch ist ein nicht enden wollender Traum. Es schenkt Freude immer wieder  und zwar all jenen, die der Kunst und Natur etwas abgewinnen können und gerne bewundern sowie staunen, wenn etwas schön und formvollendet ist. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung: Elisabeth Sandmann Verlag oder Amazon

Rezension #Vermeer- Das vollständige Werk- #Karl_Schütz- #TASCHEN

Dieser Prachtbildband aus dem Verlag #TASCHEN präsentiert das vollständige Werk des niederländischen Malers Johannes Vermeer. 

Autor des Werks ist Karl Schütz. Er war nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität in Wien ab 1972 Kurator der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien und von 1990 bis 2011 Direktor der Gemäldegalerie. Schütz forschte über die niederländische Malerei, die deutsche Malerei des frühen 16. Jahrhunderts, die höfische Bildnismalerei und auch über die Sammlungsgeschichte. 

Das vorliegende Buch beginnt mit einer Einleitung, die den Titel "Vermeer-Perspektiven" trägt. Hier bereits erfährt man, dass neben Rembrandt es Johannes Vermeer (1632-1675) war, der das #Goldene_Zeitalter der Niederlande beispielhaft durch sein Werk verkörperte und zwar durch die Momente: Realitätssinn, genaue Beobachtung und Abkehr von jeglicher Idealisierung. Zudem verbindet  die beiden Küntler ein Illusionismus in der Darstellung. Dieser beruht auf einer überragenden Beherrschung der malerischen Mittel. Zu Vermeers Breitenwirkung haben übrigens   große Ausstellungen entscheidend beigetragen. 

In "Vermeer" hat man Gelegenheit , im Rahmen einzelner Abschnitte mehr über den begnadeten Künstler zu erfahren. Diese Texte sind in nachstehende Kapitel untergliedert: 
Delft und Vermeers Herkunft 
Der junge Vermeer 1654-1659 
Vermeers reife Jahre 1660-1665 
Die letzten zehn Jahre 1666-1675 
Epilog: Vermeers Wiederentdeckung und später Ruhm 

Die Texte werden von zahlreichen Bildern begleitet,  auch solche, die andere Künstler im Goldenen Zeitalter angefertigt haben.  In diesem  grandiosen Gesamtkatalog werden die Gemälde Vermeers gezeigt, die in Museen und Galerien in Europa und in den USA im Original zu sehen sind. 

Der niederländische Maler war Nachkomme von Handwerkern und entstammte damit dem kleinbürgerlichen Milieu. Über seine Herkunft in Delft, aber auch über die künstlerische Umgebung dort wird man ausgiebig unterrichtet, erfährt, dass der Künstler Bürger Delfts war und nach Abschluss seiner sechsjährigen Ausbildung der Malergilde beitrat. Wie man liest, hat sich Vermeer vieles im Selbststudium beigebracht. Erkennbar ist an seinen frühen Werken eine bemerkenswerte innere Unabhängigkeit des Künstlers, aber auch sein souveräner Umgang mit diversen Vorbildern, so Karl Schütz. 

Man liest von Vermeers Eheschließung mit Catharina Bolnes, die einer begüterten katholischen Familie angehörte. Dann werden drei Jugendwerke thematisiert, wobei das Schlüsselwerk die "Kupplerin" ist. Zur Sprache gebracht werden in diesem Zusammenhang frühe Genrebilder. 

Jedem der Kapitel ist ein Zitat vorangestellt, das Bezug nimmt auf Vermeer. So schreibt Vincent van Gogh  "Die Palette dieses eigenartigen Künstlers umschließt Blau, Zitronengelb, Perlgrau, Schwarz und Weiß…Es zu vereinen, ist bei ihm so kennzeichnend wie bei Velázquez die Harmonisierung von Schwarz, Weiß, Grau und Rosa."  Auf diese farbliche Weise hält Vermeer  die komplette Geschichte eines Zeitalters fest und zwar durch flüchtige Gesten, Mienen und Erscheinungen. 

Über das Leben und  das Arbeiten in Delft kann man sich ebenso ein Bild machen wie über Vermeers Technik, über seine Genremalerei und insofern auch über die Bilder holländischen Lebens, über Musik und weibliche Beschäftigungen, die zum Bildgegenstand werden. 

Kopfstudien werden beleuchtet wie etwa das "Mädchen mit dem Perlenohrring" und man kann sich in so wunderbare Bilder vertiefen wie in "Das Mädchen mit dem Weinglas". Eine gewisse Anzahl aufklappbarer, großformatiger Bildansichten wartet auf die Betrachter, die einen intensiven Eindruck vom Können Vermeers vermitteln. 

Die Texte,  auch was sein Spätwerk anbelangt,  tragen dazu bei,  die Bilder noch viel intensiver zu bestaunen und Fragen, die man sich vielleicht schon lange stellte, nun endlich beantworten zu können. 

Die einzelnen Gemälde werden im Anschluss textlich vorgestellt. Hier liest man dann Wissenswertes zur Herkunft der Bilder, Angaben über Zuschreibung und Datierung wie auch kurze Informationen zur Ikonographie und zu den dargestellten Objekten.

Ein großartiges Werk,  das ich allen Kunstfreunden sehr gerne empfehle.

Helga König

Überall im Fachbuchhandel erhältlich

Onlinebestellung: TASCHEN oder Amazon

Rezension: #CHASING_ PARADISE- #David_Drebin- te Neues

Werke von #David_Drebin wurden erstmals 2005 bei #Camera_Work in Berlin ausgestellt. Dies hatte zur Folge, dass der Künstler 2007 seinen ersten Bildband auf den Weg brachte und vom Werbefotografen zum Kunstfotografen wurde.

Die Bilder David Drebins vereinen auf subtile Weise voyeuristische sowie psychologische Sichtweisen und schenken dem Betrachter dramatische Einblicke in die Gefühlswelten und Erfahrungen, wie wir alle sie aus unserem Leben kennen.

Der Kunsthistoriker Dr. Matthias Harder hat das Vorwort verfasst, das den Titel "Atemberaubend schön" trägt. Hier liest man, dass der Fotograf nicht selten aus bodentiefen Fenstern luxuriöser Hochhäuser fotografiert und teilweise magische Momente festhält. Genau davon kann man sich dann in den Bilderwelten überzeugen.

Dabei nutzt Drebin  ab und an das aus der Kunstgeschichte bekannte "Repoussoir- Motiv", das die Raumtiefe intensiviert. Dr. Harder hält fest, dass alle Bilder perfekt durchdacht sind, das Licht klug eingesetzt wird und das Miteinander von Raum und Figur "geschickt und rätselhaft" komponiert ist. Die Bilder des Fotographen bezeichnet er als "zeitlos-zeitgenössische Traumbilder eines höchst ästhetischen Jetset-Lebens".

Seine Landschaftsfotos sind gewissermaßen als Sehnsuchtsbilder zu begreifen, die die romantischen Landschaftsdarstellungen des 19. Jahrhunderts paraphrasieren. Diese funktionierten emotional und bleiben gleichzeitig sonderbar distanziert.

Neu sind die Stadtansichten aus der Fußgängerperspektive aufgenommen und wohl auch die Spiegelungen. Ziel ist es dadurch Räume zu erweitern. 

An Bildern wie etwa "Portofino Nights" oder "Escape to Lake Como" mag man sich nicht satt sehen.

Frauen spielen eine große Rolle in den Bildern. So erlebt man eine Nixe am Meeresstrand, schöne Frauen an Fenstern, im gewissen Sinne unerreichbar wie alles andere in dieser hier gezeigten Welt und möglicherweise  nur so lange begehrenswert bis man es besitzt. Dann verbrennt es wie die Herzen der Performance "Heart on Stage" oder "Heart of Fire" und lässt uns ausgebrannt zurück. 

Den Betrachter erwarten hochwertigste Impressionen. Fotokunst in  ihrer höchsten Form.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu teNeues und können  das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei ihrem Buchhändler vor Ort ordern.http://www.teneues.com/shop-de/chasing-paradise.html

Rezension: #Klimt/#Schiele/#Kokoschka und die #Frauen- #Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 22. 10.2015 bis zum 28. 2. 2016 in Wien im Museum #Belvedere gezeigt wird. 

Ausgehend von den Frauenbildern vergangener Jahrhunderte hat das Belvedere es sich zur Aufgabe gemacht, das Frauenbild der #Wiener_Moderne eingehend zu beleuchten. Vorgestellt werden die Werke dreier Hauptvertreter- ein neuartiger Diskurs zwischen Gustav Klimt, Egon Schiele und Oscar Kokoschka. Dabei befasst sich ein wesentlicher Teil der Ausstellung mit #Porträtkunst. Während es diesbezüglich bei Klimt Auftragsarbeiten waren, weisen Schieles Porträts expressionistische Tendenzen auf, die den Gegenpol zu Kokoschkas abstrakten Ansätzen darstellen. 

Bestimmte Frauenbeziehungen beeinflussten die Kreativität dieser Maler, sei es als Inspirationsquelle oder als Muse oder gar als Objekt obsessiver Besessenheit. Alma Maler galt als Personifikation des klassischen Typus der Muse. Dies wird von Agnes Husslein Arco näher erläutert. 

Das Buch enthält neben der Bilderpräsentation zahlreiche erhellende Essays unterschiedlicher Autoren, so etwa "Zur Frauenfrage in Wien um 1900" oder auch dazu "Wie widerstreitende Einflüsse zur modernen Darstellung der Frau führten." 

Es führt zu weit, auf die Inhalte aller Essays einzugehen. Bemerkenswert ist u.a. der Essay über die feminine Sexualität im Werk von Gustav Klimt und hier die Betrachtungen über die weibliche Selbstbefriedigung in der Kunst, die man in der Folge den dargestellten Werken entnehmen kann. 

Über Porträts erfährt man Wissenswertes und lernt zahlreiche Porträts  auch kennen, so etwa Klimts "Adele Bloch –Bauer", ein Gemälde über das ich mich kürzlich im Rahmen einer anderen Rezension bereits geäußert habe. "Mütter und Kinder" sind ein Thema und in diesem Zusammenhang Gustav Klimts  "Hoffnung 1", aber auch Schieles  "Mutter und Kind" und viele andere Bilder mehr. 

Dann werden Paare thematisiert. Klimt sah in der Liebe einen Teil des Lebenszyklus als verbindendes Element im Kreislauf von Werden, Sein und Hinscheiden. Hier werden Werke wie Egon Schieles "Kniende Mädchen" oder auch sein Bild mit dem Titel "Kardinal und Nonne" gezeigt und beispielsweise Klimts  "Jungfrau", dazu viele Bleistiftzeichnungen, die Akte darstellen und Egon Schieles grandioses Gemälde "Liegende Frau". 

Welche Frauenvorstellungen die drei Malern jeweils bei ihren Bildern beeinflussten,  wird anhand der Texte deutlich. Wer möchte, kann darüber nachdenken, wer von den drei Malern, den Frauen am nächsten stand und ihr Wesens am intensivsten begriffen hat. Dieser Frage bei den Bildbetrachtungen nachzugehen, finde ich sehr spannend.


Ein gelungenes Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann  gelangen Sie  zu Prestel und können das Buch dort bestellen. Sie können es jedoch auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.randomhouse.de/Buch/Klimt-Schiele-Kokoschka-und-die-Frauen/Agnes-Husslein-Arco/e490708.rhd

Rezension: #Gefährliche_Liebschaften- Die Kunst des französischen #Rokoko- Herausgegeben von #Maraike_Bückling- #Hirmer

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Gefährliche_Liebschaften - Die Kunst des französischen Rokoko", die vom 4. November 2015 bis zum 28.  März 2016 im Liebieghaus in Frankfurt gezeigt wird.

Das Vorwort zum Buch hat der Direktor des Liebieghauses Max Hollein geschrieben. Er lässt die Leser wissen, dass der inhaltliche Leitfaden der Ausstellung durch die Darstellung und Bedeutung der Liebe, die Entwicklung von neuen, beruhigten Liebeskonzepten und auch  durch die Frage nach den künstlerischen Vorstellungen in Bezug auf Natürlichkeit verkörpert wird.

Im #Rokoko machten sich #Kunsthistoriker, #Schriftsteller und bildenden Künstler über die Bedeutung von Gefühlen und Leidenschaften Gedanken. Die Liebe und die Emotion des Individuums bekam nun mehr Gewicht.

Die Ausstellung zeigt Bildhauerei, Malerei, Grafik und Kunsthandwerk, zeigt also #Skulpturen, #Gemälde, #Biskuitporzellanstatuetten aus den #Porzellanmanufakturen #Vincennes und #Sèvres, #Meißen, #Frankenthal, #Fulda und #Höchst, aber auch Ensembles aus vergoldeter Bronze, #Porzellan und #Porzellanblüten, französische Möbel, Spiegel und Fächer sowie Kupferstiche.

Neben den Bildern der Ausstellungsobjekte, hat man Gelegenheit einige Essays unterschiedlicher Autoren zu lesen, die zum besseren Verständnis der gezeigten Kunst führen. Maraike Bückling hat einen umfangreichen Essay mit dem Titel "Höfisches Arkadien und die Liebe der Empfindsamkeit" verfasst, der von ersten Bildern begleitet wird.

Unmöglich  ist es, auf den Inhalt dieses und der dann folgenden Essays im Rahmen der Rezension näher einzugehen, beispielsweise auf die Idealisierung der Natur in der #Pastorale, sprich dem Schäferstück. Dabei findet die bildnerische Umsetzung immer in der freien Natur statt. Der Künstler zeigt sie nicht als unberührte Natur, sondern als bestelltes Land oder Garten. Mit dem neuen Naturgefühl zu jener Zeit waren neue Liebesmodelle verbunden, über die man seitens der Essayistin aufgeklärt wird. Die Liebe als Sinn des Lebens und intime Wahrheit zwischen zwei Menschen zu betrachten, galt zu Beginn des 18. Jahrhunderts als das allgemeinste aller Gefühle, das von allen Menschen empfunden werden konnte.

Man erfährt mehr über die Kunsttheorie im Rokoko und auch über die Kunst und den Künstler im Allgemeinen. Die idealisierte Einstellung der Natur und dem verklärten Landleben gegenüber, aber auch die Überlegungen, die den Betrachter in den Mittelpunkt schoben, sowie die veränderte Vorstellung über zärtliche Liebe als Sinn des Lebens waren die zentralen Neuerungen, die die Basis für viele Werke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bildeten.

Der Künstler Francois Boucher ist als die zentrale Gestalt des Rokoko zu sehen, der die neuen Vorstellungen aufgriff und in seinen Werken zum Ausdruck brachte. Man erfährt über ihn und andere Wissenswertes, liest über Höhepunkt und Kritik des Rokoko, um dann im Essay von Frits Scholten mehr über den berühmten Amor von Falconet zu erfahren, den Madame Pompadour in Auftrag gegeben hatte. Die Skulptur wird mehrfach im Katalog gezeigt, doch auch andere Skulpturen des Künstlers so etwa "Die Badende" werden  thematisiert. 

Man erfährt mehr über Madame de Pompadours skulpturale Inszenierung im Vestibül des Château de Bellevue und über die unglasierten Porzellanfiguren der Manufaktur in Vincennes und Sèvres, über deren Geschichte man unterrichtet wird. In diesem Zusammenhang lernt man Figurenschmuck für Tafel und Kabinett kennen, der textlich näher erläutert wird. 

Sèvres- Figuren von Jean –Jacques Bachelier begeistern der idyllischen Darstellungen wegen aber auch Figuren von Johann Joachim Kaendler oder Johann Peter Melchior zeigen die Geisteshaltung des Rokoko, die letztlich auch als Kunst zur Überredung zur Liebe zu werten ist. 

Ein weiteres Thema ist die Sinnlichkeit der Gemälde Jean –Antoine Watteaus und Francois Bouchers. Auch hier werden eine Fülle wunderbarer Werke gezeigt, die näher erläutert werden. Es führt aber zu weit, auf all diese Werke und Themen im Buch an dieser Stelle näher einzugehen. Zu erwähnen ist noch die Raumgestaltung und – ausstattung im Rokoko, über die man ebenfalls informiert wird und sehr kostbare Intarsien-Arbeiten bewundern kann. 

Ein gelungener Katalog, den ich sehr empfehlen kann, weil er die Kunst des französischen Rokoko vielschichtig begreifbar macht. 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hirmer-Verlag und können den Katalog dort bestellen. Sie können ihn aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Der Schatten der #Avantgarde- #Rousseau und die vergessenen Meister- Hatje Cantz

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Der Schatten der Avantgarde", die vom 2. Oktober 2015 bis zum 10. Januar 2016 in Essen im Museum Folkwang gezeigt wird. 

Die Kuratoren dort sind Kasper König und Falk Wolf 

Die Ausstellung "Der Schatten der Avantgarde" wird gemeinsam von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder gefördert. Dabei stellt die Kulturstiftung des Bundes erfreulicherweise 400.000 Euro dafür zur Verfügung. 

Vorgestellt werden zentrale Werke von 13 Künstlern und Künstlerinnen, die keine akademische Ausbildung hatten und /oder heute nicht im Kanon des Museumsbetriebs anzutreffen sind, mit Ausnahme von Henri Rousseau. Neben dessen Porträts und Dschungelbilder stellt die Ausstellung die beunruhigenden apokalyptischen Bäume und Blumen von Séraphine Louis, die griechischen Historienbilder von André Bauchant, die Seestücke von Alfred Wallis, die Landschaften mit Akten von Louis Michel Eilshemius und die biblischen Szenen von Adalbert Trillhaase vor, um nur einige der Künstler zu nennen. 

Gezeigt werden Kunstschaffende aus verschiedenen Nationen und unterschiedlichen künstlerischen Medien. Jede Position in diesem Buch ist ein spezieller Textbeitrag gewidmet. 

Den  Werken der 13 Künstler werden einzelne Schüsselwerke der Moderne und Gegenwart gegenübergestellt. Diese stammen zumeist aus der Sammlung des Museums Folkwang. 

Man zog im Laufe des letzten Jahrhunderts scharfe Grenzen zwischen der "offiziellen Kunst", die den Namen "Modernismus" oder "Avantgarde" und der anderen, die man als "Naive" oder "Outsider Art" oder auch als "Art Brut" definierte. 

Die Grenzen, die diese Kunstformen voneinander trennten, werden näher erläutert. 

Im Katalogteil werden dann viele Werke der Künstler präsentiert. Anhand von Textbeiträgen erfährt man dann jeweils Wissenswertes über die einzelnen Künstler und deren Arbeit.

Nicht uninteressant ist beispielsweise  die biblische Bilderwelt Adalbert Trillhaases, über die  man textlich sehr gut aufgeklärt wird,

Empfehlenswert

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum  Hatje Cantz Verlag und können das Buch vestellen, Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.hatjecantz.de/suchergebnisse-624-0.html?q=Der+Schatten+der+Avantgarde

Rezension:#Impressionismus- Eine Welt aus #Farbe und #Licht- #Norbert_Wolf- Prestel

Norbert Wolf möchte mit seinem schönen und dabei sehr informativen Bildband "Impressionismus- Eine Welt aus Farbe und Licht" auf Aspekte eingehen, die diesen Stil auf seine Charakteristika, seine Optionen, seine Chancen, aber auch seine Aporien zu durchleuchten erlauben.

Wolf erwähnt eingangs ein Gemälde von Paul Gauguin.  Er war eine Weile lang Anhänger der impressionistischen Bewegung. Besagtes Werk trägt den Titel "Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?" Diese Fragen sind es, die sich an die wichtigsten Exponenten des Impressionismus richten.

Das reich bebilderte Werk ist in neun Kapitel untergliedert:
Stilfragen
Das Umfeld
Gruppendynamik
Stilkategorien
Das neue Sehen
Themen und Motive
Im Zentrum: die französischen Impressionisten
Die Expansion des Impressionismus
Transformation

Jedes Kapitel ist dann in themenbezogene Abschnitte unterteilt. Auf diese hier im Einzelnen näher einzugehen, würde  allerdings den Rahmen der Rezension sprengen, da den Leser eine Fülle von Fakten erwarten, die man nicht aus dem breiten Kontext herausschneiden kann, ohne den Sinn zu verfälschen.

Bilder namhafter Impressionisten wie Claude Monet, Éduard Manet, Edgar Degas, Gustave Cailebotte, Alfred Sisley, Camille Carot, Auguste Renoir, Camille Pissarro sowie zahlreiche andere kommen zur Sprache und man erfährt auch viel Faktisches über die Maler selbst.

Der Impressionismus ist einst in Frankreich entstanden und trat in Paris an die Öffentlichkeit. Was in der Stadt der Lichter sich im Hinblick auf den Impressionismus ereignete und wie ein Künstlerleben in Paris in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts aussah, erfährt der Leser durch einen eloquenten Text und Bilder. Darüber zu lesen, ist sehr spannend, denn in dieser europäischen Kunststadt machte sich die Kommerzialisierung und Kapitalisierung von Kunst gerade besonders deutlich breit.

Establishment und Skandal sind in den Motiven der Impressionisten auch eingegangen. Rund 100000 Bilder im 19. Jahrhundert bedienten sich in Frankreich dem Geschmack der Salonjury. Dabei posierte Manets "Olympia" als Dirne, die auf einen Kunden wartet und ihre Nacktheit unverhohlen zur Schau stellt.

Interessant auch sind die Studien im Atelier und vor alten Meistern, wie etwa Henri Fantin-Latours "Das Atelier in Batignolles". Gruppenausstellungen werden ebenfalls beleuchtet, weil viele Impressionisten an solchen Ausstellungen teilnahmen.

Wichtig sind die Betrachtungen der Stilrichtungen. Hier lernt man zu begreifen, was man unter "L`impression" zu verstehen hat, liest anschließend von der Flüchtigkeit des Augenblicks, von Wahrnehmungsmomenten, die eine völlig neue Art der Zeitdarstellung voraussetzen und die ein Kennzeichen des Impressionismus sind. Farbe und Licht bleiben nicht ausgespart und werden durch die Erläuterungen begreifbar.

Die Lokalfarben werden im Impressionismus aufgegeben, wo ihnen der spontane Seheindruck widerspricht. So werden Dunkelbraun und Schwarz durch Blautöne ersetzt, so war Manet  überzeugt, dass sich ihm das Licht als homogenes Phänomen zeige und von daher ein einziger Farbton ausreiche, um es in einem Gemälde zu präsentieren.

Der Impressionismus verleiht einem Paradigmenwechsel in der abendländischen Geschichte des Sehens ein künstlerisches Gesicht. Dabei muss man wissen, dass die Geschichte des Sehens von vielen Umschwüngen geprägt ist.

Themen und Motive verweisen u.a. auch auf Claude Monets "Frauen im Garten", ein Werk, dass ich wegen seiner Helligkeit sehr liebe.

Im Rahmen des Kapitels "Stätten des Vergnügens" warten unzählige Bilder Renoirs darauf,  bestaunt zu werden,  unter diesen auch das berühmte Gemälde "Frühstück der Ruderer".

Neben den wichtigsten Malern werden auch die Malerinnen vorgestellt, natürlich auch Berthe Morisot und Mary Cassat, deren femininer Stil mich besonders anspricht, der lichten Farbgebung wegen.

Impressionismus - nicht nur in Frankreich-   wird in diesem grandiosen Prachtband gezeigt und thematisiert, deshalb auch der deutsche Impressionist Max Liebermann und Fritz von Uhde.

Das Werk hat viel zu bieten und ist allen zu empfehlen, die sich einen guten Überblick über die Kunst des Impressionismus verschaffen wollen. Lobenswert sind die gut lesbaren Texte, die den Impressionismus verständlich für jedermann zu übermitteln vermögen.

Empfehlenswert.

Helga König


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Prestel-Verlag und können das Buch  dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.randomhouse.de/Buch/Impressionismus-Eine-Welt-aus-Farbe-und-Licht/Norbert-Wolf/e462842.rhd?edi=462842

Rezension: Klee& Kandinsky- Nachbarn Freunde Konkurrenten- Prestel

Vom 21. OKTOBER 2015 - 24. JANUAR 2016 wird IM KUNSTBAU im Lenbachhaus in München die Austellung "Klee& Kandinsky" gezeigt, die man derzeit noch in Bern im Zentrum Paul Klee besuchen kann. 

Die Namen Klee und Kandinsky gelten heute noch als Synonym für die "Klassische Moderne". Seit den 1950er Jahren galten die beiden Maler als die Gründerväter der modernen Kunst. Zwar gibt es im Leben und Werk der beiden Freunde wichtige Parallelen, aber es muss festgehalten werden, dass die beiden sehr verschiedene Charaktere waren. 

Die Ausstellung umfasst den Zeitraum von 1900 bis 1940. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Phasen von Klees und Kandinskys persönlicher Auseinandersetzung in der Zeit des Blauen Reiter und des Bauhauses. Hier speziell in der Dessauer Zeit ab 1926. Gezeigt werden sollen Ähnlichkeiten und die gegenseitige Beeinflussung, aber auch die Abgrenzung und die Verschiedenheit voneinander. Konkurrenten waren die beiden Künstler in ihrem Wettlauf um Ausstellungen und Galerien sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Man kann sich zunächst in die Chronologie der Künstler vertiefen und sich dann mit einzelnen Textbeiträgen unterschiedlicher Autoren befassen, um über all das mehr zu erfahren. 

Christine Hopfengart schreibt über die guten Nachbarn, ihr erstes Kennenlernen und was dann folgte. So liest man, dass Paul Klee seine neuen Kontakte immer auch marktstrategisch vorantrieb. Dabei hat Klee sich kaum über einen Künstler so bewundernd geäußert wie über Kandinsky. Zwischen 1913 und 1914 hat sich die Freundschaft der beiden gefestigt, acht Jahre später begegneten sie  sich in Weimar am Bauhaus. Es waren unterschiedliche Rollen, die sie dort einnahmen, die einem unterschiedlichen Selbstverständnis als Lehrer und Künstler entsprachen. Auch die freien Arbeiten in den frühen 1920er- Jahren waren unterschiedlich. 

Texte und Bilder sind das Zusammenspiel bei der Lektüre dieses Katalogs, der Gegensätze vortrefflich aufzeigt, zunächst bei Bildern um 1900, unter diesen Kandinskys "Reitendes Paar" und Klees "Komiker". 

Kandinsky war mit Franz Marc federführend im Künstlerkollektiv "Der Blaue Reiter". Alle Künstler dort einigte das von Kandinsky eingeforderte Streben "nach dem Geistigen in der Kunst". 

Wunderschöne Farbkompositionen von Kandinsky und Gemälde von Klee beeindrucken den Betrachter in der Folge. Doch man lernt die beiden Protagonisten auch als Maler und Zeichner kennen, liest von Klees Durchbruch zur Farbe und kann sich davon einen visuellen Eindruck verschaffen. Kandinsky aber auch Klee und die Musik sind dann weitere Themen, großartig übrigens hier Paul Klees "Polyphone Strömungen". Bilder aus der Zeit am Weimarer Bauhaus zeigen ebenfalls die Unterschiede, die in begleitenden Texten erläutert werden. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre waren die Künstler, wie die Bilder zeigen,  sich maltechnisch sehr nah. Es handelt sich hierbei um konstruktiv-figurative Kompositionen, der ein Bauhaus-Dialog am Rande der Natur folgt. Das Verhältnis zwischen Kunst und Natur war ein zentrales Thema der beiden. 

Die Bilderschau mit Erläuterungen zeigt auch Werke der 1930er Jahre. Diese Bilder wirken düster.

Die beiden Maler hatten nach der Machtübernahme Hitlers ihre Anstellung verloren und emigrierten.

Über all das wird man im Buch aufgeklärt und hat Gelegenheit sich immer wieder in eine Bilderwelt vertiefen, die einfach fasziniert. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Prestelverlag und können dort das Buch bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern. http://www.randomhouse.de/Buch/Klee-Kandinsky-Nachbarn-Freunde-Konkurrenten/Vivian-Endicott-Barnett/e487610.rhd