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Rezension: Fantastische Frauen - Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo-Hirmer



Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Fantastische Frauen- Surreale Welten von #Merit_Oppenheimer bis #Frida_Kahlo", die bis vom 13. FEBRUAR 2020 – 24. MAI 2020  in der #SCHIRN in Frankfurt gezeigt wird. 

Es handelt sich bei der Präsentation um eine große Themenausstellung, die den weiblichen Beitrag zum #Surrealismus fokussiert. Dabei konzentriert sich "#Fantastische_Frauen" bewusst auf die Künstlerinnen, die noch nicht direkt mit der klassischen surrealistischen Bewegung verbunden sind oder mit der Leitfigur #Breton persönlich bekannt waren und die mit der Gruppe ausstellten. 

Von nahezu allen wird eine repräsentative Auswahl ihrer Arbeiten gezeigt, denn viele der Künstlerinnen sind einem größeren Publikum nicht bekannt. Vieles von dem, was sich bei den männlichen Surrealisten beobachten lässt, trifft auch auf die Werke der Surrealistinnen zu, so etwa #Mythen, #Unbewusstes, #Traum, #Zufall, #Metamorphose, #literarische-Quellen, #Assamblage, #Materialexperimente, #inszenierte_Fotos, auch #medienübergreifende_Fotos. 

Unterschiede sind allerdings bei der Darstellung des eigenen Körpers erkennbar: Ironie und spielerische Umkehr der Perspektive machen die weibliche Interpretation aus. 

Die Ausstellung vereint die bislang getrennt (oder noch überhaupt nicht öffentlich) gezeigten Werke von 36 bekannten aber auch unbekannten internationalen Künstlerinnen mit rund 260 Arbeiten. 

Aufgrund eines Netzwerkes und Freundschaften in Europa, den USA und Mexiko lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede festmachen. Neben vielen eloquenten Essays unterschiedlicher Autoren warten neben dem Bildwerk die Biografien der Künstlerinnen darauf, gelesen zu werden.

Dabei sind neben berühmten Frauen wie #Louise_Bourgeois, #Frida_Kahlo oder  #Meret_Oppenheim zahlreiche unbekannte, aufregende Persönlichkeiten wie #Alice_Rahon oder #Kay_Sage aus mehr als drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken. 

Einige der Künstlerinnen, so etwa #Oppenheim, #Carrington und #Tanning haben sich bis ins hohe Alter geweigert als Surrealistinnen klassifiziert zu werden und ihre Werke in Ausstellungen nur mit Frauen zu präsentieren. Ihr Absicht war es, individuell wahrgenommen werden, d.h. unabhängig, ohne solche Begrenzungen. 

Über Meret Oppenheim und die Utopie von #Androgynität schreibt Heike Eipeldauer in ihren Essay mit dem Titel "Große Kunst ist immer männlich-weiblich." So habe Meret Oppenheims freier Geist, ihre gelebte Nonkonformität neben ihrer Rebellion im Hinblick auf geschlechtsspezifisches Rollenverhalten auch ihre Offenheit und Toleranz gegenüber jeglicher sexueller Orientierung beinhaltet. Als direkte Konsequenz ihrer Vorstellung einer Androgynität des Geistes lehnte die Künstlerin die feministische Inanspruchnahme ihres Werkes als "weibliche" Kunst als auch die Beteiligung an ausschließlich Künstlerinnen gewidmeten Ausstellungen und Publikationen ab. Sie wollte nicht gettoisiert werden. Nach Meret Oppenheim spricht aus einem bedeutenden Werk stets der ganze Mensch und dieser ist männlich und weiblich zugleich. Eine Vielzahl toller Werke  dieser Künstlerin kann man im Buch bewundern, um sich anschließend mit im Rahmen eines Essays und anhand von Bildern mit den Fotografinnen im Surrealismus zu befassen, sich anschließend immer weiter in die Bilderwelten zu vertiefen und durch die dann folgenden Essays mehr über die Künstlerinnen und ihr Schaffen zu erfahren. 

Auch über die Bildhauerin #Louise_Bourgeois erfährt man Wissenswertes, die ihre Arbeiten als "emotionale Abstraktion" bezeichnet hat. Dabei begriff sie ihre Skulpturen als Monumente für die verheerende Wirkung der Emotionen, die man durchstehen muss. 

 Ein wunderbares Buch, das ich gerne weiterempfehle. 

 Helga König

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Rezension: GOYA, FRAGONARD, TIEPOLO- Die Freiheit der Malerei -Hirmer




Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "#GOYA, #FRAGONARD, #TIEPOLO- Die Freiheit der Malerei", vom die 13. Dez 2019 bis 13. April 2020 in der Kunsthalle Hamburg gezeigt wird. 

Das 18. Jahrhundert, eine Blüte- und Umbruchszeit der europäischen Kunst, hat solch unterschiedliche Persönlichkeiten wie Francisco José de Goya y Lucientes (1746–1828), Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hervorgebracht. In deren Werken spiegelt sich eine Epoche im Umbruch und die Raffinesse einer an höchster malerischer Virtuosität geschulten Malergeneration, die zwischen glänzender Oberfläche und psychologischer Durchdringung ihre Sujets nach Belieben zu wechseln vermochte, so Alexander Klar, der Direktor der Kunsthalle Hamburg. 

Goya, Fragonard Giovanni Battista Tiepolo und sein Sohn Giovanni Domenico Tiepolo (1727-1804) reagierten mit ihrer Kunst auf die weltanschaulichen, politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts, entwickelten eine radikalere Formensprache und veränderten die Malerei durch ihren Wandel der künstlerischen Normen und ihre innovativen wie ungewöhnlichen Konventionsbrüche. 

Die Ausstellung veranschaulicht in eindringlichen Bildern diesen Entstehungsprozess und zeichnet anhand der unterschiedlichen Schaffensperioden der ausgewählten Künstler die grundsätzlichen Veränderungen nach, mit denen in den Zentren Venedig, Paris und Madrid Grundlagen der Moderne erst geschaffen werden konnten. 

Es sind die scheinbar widersprüchliche Positionen, die das virtuose und vielseitige Schaffen, Goyas, Fragonards und Tiepolos ausmachen. So stehen einer zunächst konventionell erscheinenden Malweise kühne Bildfindungen gegenüber, trifft atmosphärisch-Ideales auf unheimlich-Groteskes, zeigt sich die Vorliebe für das Theater als auch Theatrales in einem Spiel von Reflexion und Illusion.

Mit ihrer Kunst leiteten diese Maler bereits Mitte des 18. Jahrhunderts einen Stilwandel (radikal –persönlich und reflektiert) ein und stellten mit ihrer innovativen Formensprache die Weichen für den Weg in die Moderne, bevor mit der Französischen Revolution ab 1789 endgültig der radikale Umbruch vollzogen wurde. 

Mit der Ausstellung präsentiert die Hamburger Kunsthalle Goya, Fragonard, Giovanni Battista und Giovanni Domenico Tiepolo als Vor- und Wegbereiter der Moderne, indem sie das Schaffen der Künstler zum ersten Mal in den Kontext stellt, in deren Werken die Umbrüche und Befreiung von Konventionen in der Mitte des 18. Jahrhunderts bereits nachzuvollziehen sind. 

Das Buch enthält 10 Essays unterschiedlicher Essayisten, die sich u.a. mit der Bildsprache von Goya, mit dem Werk Fragonards mit der neuen Freiheit in der Malerei bei Tiepolo und hier auch des Zeichners befassen und sich mit der Theorie und Praxis dieser Übergangsepoche auseinandersetzen. So wurde die Pinselführung, nunmehr individuell und einmalig verstanden, freier. 

Im Rahmen des Katalogs kann man sehen, wie sich die Malerei veränderte. Die Bilder des Katalogs sind untergliedert in insgesamt 7 Abschnitte. Zu jedem Abschnitt gibt es neben den Bildern, eine umfangreiche, erläuternde Einführung, so auch zu Goyas später Druckgrafik als Ausdruck äußerer Repression und innerer künstlerischer Freiheit. 

Spannend ist die Betrachtung der Karikaturen der Künstler. Sie spielte in dieser Zeit der Umstrukturierung sowohl politisch als auch ästhetisch eine wichtige Rolle, weil so auch Widersprüchliches gezeigt werden konnte. Im umfangreichen Werk Tiepolos gibt es allein 300 Karikaturen. Es ging ihm dabei weniger um die Darstellung berühmter Leute als um den Alltag und die einfachen Menschen auf den Straßen Venedigs. Während Tiepolo eher mit karikierenden Typendarstellungen spielte, ging es Goya mehr um den schonungslosen Blick auf Politik und Gesellschaft. Individuen werden nur selektiv beleuchtet. 

Auf den letzten Seiten hat man Gelegenheit Kurzbiografien von Francisco José de Goya y Lucientes, Jean-Honoré Fragonard, Battista Tiepolo  sowie von Giovanni Domenico Tiepolo  zu lesen und  kann sich in eine umfangreiche Bibliografie vertiefen. 

Alles in allem ein sehr gute Buch, das Kunstfreunde begeistern wird. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Die Gärten der Künstler-Jackie Bennett- Gerstenberg


#Jackie_Bennett, die Autorin dieses bemerkenswerten, reich bebilderten Kunst- und zugleich Gartenbuches hat Gartenarchitektur und Landschaftsgeschichte studiert. Im britischen Fernsehen hat sie zahlreiche Sendungen zu den Themen Garten und Naturgeschichte produziert. Zudem hat sie einige mehrfach ausgezeichnete Gartenbücher verfasst und die halbe Welt bereist, um Gärten von Künstlern und Künstlerkolonien aufzusuchen. 

Wie sie eingangs schreibt, sind Freilicht- und Pleinairmalerei ein relativ junges Phänomen, das Verbesserungen in der Maltechnik zu verdanken gewesen sei. Vor dem 19. Jahrhundert hätten die Werkstätten mit all ihren Firnissen, Binde- und Lösungsmitteln, Pigmentpulvern, den Zusätzen wie zerstoßenem Glas und Bienenwachs einem Chemielabor geähnelt. Wasserfarben waren übrigens die ersten wirklich transportablen Malfarben gewesen. 

Die #Impressionisten waren es, die zwei Kunstformen meisterhaft vereinten: das Malen und das Gärtnern. #Claude_Monet und sein Garten in #Giverny sind weltberühmt, aber selbst Maler, die man nicht unbedingt sogleich mit Gärten in Verbindung bringen würde, haben sich offenbar anregen lassen. 

#Paul_Klee und #Wassily_Kandinsky, Meister des Expressionismus aber auch der abstrakten Kunst,  waren gleichfalls begeisterte Gärtner.

Das Buch, so Bennett,  sei eine Reise zu den Gärten, den Ateliers und Häusern großer Künstler, die von ihnen geschaffen wurden, in denen sie einst lebten und die noch immer existieren und für Besucher geöffnet sind. Dabei handelt der erste Teil von Malern, die allein oder im engsten Familienkreis dort lebten, der zweite Teil, ist denen gewidmet, die in Künstlerkolonien wohnten. Allen gemeinsam ist, dass sie das Schaffen im Garten mit ihrer Kunst verbunden haben. 

Im ersten Abschnitt mit dem Titel "Künstler zu Hause und bei der Arbeit", geht es um folgende Künstler: Leonardo da Vinci; Peter Paul Rubens; Paul Cézanne; Pierre-Auguste Renoir; Max Liebermann; Joaquin Sorolla; Henri Le Sidaner; Emil Nolde; Frida Kohla und Salvador Dalí. 

Über jeden der #Künstler, sein Wirken und seine Affinität zum Garten erfährt man in den einzelnen spannend zu lesenden Textporträts Wissenswertes. Fotos von den Wirkstätten aber auch von Kunstwerken vervollständigen die jeweilige Präsentation. 

Bei den #Künstlerkolonien werden thematisiert: Monet und Freunde; die Skagen-Maler, die Kirkcudbright-Künstler; William Moris und sein Kreis; die Neuengland-Impressionisten, die deutschen Expressionisten und die Charleston –Künstler. 

Monet und seine Freunde ging es um das Gefühl der Freiheit, das ihnen das Malen "en plair air", schenkte. Es ging um die Möglichkeit, die Reflexion des Lichts, eine Stimmung und eine eigene Wahrnehmung eines flüchtigen Augenblicks auf die Leinwand bannen zu können. So trafen die Maler sich, um in ihren Gärten nicht selten die gleichen Szenen zu malen. Man liest von den Gärten #Argenteuil, #Vétheuil und #Giverny.

In Giverny setzte Monet die Blumen in Farbblöcken, auch die Beetränder wurden von Blumen geformt und nicht wie üblich von gestutzten Sträuchern. Es waren die Farben, auf die Monet achtete. Dabei waren die "Malkastenbeete" eine Besonderheit. Es handelte sich um Blöcke einfarbiger Blumen von nur einer Sorte. 

Man erfährt Näheres zu seinen Wassergärten und hier den Seerosen, die er um 1897 zu malen begann. Er fertigte Serien, experimentierte mit immer kleineren Bildausschnitten, auch der Wirkung von Farben und der Auflösung der Formen bis zur Abstraktion. Monet soll bis zu seinem Lebensende den Gärten in Giverny, speziell den Wassergärten neue schöpferische Impulse geschenkt haben. 

Sehr beeindruckend auch ist #Murnau, wo sich die deutschen Expressionisten aufhielten. Dort wurden Gabriele Münter und #Kandinsky begeisterte Gärtner. Die beiden und die Malerin Marianne von Werefkin sowie Alexander Jawlensky entwickelten einen expressiven Stil mit explodierenden Farben und sich auflösenden Gegenständen Mit "Improvisation 27" ging Kandinsky abstrakt der Geschichte des Garten Edens nach.

Das Buch hat unendlich viel zu bieten und ist für alle, die Freude am Schönen haben, ein mehr als nur zufriedenstellende Investition. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Japanische Holzschnittwunder 200 Meisterwerke einer einzigartigen Kunstform- Andreas Marks- TASCHEN



Dieser Prachtband befasst sich mit dem japanischen Holzschnitt in 200 Meisterwerken. Die informativen Texte in dem reich bebilderten Buch sind in englischer, französischer und deutscher Sprache nachlesbar.

Der Autor des Werks ist Andreas Marks. Er studierte ostasiatische Kunstgeschichte an der Universität Bonn und wurde an der Universität in Leiden promoviert. Von 2008- 2013 war er Direktor und Chefkurator des Clark Center of Japanese Art in Hanford/Kalifornien. Seit 2013 ist er u.a. Direktor des Clark Center for Japanese Art am Minneapolis Institut of Art.

Zunächst erfährt man Wissenswertes über die Anfänge des Holzschnitts in der Neuzeit, der als neue, erschwingliche Kunstform die Welt des Kunstsammelns und- genießens erweiterte. Da die Kunstform des Holzschnitts gewerblich organisiert und in der Herstellung vergleichsweise günstig war, haben die Verlage die kaufende Öffentlichkeit mit immer neuen Drucken bedient. Mit ihren Kaufentscheidungen beeinflussten sie, welche Themen, Formate, Künstler und auch Verleger die größten Erfolge damit hatten.

Heute ist diese Kunstform, die nur in Japan gedieh, als "ukiyo-e" oder "Bilder der fließenden Welt" bekannt. Die Bezeichnung "ukiyo" kommt aus den Buddhismus. Dort wird durch sie ein vergängliches Leben bezeichnet, das der Mensch mit Sinn füllen soll. Das geschieht, indem er sich auf spirituelle Arbeiten konzentriert. Der Begriff wurde seitens der städtischen Kultur "Edos" zum Genuss der vergänglichen Freuden des Lebens umdefiniert.

Begründer der Kunstform ist der Maler Hishikawa Moronobu (gest. 1694). Im folgten andere Maler, die ebenfalls Holzschnittserien schufen. Im Laufe der Zeit bildeten sich verschiedene Sujets heraus, darunter erotische Szenen, Krieger und schöne Frauen.

Man erfährt Wissenswertes zur Entstehung des Farbdrucks, auch über das Zeitalter der späten 18. Jahrhunderts. In jener Zeit produzierten zahlreiche Künstler in relativ kurzer Zeit viele bemerkenswerte Holzschnittzeichnungen.

1790 erging ein Erlass, der den liberalen Markt der Holzschnittsujets zum Erliegen brachte.

Thematisiert wird auch der Höhepunkt der Holzschnittproduktion im mittleren 19. Jahrhundert. Es war #Hokusai, der damals zu großer Bekanntheit gelangte mit seinen Landschaftsdarstellungen. Niedergang und die Wiedergeburt des Holzschnitts bleiben nicht ausgespart, bevor man sich alsdann in den Katalog der Werke vertiefen kann.

Untergliedert sind die Werke des Katalogs in die Kapitel:

Die frühen Meister 1680- 1761
Die Anfänge des Vielfarbendrucks 1765- 1783
Das Goldene Zeitalter 1784-1798
Die Auseinandersetzung mit der Zensur 1800- 1829
Der Höhepunkt der Produktion 1830- 1852
Die letzte Phase des traditionellen Holzschnitts 1857-1904 
Shin Hanga 1916- 1938

In jedes Kapitel wird textlich sehr gut einführt. Unmöglich auf dien großartigen Meisterwerke der 89 Künstler nun näher einzugehen. Alle Holzschnitte werden in französischer, englischer und deutscher Sprache ausführlich erklärt. 

Sehr beeindruckend und wunderschön 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: JAVA GOLD- Pracht und Schönheit Indonesiens-NA


Der vorliegende Bildband ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 15. September 2019 – 13. April 2020 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim gezeigt wird. 

Das Buch stellt ein beeindruckendes Kaleidoskop der hinduistischen und buddhistischen Handwerkskunst des 7. – 15. Jahrhunderts vor. Zeitlos schöne Schmuck- und Kultgegenstände erzählen noch heute von atemberaubender Pracht und hoher Kunstfertigkeit. Gold war einst im Königreich Java ein Zeichen von Status, Reichtum und Macht. Speziell Herrscher waren von Kopf bis Fuß mit kostbarem Schmuck ausgestattet und dies, obschon es auf Java kaum Goldvorkommen gab, der seltene Rohstoff demnach importiert werden musste. 

Die in der Ausstellung gezeigten Goldobjekte beeindrucken durch ihre kunstvolle und detailreiche Bearbeitung, aber auch durch die Vielfalt an Formen und Verzierungen. Dabei sind die Motive von Indien beeinflusst, weisen aber auch Charakteristika von Java auf. Edelsteine sorgen nicht selten für farbenfrohe Glanzpunkte. 

Das Buch und die Ausstellung zeigen 400 der einzigartigen Schätze, die im Buch näher erläutert werden. Darüber hinaus kann man im Rahmen von Essays beispielsweise an naturkundlichen Betrachtungen der Insel Java anteil nehmen, lernt Klima und die Pflanzenwelt dort kennen, auch außergewöhnliche Tiere, wie etwa den Rhinozerosvogel, der in den Regenwäldern lebt, liest zudem von einst dort gelebt habenden Urmenschen, die ein geologisches Alter von bis zu 1,6 Millionen Jahren aufweisen. 

Thematisiert wird die Vor- und Frühgeschichte Javas und die religiösen Strömungen auf Java im 5.- 15. Jahrhundert. Zur Sprache gebracht wird der Buddhismus und Hinduismus wie auch das Aufkommen des Islam. Machtverschiebungen der javanischen Dynastien und die Herrschaftsstrukturen im klassischen Java vervollständigen immer mehr das Bild, das durch die Islamisierung und Kolonialsierung einen erheblichen Machtverlust erlitt. 

Alsdann wird über die Ornamente und Formen des klassischen javanischen Schmucks informiert. Zauberhafte Armreifen mit Edelsteinen dekoriert und auch Ringe beeindrucken ihrer Schönheit wegen. Die Techniken der Goldschmuckherstellung in der Folge wird sehr gut beschrieben. Die Goldschmiede waren damals hoch angesehene Spezialisten, deren Produktionszentren in den Dörfern lagen. Naturwissenschaftliche Untersuchungen an den Goldobjekten beenden den Essayteil des Werkes, der für das Begreifen der Objekte im Katalogteil zwingend notwendig ist.  Dieser besticht durch einer Fülle wunderschöner Ausstellungsobjekte, die alle, wie bereits erwähnt, gut beschrieben worden sind.

Es ist immer wieder erstaunlich, das auf der ganzen Welt schon seit alters her die Menschen schöne Dinge gestaltet haben und Schmuck liebten. Java bildet insofern keine Ausnahme. Spannend ist die Form und die Mystik.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Collecting Fine Art The Lumas Portfolio Vol. IV -teNeues



#Stefanie_Harig und #Marc_Ullrich sind die Gründer von #LUMAS und die Herausgeber dieses tollen Fotobandes. 

1996 haben die beiden auf einem Antiquitätenmarkt in New York, einen Mann kennengelernt, der mit alten Fotos handelte. Es waren Pressefotos aus den 1920er Jahren. Begeistert haben die Lumasgründer damals fünf Originalabzüge erstanden. Seither beschäftigen sie sich intensiv mit Fotografie. Sie sammeln, besuchen Festivals, internationale Messen und sind auf Blogs und im Internet unterwegs. 

Ihre Welt ist die der Fotokunst: schwarz-Weiß und farbig, analog und digital, lebendig und inspirierend. Vor 15 Jahren haben sie eine Galerie in Berlin-Mitte eröffnet. Mit Editionen von 75 bis 150 handsignierten Originalen sollte sich jeder Kunstliebhaber und junge Sammler künstlerische Fotografie zu akzeptablen Preisen leisten können. 

Zwischenzeitlich besitzen die beiden 29 Editionsgalerien an internationalen Standorten und sind damit eine der bedeutendsten Fotogalerien weltweit. Die Werke von über 250 Künstlerinnen und Künstlern sind in ihrem Portfolio enthalten.

Anlässlich des 15 jährigen Bestehens kann man sich in dem vorliegenden Fotoband einen Eindruck verschaffen, was #LUMAS zu bieten hat. 

Die rund 100 Fotos unterschiedlicher Fotografen, die eindrucksvoll gezeigt werden,  sind zum Ende des Buches jeweils in deutscher, englischer und französischer Sprache sehr gut beschrieben. Es lohnt  zunächst, sich in jedes Bild zu vertiefen und sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen. 

Die Motive sind sehr verschieden voneinander. Von daher ist es unmöglich, auf alle im Rahmen der Rezension näher einzugehen.

Besonders angetan bin ich von einem Bild des Fotografen #Ciuco_Gutiérrez. In seinen Bildern konterkarieren üppige, stark farbene Kronleuchter die Weite des Meeres und der Wüstenlandschaften. So auch auf dem gezeigten Foto.Die Widersprüchlichkeit seiner Motive erzeugt eindeutig spielerische Spannung. 

Beeindruckend auch ist das Bild "Lion" von #Tom_Nagy  aus der Serie "Lost Animals". Wilde Tiere- im Falle des vorliegenden Fotos ein Löwe- werden auf hohen Brüstungen, Aussichtsflächen und Gebäudestreben platziert. Die urbane Umgebung scheint den Tieren zu gefallen. So wirkt der Löwe tatsächlich angepasst und geradezu lässig. 

Als drittes Bild möchte ich ein Foto des in Jakarta lebenden indonesischen Fotografen #Tirta_Winata erwähnen. Seine Aufnahmen von entlegenen Naturorten glichen ins Bild gesetzten Meditationen, liest man. Das Schauspiel der Erde werde auf eine höhere Stufe der Sinnlichkeit gehoben. Auf dem Bild verwandelt sich übrigens fließendes Wasser in einen Lichtstrahl. Wunderschön. Sehr meditativ. 

Neben den Bildbeschreibungen hat man Gelegenheit noch zwei Essays zu lesen. Diese stammen von dem freie Schriftsteller, Fotohistoriker und Kurator Hans-Michael Koetzle und von Dr. Lisa Zeitz, der Chefredakteurin von #Weltkunst, die sich in ihrem Text zur Kunst des Sammelns äußert. 

Dies ist ein wirklich beeindruckender Fotoband, den ich gerne weiterempfehle.

Helga König

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Pierre Bonnard- Die Farbe der Erinnerung- Hirmer




Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die noch bis zu zum 12.01.2020 im Kunstforum Wien gezeigt wird. 

Die Ausstellung konzentriert sich auf Pierre Bonnards (1867–1947) reifes Werk, das nach seinem ersten Besuch an der Côte d’Azur 1909 und der tiefgreifenden Erfahrung des Mittelmeerlichts eingesetzt hat. 

Von da an habe sich Palette Bonnards verändert. Jetzt begannen die starken leuchtenden Farben des Südens sein Werk zu bestimmen – und charakterisierten es bis in sein Spätwerk.

Im Zentrum der Ausstellung und des Katalogs stehen dem zu Folge die Farbe als zentrales Ausdrucks- und Gestaltungsmittel des Künstlers. Nicht bloß Stimmungen, vielmehr ganze Kompositionen  habe Bonnard über Farbakkorde und -dissonanzen, über die Gegensätze und das Zusammenspiel warmer und kühler Töne entwickelt, schreibt die Kuratorin Evelyn Benesch und fährt fort, dass das raffinierte Mit- und Gegeneinander der Farbwerte für ihn jedoch nur eines der Mittel gewesen sei, um die Harmonie der Natur in Frage zu stellen. 

Genauso subtil sei er mit räumlichen Verunklärungen oder »Fehlern« in der Personenführung verfahren – und  habe stets auf Neue »eine Überwindung der Natur durch die Kunst«. gesucht. 

Auch wenn Bonnards Farbmalerei in den späten Bildern bis an die Grenzen der Abstraktion gehe, stelle er die Gegenständlichkeit anders als die Avantgarden zu Beginn des Jahrhunderts nie in Frage. Wohl deshalb sei er kurz nach seinem Tod noch als Vertreter einer oberflächlichen Harmonie und »harmloser« Chronist eines großbürgerlichen Alltags klassifiziert worden. 

Tatsächlich läge Bonnards Poesie des Alltäglichen eine subtile Auseinandersetzung mit seiner Umgebung zugrunde. Mit rätselhaften Visualisierungen erinnerter Wahrnehmung lasse Bonnard sich auf Grenzgänge zwischen Fläche und Raum, Farbe und Dinglichkeit ein, die ihn als Kontemplationen einer subtilen Malkultur zu einem unnachahmlichen Ausdruck seiner Individualität führten. 

Bonnards vielfältiges und immer wieder neu zu entdeckendes Werk wird mit zahlreichen Leihgaben aus internationalen Museen aber auch aus renommierten privaten Sammlungen präsentiert.

Nach einem Vorwort der  Direktorinnen, erwarten die Leser  verschiedene, die Ausstellung erhellende Essays, unter diesen  auch  ein ein sehr  guter Essay mit dem Titel "Bonnard im Spiegel"  der eingangs bereits erwähnten Kuratorin  Evelyn Benesch.

Die Bilderwelten im Tafelteil erfreuen alle, die das Mittelmeerlicht zu schätzen wissen und für dessen künstlerische Umsetzung Sinn entwickelt haben.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Gaudi- Das vollständige Werk- Rainer Zerbst- TASCHEN


Dieser wundervolle Bildband befasst sich mit dem Leben und Werk des spanischen Architekten Antoni Gaudi (1852-1926), der sich als junger Mensch der katalanisch-nationalen Bewegung anschloss und der Kirche gegenüber sehr kritisch war. 

Dr. Rainer Zerbst schreibt in der Einleitung, dass Gaudi als Student neben den theoretischen Studien in Seminaren und am Reißbrett in den Büros von Architekten in Barcelona Wissenswertes erlernte und seinen Professoren aufgrund seiner Eigenwilligkeit auffiel. Insofern wundert es auch nicht, dass er recht bald schon die Pfade der schulmäßigen Architektur verließ. Gaudi hat nichts von Stilreinheit gehalten, liest man, sondern er ließ sich von Bauten vergangener Zeiten inspirieren. 

Nach einem kurzen Intermezzo strenger, gotikähnlicher Bauten entwickelte er ungehemmt seinen persönlichen Stil und entfernte sich immer weiter von jeglicher Imitation. Seine Aufträge erhielt der junge Architekt zumeist durch private Kontakte.

Im vorliegenden Buch lernt man im Rahmen von 16 Kapiteln Arbeiten des Meisters kennen. Diese sind nach ihrem Entstehungsdatum geordnet. Zunächst  kann man sich in die die "Casa Vincens" vertiefen, die sich wie ein  Märchenschloss aus "Tausendundeiner Nacht" vor den Besuchern der "Calle de les Carolines 24" in Barcelona erhebt. Hier vereint Gaudi spanisch bürgerliche und alte jahrhundertelange arabische Tradition und macht etwas Eigenes daraus. Der Reiz der Ornamente an den Außenfassaden setzt sich im Inneren fort und lässt den Betrachter immerfort staunen. 

"El Capricho", erbaut zwischen 1883-1885, ist der Versuch, das Mittelalter, die Blütezeit Kataloniens mit der Anmut orientalischer Residenzen zu verbinden. Das Gebäude kann man in einem kleinen grünen Areal in Comillas bei Santander bewundern. Hier ist die architektonische Struktur noch freier und verspielter. Das Zentrum bildet eine Art Wintergarten, um den sich wie Zusätze weitere Räume gruppieren. 

Es folgen in der Präsentation die "Finca Güll" und der "Palacio Güll". Beide Objekte kann man in Barcelona bestaunen. Dabei erwartet den Besucher des Palastes die größte Überraschung auf dem Dach, wo sich ein farbenfroher Wald aus keramikverkleideten Kaminen, Luftaufsätzen und einem zentralen Turm erhebt. Für Gaudi sei das Dach stets das wichtigste Element gewesen. Hier entfaltete er zumeist die größte Fantasie, wie man sich im  Buch immer wieder überzeugen darf. 

Vorgestellt werden des Weiteren der "Bischofspalast" in Astorga, das "Colegio Teresiano" in Barcelona, die "Casa de Los Botines" in León, die "Bodegas Guell" in Sitges, die er für seinen Mäzen erstellte. Zu bewundern ist außerdem die "Casa Calvet", sie entstand zwischen 1898-1904 in Barcelona. Sie ist eines der konventionellsten Gebäude des Meisters und die einzige Arbeit, die von offizieller Seite Anerkennung fand. Noch zu sehen gibt es im Rahmen dieser großartigen Werkschau, Außen- und Innenansichten der "Krypta Colonia Guell", auch die "Torre Bellesguard" in Barcelona und schließlich auch der "Park Guell" im Nordwesten der Stadt, der eigentlich eine Gartenstadt werden sollte, aber heute ein Erholungszentrum der Bevölkerung Barcelonas ist. 

Dann lernt man durch Bilder und erläuternde Texte die "Casa Batlló"  und "La Pedrera"  in Barcelona kennen und fühlt sich teilweise ein wenig erschlagen von der Fantasiewelt Gaudis, die man nur häppchenweise wirklich genießen kann. 

Die berühmte "Sagrada Familia" in Barcelona mit ihren wunderschönen Kirchenfenstern wird ebenso ausführlich beleuchtet wie die "Schule der Sagrada Familia". Dabei ist die "Sagrada Familia"  das  meist besuchte Bauwerk Spaniens und zählt mit sechs weiteren seiner Bauten zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im Anhang  dann erhält man einen Überblick über das vollständige Werk Gaudis, dem sich  in eine Kurzbiografie des Künstlers, sowie die Bildnachweise und die Bibliografie anschließen. Ein Lageplan der Gebäude rundet das wunderbare Werk ab, das durch neue Fotos, historische Aufnahmen und durch von Gaudi selbst angefertigte Zeichnungen und Pläne außerordentlich besticht. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Rita de Muynck- Reframing- Klinkhardt&Biermann


Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung #Rita_de_Muynck- #Reframing, die  jetzt im Herbst 2019 im #Kallmann_Museum in Ismaning gezeigt wurde. 

Präsentiert wurden Werke der Künstlerin aus den Jahren 2014-2019. 

Herausgeberin des Katalogs ist Karin Sager, die  neben Rasmus Kleine für die eloquenten Texte im Buch zuständig ist und des Weiteren drei Gespräche mit  der flämischen Malerin Rita de Muynck geführt hat, die man in der Publikation nachlesen kann. 

Die Künstlerin nimmt in dieser Ausstellung die Besucher mit auf eine beeindruckende Reise und zeigt andere Formen des Kunsterlebens auf. Dabei stammt der Begriff "Reframing" für die Ausstellung aus der Psychologie. Er umschreibt die Fähigkeit, gedankliche Bezugssysteme, Rahmen und Kontext einer Situation oder eines Geschehens durch Perspektivwechsel umzudeuten. 

Auf die Kunst übertragen bedeutet dies, unsere Sicht zu erweitern und neue Vorstellungen als auch Deutungsmöglichkeiten zu entwickeln und zuzulassen. Bilder, die uns bewegen, schreibt Rita de Muynck, sind oder waren für uns von besonderer Bedeutung. Das gelte bei der Betrachtung von Kunst sowohl für angenehme wie auch zunächst für beunruhigende oder negative Empfindungen und genau da beginne der Prozess des "Umrahmens", des  "reframings". 

Bei längerer Betrachtung setzt eine tiefere Wahrnehmung des Kunstwerks ein, so aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung und dies erlaube neue oder veränderte Zuordnungsmöglichkeiten, auch das Aushalten von Widersprüchen. Das im Reframing gefundene eigene Bild, erschaffe neue Realitäten. 

In der Ausstellung und im Katalog zeigt die Künstlerin Bilder, die unter verschiedenen Bedingungen entstanden sind. Dabei hörten die Besucher der Ausstellung zu den Werken, die bei Musik entstanden sind, die Stücke, die der Bildgestaltung zu Grunde liegen. Auf diese Weise konnten Wahrnehmungen des Werkes angeregt werden, die mit dem Ursprungsbild korrespondieren. Wie man erfährt, haben Teilnehmer solcher Versuche berichtet, dass sie bislang ihnen unbekannte ästhetische Erfahrungen gemacht haben, sie sprachen von intensiven emotionalen Reaktionen und sogar von synästhetischem Erleben.

In der Ausstellung im Kallmann-Museum gehörten Text, Musik und Exponate unmittelbar zusammen. Im Katalog allerdings kann man sich auch unabhängig von all diesem in die präsentierten Werke der flämischen Malerin vertiefen. So etwa in ihr Werk "Baum bei Kochel".

Rita de Muyncks  zentrales Anliegen besteht darin. Erinnerungen freizulegen, denen im Fall des Bildes "Baum bei Kochel" ein reales Erleben vorausgeht.

Es ist empfehlenswert, sich in die mit Karin Sager geführten Gespräche zu vertiefen, um das Anliegen und die Bilderwelt der Künstlerin besser zu verstehen. 

Ihr Bemühen, mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen leichtere Zugänge und Vorgehensweisen im Bereich der Kunstwahrnehmung und Kreativität zu entwickeln, finde ich höchst spannend und empfehle das vorliegende Buch allen, die an einem neuen Kunstverständnis interessiert sind und  sich mit den Werken der Künstlerin auseinandersetzen wollen 

 Helga König

Rezension: Inspiration Matisse- Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Inspiration Matisse", die vom 27. September 2019 bis 19. Januar 2020 in der Kunsthalle Mannheim gezeigt wird. 

Die Kuratoren Peter Kropmanns und Ulrike Lorenz haben das Vorwort verfasst, dem eine Vielzahl von Essays unterschiedlicher Autoren folgt, die für die Bilderschau die aufklärende Basis liefern, 
Henri Matisse  mit einer großen Ausstellung zu würdigen. Dabei wird einerseits seine Entwicklung vom Frühwerk bis zur progressiven Position des vierten Rückenakts 1930 vor Augen geführt, zudem wird der historische Kontext verfolgt, indem die Kunst von Matisse in Deutschland prägend wurde.

Die monografisch beginnende und  so auch endende Ausstellung ist ausgezeichnet durch drei konzentrische Erweiterungen. Die erste ist den französischen Künstlerfreunden gewidmet. Sie haben während der Zeit des Fauvismus von Matisse Impulse empfangen, wohl auch an ihn weitergegeben. Die zweite beleuchtet die deutsche Avantgarde der Brücke und der "Neuen Künstlervereinigung" in München. Diese war die Keimzelle des "Blauen Reiters". Der dritte Exkurs präsentiert bedeutende deutsche Künstler, die in den Jahren 1908-1910 als Schülerinnen und Schüler der "Académie Matisse"  in Paris in enger Tuchfühlung zur Theorie und Praxis des Franzosen standen. 

Die Essays beginnen mit einer Betrachtung der frühen Jahre des Künstlers und werden fortgesetzt mit der Erfahrung des Fauvismus und der Erprobung der Mittel. Bilder und auch Skulpturen werden gezeigt, nicht nur von Matisse. Auffallend ist die Farbähnlichkeit bei Matisse und Maurice de Vlaminck auf zwei gezeigten Gemälden mit unterschiedlichen Motiven und diese Farbverwandtschaft setzt sich auf Bildern anderer Maler, so auch bei André Derain fort. Hintergründe dazu kann man in einem Essay nachlesen. 

Holzschnitte werden präsentiert, bevor man in Essays noch mehr über den Künstler und sein Werk in Erfahrung bringen kann, nicht zuletzt über die deutschen Expressionisten und Matisse. 

Unmöglich im Rahmen der Rezension auf die umfangreichen Essays inhaltlich näher einzugehen, lohnenswert sind die Texte allemal. Unglaublich beeindruckend auch sind die Aktaufnahmen, so etwa von August Macke oder George Braque, auch von Max Pechstein und natürlich von  Henri Matisse. 

Die Betrachtung von allem, die Stillleben…. beeindruckend. Doch überwältigend sind die Gemälde von Hans Purrmann, die er im Süden Frankreichs gemalt hat. Diese Farben! Eine Hommage an das Licht dort.  

Das Buch hat viel zu bieten, klärt auch über den Bildhauer Matisse und über anderes mehr auf.

Die Vita des Künstlers ist zum Schluss chronologisch aufgelistet. Hier auch kann man weitere Künstlerviten in Kurzform lesen und zwar von Künstlern, die in der Ausstellung gezeigt werden. Unter diesen Hans Purrmann, der Mitbegründer der Académie Matisse war.

Mit Herausgeber- und Autorenviten endet das wunderbare Werk dann schließlich, das ich sehr gerne weiterempfehle. 

Helga König

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