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Rezension:Kunst der Vorzeit- Felsenbilder aus der Sammlung Frobenius- Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Aus-stellung "Kunst der Vorzeit- Felsenbilder aus der Sammlung Frobenius", die vom 21.01.2016 bis 16.05.2016 in Berlin im Martin Gropius Bau gezeigt wird. 

Bei den gezeigten Werken handelt es sich um eine Sammlung beeindruckender Felsbilder des deutschen Ethnologen Leo Frobenius, die nun nach 40 Jahren erneut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Diese Sammlung gilt weltweit als eine der bedeutsamsten und umfassendsten Felsbildsammlungen, die seitens des ältesten ethnologischen Forschungsinstituts Deutschlands, dem Frobenius- Institut betreut wird. 

5000 gemalte Kopien von Felsenbildern aus Europa, Afrika, Australien und Neuguinea lagern heute in der Kellern des Institutes an der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Einige der Originale sind über 20 000 Jahre alt. Als Frobenius einst junge Künstler und Künstlerinnen mit auf die Expeditionen mitnahm, schufen sie gewissermaßen eigenständige Kunstwerke, denn die gemalten Kopien kommen den Originalen nur nahe, sind   aber nicht identisch mit ihnen. 

In Berlin werden erstmals etwa 130 Werke aus der Sammlung im Martin Gropius Bau gezeigt. Dabei möchte die Ausstellung auch einen Beitrag zur Erforschung der Rezeptionsgeschichte leisten. 

Auf einer Doppelseite werden eingangs die Routen der Forschungsreisen (1904- 1939) von Leo Frobenius und seinen Mitarbeitern vorgestellt. Bei der Konzeption der Ausstellung hat man auf die inhaltliche Ausdeutung der einzelnen Felsenbilder verzichtet. 

Ausführlich wird man im Rahmen von Texten unterschiedlicher Autoren mit der Entstehungsgeschichte vertraut gemacht. Dazu hat man Gelegenheit alte Fotos zu bestaunen, die die Künstler bei ihrer Arbeit zeigen, sei es in Algerien, Simbabwe oder anderenorts. Über die Künstler erfährt man auch Wissenswertes. 

So liest man die Lebensgeschichte einer Künstlerin aus Ostpreußen, deren Eltern im 1. Weltkrieg ihren Gutsbesitz verloren hatten. Über Berlin kam sie nach Frankfurt und begleitete schließlich vier Expeditionen des Instituts nach Frankreich, Spanien und Italien. Auf diesen Reisen fertigte sie 150 Felsbildkopien, vier ethnografische Arbeiten und Fotografien an. 

All die Bilder der Künstler zu bestaunen und sich bewusst zu machen wie alt die Originale sind, sich auch zu verdeutlichen, wie sehr der Mensch in allen Zeiten künstlerisch veranlagt war, ist bei dem Studium dieses Werkes unumgänglich und lässt uns demütig innehalten. "Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?"

Man erfährt  nicht zuletzt auch Wissenswertes über die Ausstellungsgeschichte und kann sich in eine Fülle von Bilder vertiefen, die in nachstehende die Rubriken untergliedert sind: 

Südliches Afrika 1928- 1930 
Nordafrika und Sahara 1914, 1926, 1932-1935 
Europa: Spanien und Südafrika 1934, 1936 
Europa: Italien und Skandinavien 1934-1937 
Australien und Westpapua 1937-1939 

Das Buch schenkt Einblicke in die Künstlerseele der Menschheit. Weshalb Felsenbilder gemalt wurden, weiß man bis heute nicht, schreibt Benedikt Burkhard zum Schluss, allerdings gäbe es eine Vielzahl von Gründen, mit denen sich die verschiedene Wissenschaften befassen und so liest man auch von den Theorien, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vorgetragen werden. 

Über all dies nachzudenken und immer wieder die Werke zu betrachten, bereitet viel Freude und schenkt uns bemerkenswerte Träume aus einer längst vergessenen Anderwelt. 

Sehr empfehlenswert

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung: Prestel oder Amazon

Rezension: #Miguel_Rothschild- #Hatje_Cantz

Der vorliegende Bildband zeigt Werke des argentinischen Künstlers Miguel Rothschild.

Beatrice von Bismarck schreibt in ihrem Essay "Fallen und gefallen oder zwischen Himmel und Erde" zu Ende des Werks dazu, dass es der Himmel und die Erde sei, die Rothschild mit seinen Arbeiten durchmesse. 

Genau dort siedelt er seine Bildsprache an und zwar zwischen Sakralem und Profanem sowie zwischen Göttlichen und Irdischem. Diese Bildsprache verleiht Sprachbildern eine visuelle Form und ist zudem in der Lage, Bildlichkeit in Wortspiele zu übersetzen. 

Damit dokumentiert dieser Künstler seine Auseinandersetzung mit der Macht der Bilder. Dabei geht es in erster Linie wohl um die Verstrickungen, mit denen uns Bilder gefangen nehmen. Rotschild verbindet die Oberflächen seiner Bildobjekte mit davor und dahinterliegenden Bereichen durch Nägel, Fäden, Haare, Strohhalme etc. 

Seine räumlichen Gebilde sind Metaphern, die Vordergründiges unzertrennlich mit Abgründigem, Hintersinnigen und Entrücktem verkoppeln. Die Bildflächen Rothschilds sind nicht nur von Realem, sondern auch von Sehnsüchten, Utopien, Magie und Glauben durchdrungen und machen so beispielsweise Sakralräume erfahrbar. 

Die dargestellten Figuren und Geschehnisse berichten von göttlichen Berührungen. Die Fenster hingegen, in denen sie erscheinen, sind die Medien, durch welche sich die Berührung ereignen kann.

Rothschilds Werke im Buch werden von aufschlussreichen Texten begleitet, die das, was man bestaunen kann, intellektuell begreifbar macht. Er, der wie man liest, ein wandelnder Widerspruch sei, mache sich ein Spiel daraus, das Paradies zu suchen und Worthülsen aufzuspüren.

Wer an diesem Spiel teilhaben möchte, sollte sich in das Buch vertiefen.

84 Seiten,
101 Abb. 
24,50 x 29,50 cm 

Leinen 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.
Onlinebestellung:  Hatje Cantz und Amazon

Rezension: Rhythmen in Force and Fire – #Xander_Spronken teNeues

Xander Spronken wurde 1956 in Maastricht geboren. Der Künstler fühlte sich bereits sehr früh von dem Material Eisen angezogen, studierte zunächst Bildhauerei an der Staatsakademie Maastricht und vervollständigte sein Wissen an der Fachhochschule für Design in Aachen.

Berühmt wurde der Bildhauer seiner grob behauenen Formen wegen. Dabei begründet sich der Kern seines Genies in robusten Arbeiten, die die Grenze zwischen Abstraktion und Figuration überbrücken und in diesem Zusammenhang eine frische Bildsprache mit ganz eigenem Rhythmus entwickeln.

Obschon Spronken primär für seine Eisenskulpturen bekannt ist, hat der niederländische Künstler auch Glasobjekte geschaffen sowie eiserne Wandtafeln bemalt.

Der Fotograf #Peter_Kessels legt mit diesem grandiosen Bildband  einen umfassenden Querschnitt aus Spronkens Gesamtwerk vor – einschließlich der ikonischen Serien von Bäumen und Stühlen.

In der Bilderpräsentation sieht man den Meister auch bei der Arbeit und hier zudem das glühende Metall, das er in Kunstobjekte verwandelt. Das fasziniert den Betrachter sofort und macht neugierig auf das, was folgt.

Man erhält einen ersten Eindruck von diesen Eisenobjekten, die Bewegung aber auch Stille zum Ausdruck bringen und offenbar viel Raum benötigen, damit man ihre Weltläufigkeit vollständig erfassen kann.

Auch andere Objekte, vor allem seine Stühle zeugen von Ewigkeitsvisionen, die zu begreifen vom Betrachter viel Fantasie und globales Denken abverlangen.

Ein beeindruckendes Buch, das in eine Welt führt, die  man natürlich gerne auch berühren möchte, um von ihr umfassend sinnlich berührt zu werden.  Die Kunstpräsentationen in dieser Publikation machen diesbezüglich sehr neugierig.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich.
Onlinebestellung: teNeues  oder Amazon

Rezension: #Per_Kirkeby- Polarwind und leiser Wellenschlag- Siegfried Gohr- #Hatje_Cantz

Siegfried Gohr präsentiert mit "Per Kirkeby- Polarwind und leiser Wellenschlag" Werke des Künstlers Dr. Per Kirkeby. Der aus Dänemark stammende vielseitig begabte Kreative ist ausgebildeter Naturwissenschaftler. In seiner Dissertation befasste er sich mit arktischer Geologie der Quartärperiode und gilt als einer der Pioniere an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Seine frühen Reisen und Expeditionen führten ihn in den hohen Norden aber auch nach Mittelamerika. Dort galt sein spezielles Interesse der Kunst und Architektur der Maya. Es folgten weitere Reisen, sogar in die Südsee. 

Das sich daraus entwickelt habende Schaffen Kirkebys umfasst Malerei, Bronzeskulpturen, Backsteinskulpturen im öffentlichen Raum, fernerhin ein reiches Werk von Arbeiten auf Papier, so etwa Essays und Gedichte, aber auch Filme, Bühnenbilder und Architektur. Zentrales Thema dabei ist die Natur und ihre Verwandlung. 

Kirkeby wurde 1982 zum Mitglied der dänischen Literaturakademie ernannt. Dies bestätigte seinen Rang als Dichter und Essayist. Professuren hatte er zudem an verschiedenen Akademien und die Royal Academy of Arts, London, krönte sein Schaffen mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft als Honorary Academician. 

Die Werke, die diesem Buch zugrunde liegen,  stammen aus einer Schweizer Privatsammlung und konzentrieren sich auf den Zeitraum ab 1980 bis in die Gegenwart. Dabei vereint die Sammlung meisterhafte, großformatige Gemälde, kraftvoll-expressive Bronzeskulpturen, eine Gruppe von eigenständigen, kleinmaßstäbigen Bronzemodellen für monumentale Backsteinskulpturen ferner Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Monographien. 

Raffinierte Kompositionen und ungewöhnliche Farbklänge in seiner Malerei erweisen sich als unverwechselbar. Der Betrachter der Werke nimmt die Intensität der Wahrnehmung und die Virtuosität des Malers wahr und ist von den Farben angetan. 

Die Publikation ist untergliedert in die Rubriken: 
Malerei 
Skulpturen 
Arbeiten auf Papier 
Gedichte und Essays 

Das Werk wurde für das vorliegende Buch von zahlreichen Autoren beleuchtet und zwar durch aufschlussreiche Essays, die die Wahrnehmung der Persönlichkeit und des Schaffens des Künstlers erweitern. Hinzu kommen eine Reihe von Briefen, teilweise handgeschrieben von Autoren wie Charlotte E. Remé und Wolfgang Rihm. 

Es führt zu weit, dass umfangreiche Textmaterial hier verkürzt wiederzugeben, zumal es im direkten Bezug zu den visualisierten Werken verstanden werden will. Sehr spannend zu lesen sind ist der Text zum Thema "Malerei und Geologie im Dialog" und faszinierend sind seine Ölbilder, besonders sein Gemälde "Leiser Wellenschlag, grün". Seine Backsteinstulpturen erreichen teilweise monumentale Ausmaße, aber seine Bauten haben bei allem dennoch auf einen Menschen abgestimmtes Maß. Sie verändern die Wahrnehmung beim Durchschreiten, sind Licht- und Schattenmaschinen, verfügen über geschützte Nischen, Sitzbänke zum Ausruhen, zum Versteck- und Ballspielen. 

Kirkeby soll ein zutiefst humanistisch geprägter und universell gebildeter Künstler sein, dessen Grundprinzipien des Handelns und seiner Kunst in seinen Bauten und Malereien aber auch in seinen Bronzemodellen zum Ausdruck kommt. 

Beeindruckt haben mich  auch seine Gedichte. Daraus zur Veranschaulichung die Zeilen:

Die Vorstellung von Licht 
ist die Öffnung der Höhle 
Bögen der großen Kirchen 
eine endlose Reihe 
Das zugefrorene Wasser 
voll von Möwen 
Eine Höhle in den Kalkfelsen 
mit der dunklen Öffnung. 

Ein großartiges Buch über das Schaffen eines beeindruckenden Künstlers.

Sehr empfehlenswert Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hatje- und  Cantz- Verlag und können dort das Buch bestellen. Sie können es aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Die #Pinakotheken in Bayern- #Hirmer

Der hier vorliegende reich bebilderte Museumsführer aus dem Hirmer-Verlag stellt Schätze und Orte der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor. Diese Pinakotheken befinden sich in Ansbach, Aschaffenburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Burghausen, Füssen, München, Neuburg an der Donau, Oberschleißheim, Ottobeuren, Tegernsee und Würzburg. 

Wie Bernhard Maaz, er ist der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Herausgeber dieses Buches, schreibt, genießen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen den Ruf, den weltweit größten geschlossenen Bilderschatz zu hüten. Etwa 25 000 Kunstwerke befinden sich in den rund 20 Standorten. 

Dabei liegen die Ursprünge der Sammlungsgeschichte in den Jahren ab 1528 als Herzog Wilhelm IV. einen zu wesentlichen Teilen in München erhaltenen Zyklus von Historienbildern in Auftrag gab. Diese Gemälde wurden von Künstlern um Albrecht Altdorfer ausgeführt. 

Bei diesem Museumsführer haben zahlreiche Referenten der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mitgewirkt. Der Reigen beginnt mit der Alten Pinakothek in München und einem Selbstportrait Albrecht Dürers. 700 Gemälde kann man dort besichtigen. Gezeigt werden im Buch wenige, sehr berühmte Werke der Alten Pinakothek, u.a. François Bouchers "Bildnis der Madame Pompadour", das eine Leihgabe der Sammlung HypoVereinsbank ist.  Die kunstbeseelte Französin wurde übrigens heute am 29.12.2015 vor 294  Jahren geboren.

Die Texte zu den einzelnen Gemäldesammlungen, so auch zu jener der Alten Pinakothek sind sehr informativ und verleihen einen guten Überblick in Bezug auf das Sammlungsgeschehen. Das gilt auch für die beigesteuerten Bilder und hier speziell für jene, die dem Fotoessay von #Martin_Fengel angehören. Die Aufnahmen präsentieren eine bemerkenswerte Auswahl von Werken aller genannten Museen und Filialgalerien.

Sehr neugierig hat mich die Beschreibung der Staatsgalerie im #Schloss_Johannisburg in Aschaffenburg gemacht. Dort nämlich befinden sich u.a. Werke von Malern wie #Grünewald, Hans #Baldung_Grien und vor allem von #Lucas_Cranach dem Älteren.

Interessant auch ist die Staatsgalerie in der Katharinenkirche in Augsburg. Hier sind Gemälde von Hans Holbein dem Älteren, Hans Burgkmair und Lucas Cranach zu besichtigen aber auch Dürers großartiges Bildnis von #Jakob_Fugger, dem berühmtesten Sohn der Stadt.

Unmöglich alle Schätze und Orte, die im Buch versammelt sind, hier aufzuzählen. Erwähnen aber möchte ich die Staatsgalerie in der #Benediktinerabtei_Ottobeuren. Im Klostergebäude des ehemaligen Reichsstifts erhält man einen Eindruck vom Reichtum des Bestandes der früheren Stiftsgalerie. 

Ein handliches und dabei informatives Nachschlagewerk, das dazu motiviert, Kunstreisen nach Bayern für 2016 zu planen. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König
Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hirmer-Verlag und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern. http://www.hirmerverlag.de/de/titel-2-0/die_pinakotheken_in_bayern-1319/

Rezension: #Helleborus_1485_1905- #Christine_Becker- #ViriditArt

1. Preis für das Beste Gartenporträt/Pflanzenporträt und den STIHL-Sonderpreis auf Schloß Dennenlohe beim Deutschen Gartenbuchpreis am 4. März 2016. 

Herausgeberin dieses Prachtbandes mit dem Titel "Helleborus 1485- 1905" im eleganten weinroten Schuber ist die diplomierte Fotografin und Autorin #Christine_Becker. Sie hat im Jahre 2012 für die Monographie "Helleborus" den Deutschen Gartenbuchpreis erhalten. 

Auch ihr neues Buch befasst sich mit dieser Pflanze, bei der es sich  um die #Christrose handelt. Wie der Untertitel des neuen Werkes bereits andeutet, geht es diesmal um #botanische_Darstellungen und wissenschaftliche Illustrationen dieser Pflanze sowie um die Biographien der Zeichner, Holzschneider, Kupferstecher, Botaniker, Gärtner, Ärzte, Apotheker, Herausgeber und Liebhaber. 

Dass diese Publikation einen bibliophilen Anspruch hat und diesem vielschichtig gerecht wird, verdeutlichen bereits der hochwertige Leineneinband mit der dort dezent angebrachten Metall- Signatur wie auch die im Buch durchgängig auftauchenden, wunderschönen Insekten- und Schmetterlingsdarstellungen, die subtil darauf hinweisen, dass man inhaltlich  etwas ganz  Besonders erwarten darf.

Beim ersten Durchblättern vertieft man sich als "Augenmensch" natürlich zunächst in die botanischen Darstellungen und wissenschaftlichen Illustrationen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, die ich in dieser Perfektion sehr selten bewundern durfte. 

Die Techniken mittels derer die Originale hergestellt worden sind, werden am Ende des Buches genau erläutert. Zur Sprache gebracht werden: #Holztafeldruck, #Holzschnitt, #Kupferstich, #Radierung, #Punktmanier, #Lithografie, #Mezzotinto, #Naturselbstdruck und #Kunstguss. 

Das Vorwort des Kunstwissenschaftlers #Ulrich_Kavka stimmt dieser mit ein paar Zeilen von #Rainer_ Maria_Rilke gekonnt ein. In der dann folgenden aufschlussreichen Einführung in das Werk beschreibt Christine Becker ihr Anliegen und informiert zunächst über die Entstehung der botanischen Zeichnung als auch die Motivation hierfür. Zusammenfassend hält sie fest, dass die Triebfeder zu allen Zeiten die Neugierde des Menschen und sein Kommunikationsbedürfnis  gewesen sei. 

Die botanische Zeichnung habe vor allem ihre unstrittige Berechtigung sowohl in der Pflanzenwelt und in der Kunst, weil sie zur Verständigung verhalf, wo Schrift missverständlich, trist und in vormaligen Zeiten nicht jedermann zugänglich gewesen sei. Bildsprache sei klar und ohne Verwechslungen geblieben, so die Autorin. 

Aufgrund des Buchdruckverfahrens von Johannes Gutenberg im ausgehenden 15. Jahrhundert und der Entwicklung des Mikroskops im 16. Jahrhundert wurden nun auch feine Zeichnungen publiziert und es wurden Arbeiten möglich, wie man sie von Carl von Linné , bzw. von den Handwerkern und Künstlern kennt, die ihn durch ihre Abbildungen in seinem Werk unterstützten. 

Pflanzenbilder wurden auch zur Illustration und Inspiration verwendet, so etwa auf Tapeten, Textilien und auf Bildern, bei denen es nicht selten um farblich passende Arrangements in Wohnräumen ging und weniger um botanische Sinndeutungen. 

Es war der Kupferstich, der den Holzstich ablöste, dem folgte dann die Radierung, die Lithografie und die Fotografie. Mittlerweile werden Pflanzen digital fotografiert. Diese sei die bislang einfachste und jedermann zugänglichste Art ein Bild zu erzeugen, stehe aber im krassen Gegensatz zu den feinen historischen Abbildungen, bemerkt Christine Becker. 

Die diplomierte Fotografin hebt hervor, dass die botanischen Darstellungen von einst wahrlich kostbare Hand-Arbeiten seien. Eingeordnet und jedoch mitunter auch vernachlässigt, seien sie zwischen Kunst, Kunsthandwerk, Handwerk und wissenschaftlicher Abbildung. Weil bei vielen Darstellungen nicht selten unbekannte Künstler und Handwerker mit einbezogen waren, ist es für Christine Becker eine besondere Herausforderung gewesen, vollständige Biografien einer jeden beteiligten Person zu erarbeiten. Absicht der Autorin ist es, mittels den einzelnen biografischen Texten über Verleger, Handwerker oder Botaniker die Darstellungen zu ergänzen oder zu vervollständigen. Dies ist Christine Becker perfekt gelungen. 

Die Buchauflagen waren einst sehr klein. Von 500 Büchern einer Auflage wurden etwa 100 koloriert. Es handelt sich demnach um Kleinodien von hohem Wert. Im vorliegenden Werk zeigt Christine Becker die fokussierte Pflanze in ausgewählten Miniaturen, Folioformaten bis hin zu Imperialformaten in Faksimile-ähnlichen Reproduktionen. Dabei wurde das Papier speziell ausgewählt und die farbliche Abstimmung den Originalen realistisch angepasst. 

Die Pflanze Heleborus soll es im Vergleich zu den Exoten wie z. B. Tulpen in vorangegangenen Zeiten eher selten als botanische Zeichnung gegeben haben. Die Gründe hierfür erhellt die Autorin in ihrem Werk und so freut man sich umso mehr, dass Christine Becker die Christrose abermals ihrem Schattendasein entrissen hat. 

Gedacht ist das Werk als "kleiner Ort der Besinnung auf die großartigen Leistungen vergangener Generationen". Dabei ist der Autorin gelungen, Licht in die Zusammenhänge und das Dunkel der Geschichte um die Künstler und Handwerker der letzten mehr als vier Jahrhunderte zu bringen, ganz so wie sie dies beabsichtigt hat. 

Unmöglich  all die Kurzbiografien hier zu skizzieren oder gar die Abbildungen zu beschreiben, zu welchen man stets Wissenswertes erfährt. Man merkt sehr rasch wie ahnungslos man im Hinblick auf all die Künstler, Kunsthandwerker und Handwerker in vergangenen Zeiten doch ist und wie viel Respekt und Achtung man ihnen posthum entgegenbringen sollte für das, was sie uns hinterlassen haben. 

Irgendwann stieß ich beim Lesen  auf Friedrich_Johann_Justin_Bertuch. Diesen Namen kannte ich im Zusammenhang mit #Goethe- Studien bereits. Geboren am 30. 9. 1747 in Weimar, studierte Bertuch einst Theologie und Jura in Jena, sammelte Pflanzen, schrieb Gedichte und interessierte sich für Naturgeschichte. In seiner Manufaktur für Kunstblumen arbeitete die spätere Ehefrau Goethes, #Christiane_Vulpius. Dass Bertuch ein "Bilderbuch für Kinder" gestaltet hat, wusste ich bislang nicht. Das Werk umfasst 1185 kolorierte Kupfertafeln in zwölf Bänden von Karl Philipp Funke und u.a. enthält es auch einen Kupferstich, der die Pflanze Helleborus zeigt. 

Fasziniert bin ich von den Werken des Kupferstechers #Peter_Haas, der Pflanzenmalerin #Jane_Loudon, von den #Lithographien von Carl_Friedrich_Schmidt und so vielen anderen Helleborus-Enthusiasten, die begreifbar machen, weshalb dieser Pflanze im Buch Schmetterlinge zugeordnet werden. Helleborus fühlt sich wohl in deren Umgebung, weil diese Pflanze weiß, dass alles mit allem zusammenhängt und weil sie sich eine Verbindung zur sommerlicher Leichtigkeit der Schmetterlinge über die Jahrhunderte hinweg ersehnt hat. Endlich ist der Wunsch Wirklichkeit geworden und zwar in diesem Werk, das  gewiss die Zeiten überdauern wird.

Die umfangreichen Quellenangaben, das Personen- und Literaturverzeichnis zum Schluss weisen die Publikation als wissenschaftliche Arbeit aus. Grandios. 

Ein Hochgenuss und eine absolute Bereicherung für jede Bibliothek, in der Besonderheiten aufbewahrt werden sollen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Link zu Interview mit Christine Becker

Im Fachhandel erhältlich unter der  ISBN Nr. 978-3-00-049810-7
Onlinebestellung hier:  Helleborus 1485-1905

Rezension: Welten der #Romantik- #Hatje_Cantz

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung  "Welten der Romantik", die vom 13.11. 20 15 bis zum 21. Februar 2016 in der Albertina in Wien gezeigt wird. Herausgegeben wurde der Katalog von Cornelia Reiter und Klaus Albrecht Schröder. Von ihnen auch stammt das Vorwort. 

Der Katalog ist thematisch untergliedert. Zudem gibt es einige Essays von unterschiedlichen Autoren, die sich mit verschiedenen Facetten der Romantik befassen. Es war der Dichter "#Novalis", der zu Ende des 18. Jahrhunderts dazu aufforderte, dass die Welt romantisiert werden müsse. Gemeint hat er damit, sie als Kontinuum wahrzunehmen, in dem alles mit allem zusammenhängt. 

Die Romantisierung der Welt erfolgte durch das Gefühl, das den Zeitgenossen von Novalis als Schlüssel der Erkenntnis erschien. Dabei fragten die Romantiker im Gegensatz zu #Kant nach Dingen, die sich einer rationalen Betrachtung entzogen. Ihr Ziel war es, auch Dinge hinter der sichtbaren Welt zu verstehen. Möglich sein sollte dies mithilfe höherer Erkenntnisebenen. So trat an die Stelle der #Vernunft die #Metaphysik.  Als Erkenntnisinstrument im Hinblick auf diese Fragen diente die Vernunft. 

Die Ausstellung widmet sich der pointierten Gegenüberstellung von "protestantischer" und "katholischer" Romantik. Diese hatte ihren Ursprung in Wien im Schlegelkreis. Mithilfe einzelner Themen und Motive werden ihre spezifischen Erzählformen und ihre unterschiedlichen Bildsprachen miteinander in Dialog gesetzt. Des Weiteren befasst sich das Buch mit Wiens Romantik und in diesem Zusammenhang mit den "#Nazarenern", zudem mit Arabesken und Pflanzenstudien, der Verklärung der Vergangenheit, dem romantischen Freundschaftsbild, doch auch der dunklen Seite der Romantik, deren Ziel die Suche nach dem Transzendenten und Dämonischen war. 

In den Essays geht es um: 
Die Ausdifferenzierung romantischer Bildkunst 
Den Bruderzwist und die andere Seite der Romantik 
Das Frauenbild der Romantik 
Die Kunst der Romantik und die Erfindung des Habsburg-Mythos 

Im Katalog helfen Textbeiträge die Werke besser einzuordnen. Werke von Goya aus der Serie "Die Schrecken des Krieges", wie auch Werke von Julius Schnorr versetzen in Staunen, bevor man sich mit dem Kunstideal der Nazarener vertraut macht. Den wunderbare Kupferstichen, die Bildnisse als Ausdruck künstlerischer Identität zeigen, folgen Kupferstiche von Pflanzen, Landschaften und hier auch Werke von Caspar David Friedrich und  anderen namhaften Künstlern.

Das  beeindruckende Buch vermittelt einen breitgefächerten und zugleich feinsinnigen  Eindruck über die Welten der Romantik und ist insofern empfehlenswert. 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu HatjeCantz und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke ordernhttp://www.hatjecantz.de/welten-der-romantik-6568-0.html

Rezension: Aus Passion zur #Kunst- #Malerei in #Darmstadt von der #Romantik zur Moderne- Werke aus der Sammlung Sander- #Hirmer

Dieser bemerkenswerte Kunstband aus dem Verlag- #Hirmer wurde seitens Hans-Joachim und Isa Sander herausgegeben.

#Hans_Sander hat das Vorwort verfasst und lässt die Leser wissen, dass er sich Mitte der 1970er Jahre bereits entschlossen hatte,  die Darmstädter Galerie mit dem Thema "Darmstädter Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts" am 6. Dezember 1980 zu eröffnen. Schon zu dieser Zeit zeigte er Gemälde des Landschaftsmalers #Eugen_Bracht in einem speziell dafür eingerichteten Raum.

Später dann wandte er sich immer mehr dem Impressionismus, Expressionismus und der Kunst nach 1945 zu bis hin zur internationalen zeitgenössischen Kunst und hat in diesem Zusammenhang parallel dazu nicht unbedeutende Werke zusammen getragen. 

Das Ehepaar Sander hat im Laufe der Jahre eine Sammlung zum Thema "Darmstädter Malerei" aufgebaut, die der Liebe zu Darmstadt  geschuldet ist.

Nach der Einleitung von #Barbara_Bott werden die 56 Maler und deren Werke präsentiert. Es handelt sich dabei um rund 300 Gemälde. Zu jedem einzelnen Maler kann man eine aufschlussreiche Kurzbiografie lesen. Die gezeigten Gemälde sind  auch sehr gut beschrieben. 

Die Landschaftsbilder von Eugen Bracht (1842-1921) lassen den Betrachter lange inne halten, nicht nur die Motive, die die Region um Darmstadt bis hin in den Taunus zeigen, sondern auch jene, die die Landschaft der Lüneburger Heide oder der Ardennen und nicht zuletzt die Landschaft auf Rügen oder im Süden Europas zum Gegenstand haben, machen neugierig. 

Bracht war ab 1902 Professor für Landschaftsmalerei an der Königlichen Kunstakademie in Dresden und lebte ab 1919 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Als Landschaftsmaler hatte er ein hohes Ansehen im Wilhelminischen Kaiserreich. 

Beeindruckend sind die Porträts von Gotthelf_Leberecht_Glaeser, der sieben Jahre hindurch Schüler von August Tischbein war und 1812 nach Darmstadt kam. Obschon er exzellent malte, wohl auch seitens bürgerlicher Kreise beauftragt wurde, starb er verarmt und einsam in Langen: "Ein Malerschicksal aus der Zeit des Darmstädter Biedermeier". 

Die Biografien der einzelnen Maler im Buch aufmerksam zu lesen, verdeutlicht,  mit welchen Schwierigkeiten Künstler einst zu kämpfen hatten. So liest man von dem Maler #Heinz_Heim, der nur 35 Jahre alt wurde, zwischen Darmstadt, Paris und München hin und her pendelte und früh bereits meisterlich malte. Betrachtet man seine Bilder, so ahnt man, welch eine Malerkarriere ihm hätte bevorstehen können, wenn das Schicksal ihn nicht so früh schon aus dem Leben gerissen hätte. 

#Ludwig_von_Hoffmann hatte sich zunächst in Jura eingeschrieben, bevor er seinen Ausbildungsweg änderte und Malerei und Dresden, Karlsruhe und Paris studierte. Der weitgereiste Künstler wurde 1903 seitens Harry Graf Kessler und Henry van der Velde als Dozent an die Kunsthochschule in Weimar berufen. Ab 1913 dann war er Professor für Wandmalerei in Dresden an der dortigen Akademie. 

Die  Werke dieses  Malers erinnern an Träume. Das gilt nicht nur für den "Märchengarten", sondern für die meisten anderen Gemälde, vielleicht besonders für den "Frühlingstanz". Auf dem Bild korrespondiert die Kraft der tanzenden Körper mit der Kraft des beginnenden Frühlings. 

Zauberhaft und zugleich verzaubernd auch mutet das "Arkadische Idyll" an. Zu sehen sind Musikanten und eine Tänzerin, die man mit dem Orient gedanklich in Verbindung bringt. 

Natürlich ist es nicht möglich, im Rahmen einer Rezension auf alle Künstler und Maler einzugehen. Versichert werden kann, dass es viel Interessantes zu sehen gibt und nicht wenige Landschaftsbilder, deutlich machen, wie schön zahlreiche Gegenden einst waren als sie noch fast unbesiedelt den Malern ein Panorama schenkten, das man sich heute herbeiwünscht, wenn man Ruhe sucht und seinen Blick schweifen lassen möchte. 

Ein schönes, gelungenes Kunst-Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, wenn man nicht festgelegt ist auf Abstraktionen. 

Sehr empfehlenswert. 
Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hirmer-Verlag und können das Buch bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.hirmerverlag.de/de/titel-10-10/aus_passion_zur_kunst-1248/

Rezension: Der Meister der #Blumenkunst- #Daniel_Ost - #Sandman_Edition

Dieser traumhafte Bildband präsentiert Werke des Blumendesigners und Gartenarchitekten Daniel Ost. Es handelt sich dabei um sehr ungewöhnliche Inszenierungen, deren Quelle der Inspiration die japanische Kultur ist.

Der Belgier Daniel Ost wurde für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist seit 2015 Ehrenbürger der Stadt #Kurashiki in #Japan. Das 400 Seiten umfassende Werk enthält neben der beeindruckenden #Floristikkunst Daniel Osts einen #Essay des niederländischen Schriftstellers #Cees_Nooteboom, einen Textbeitrag des Architekten #Kengo_Kuma und bildererläuternde Texte des Journalisten #Paul_Geerts.

Das Vorwort stammt von Martine de Clerck-van den Weghe. Die Einleitung hat Daniel Ost verfasst. Für ihn ist #Floristik eine kreative Herausforderung, ist der Versuch mit schon existierender Schönheit noch mehr zum Ausdruck zu bringen. Hierfür böten sich ihm geradezu unbegrenzte Möglichkeiten in Bezug auf #Form, #Farbe und #Materialien. Die Eleganz der #Blumen und #Pflanzen ist in seinen Augen eine ständige Herausforderung. Er weiß, dass man sie sehen, fühlen und riechen, mit einem Wort ergründen muss, bevor man mit ihnen arbeiten kann.

Ein #Blumendesigner benötige gründliche Kenntnisse und Disziplin. Daniel Ost erwähnt nicht grundlos, dass die Floristik die Begrenztheit der #Zeit und #Vergänglichkeit erfahrbar mache, insofern müsse der Florist sehr rasch frisches Pflanzenmaterial in Neues verwandeln. Für die Kompositionen sind sich ergebende Zufälligkeiten und Hindernisse ein wesentlicher Bestandteil und es müsse darauf geachtet werden, dass Vasen und Pflanzen eine perfekte Harmonie bilden, weil die Gefäße anstelle der Erde die Pflanzen optimal stützen sollen.

Der Raum in der die Arbeit des Designers bewundert werden kann, sollte ebenfalls in Harmonie zu dem floristischen Werk stehen. Alles sollte passen, damit die Komposition zu vollen Entfaltung kommen kann.

Das Buch schildere nicht nur sein Leben als Florist, sondern sei auch Zeugnis seiner Leidenschaft für den Fernen Osten, speziell auch für Japan. Beim Blumenstecken in Japan sei die #Kontemplation wichtiger als die genaue Beobachtung. Fernöstliche Kulturen sehen den Menschen nicht im Mittelpunkt der Natur, sondern betrachten ihn als Teil davon. Oft werden dort in Blumenarrangements Samenstände, Blüten, Blätter und Knospen verwendet, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Ausdruck zu bringen. 

#Cees_Nooteboom schreibt in seinem #Essay "#Mysterium_Natur", dass Daniel Ost gemeinsam mit den Fotografen die #Vergänglichkeit überlistet. Er denkt beim Betrachten an ein Japanisches Kloster, auch ein konstruktivistisches Gemälde oder an eine Art-nouveau-Lampe und hält resümierend im Hinblick auf Daniel Ost fest: "Dieser Mann besitzt Hände, die allem, was sein Kopf sich ausdenkt, Gestalt geben können."

Für Kengo_Kuma steht fest, dass Daniel Ost deutlicher als die Japaner  das Potential Japans erfasst und nennt hierfür auch die Gründe. 

Die Werke sind in die nachstehenden Kapitel untergliedert und werden von Texten von Paul Geerts begleitet: 
Metamorphosen- Bis dahin unbekannte Schönheit 
Ausstellungen- Auf der Suche nach dem Geist des Ortes Festliche 
Events- Unvergessliche Blumenfantasien 
Atmosphäre& Dekorations -Schönheit im Vergänglichen entdecken
Botanisches Verzeichnis 
Daniel Ost-Pflanzen aus Ausdrucksmittel 
Chronologie-Ausstellung und Projekte 

Man erfährt zunächst Näheres über Arbeitsweisen des kreativen Floristen, auch mit welchen Materialien er die Grenzen in seinem Fach erweitert hat und lernt erste Arbeiten von ihm kennen. Die Objekte sind alle ausführlich beschrieben, so etwa in dem Satz "Pure Magie. Das Auge wird unweigerlich zu dem hingezogen, was sich hinter dem leicht geöffneten Kreis aus blauen Schlehdorn-Beeren und Hortensienblüten verbirgt."

Es ist leider unmöglich,  zu all den schönen floristischen Kunstwerken  im Rahmen dieser Rezension etwas zu schreiben. Wer Pflanzen und Blumen liebt und gerne staunt, ist hier einfach nur dauerfasziniert, so etwa von einem japanischen Aronstab mit Ranken und Früchten der Passionsblume in einer Vase aus oxidiertem Metall oder auch von eine Kreation, das das zarte Erröten des Mohns  zeigt, aber auch bereits verwelkte herzblättrige Bergenienblätter. 

Unsagbar schöne und raffinierte Arrangements finden sich im gesamten Buch. Man erfährt  nicht zuletzt auch mehr über die Ausstellungen des Künstlers. Dort werden nicht selten spektakuläre Werke gezeigt von beeindruckenden Dimensionen. So hatte der Künstler u.a. die Chance,  Werke in einem der wichtigsten Tempelkomplexe Kiotos vorzustellen, die man im Buch  ausgiebig bewundern kann. 

Eine Vielzahl von Bildern von Ausstellungen in Japan beeindrucken ebenso wie jene im Tempelkomplex in Kioto.  Nicht nur die  Kompositionen für das Imperial Hotel in Tokio sind einzigartig, sondern alles. 

Beeindruckt bin ich von den Kreationen auf Schloss Alden Biesen in Belgien, so etwa von einem geordneten Labyrinth aus Lorbeerbäumen rund um einen Rosenbrunnen. 

Man trauert beim Anblick all dieser Objekte aufgrund der Vergänglichkeit der formvollendeten Schönheit und staunt und staunt und staunt. 

Lorbeer sieht man auf dem Markt von Brügge, einige der Bäume sind 100 Jahre alt. Gezeigt wird eine stilisierte Deichlandschaft mit diesen Bäumen. Dabei wurden die Bodenwellen mit Lasergeräten zentimetergenau ausgeführt. Jedes Werk muss man lange betrachten und sich wünschen es im Original zu sehen, den Duft weißen Orchideen und Hortensien einzuatmen und sich von den Gestaltungsideen betören zu lassen, sei es in Schlössern, in Kirchen, auf Hochzeiten, Empfängen, wann und wo auch immer… 

Das Buch ist ein nicht enden wollender Traum. Es schenkt Freude immer wieder  und zwar all jenen, die der Kunst und Natur etwas abgewinnen können und gerne bewundern sowie staunen, wenn etwas schön und formvollendet ist. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung: Elisabeth Sandmann Verlag oder Amazon

Rezension #Vermeer- Das vollständige Werk- #Karl_Schütz- #TASCHEN

Dieser Prachtbildband aus dem Verlag #TASCHEN präsentiert das vollständige Werk des niederländischen Malers Johannes Vermeer. 

Autor des Werks ist Karl Schütz. Er war nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität in Wien ab 1972 Kurator der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien und von 1990 bis 2011 Direktor der Gemäldegalerie. Schütz forschte über die niederländische Malerei, die deutsche Malerei des frühen 16. Jahrhunderts, die höfische Bildnismalerei und auch über die Sammlungsgeschichte. 

Das vorliegende Buch beginnt mit einer Einleitung, die den Titel "Vermeer-Perspektiven" trägt. Hier bereits erfährt man, dass neben Rembrandt es Johannes Vermeer (1632-1675) war, der das #Goldene_Zeitalter der Niederlande beispielhaft durch sein Werk verkörperte und zwar durch die Momente: Realitätssinn, genaue Beobachtung und Abkehr von jeglicher Idealisierung. Zudem verbindet  die beiden Küntler ein Illusionismus in der Darstellung. Dieser beruht auf einer überragenden Beherrschung der malerischen Mittel. Zu Vermeers Breitenwirkung haben übrigens   große Ausstellungen entscheidend beigetragen. 

In "Vermeer" hat man Gelegenheit , im Rahmen einzelner Abschnitte mehr über den begnadeten Künstler zu erfahren. Diese Texte sind in nachstehende Kapitel untergliedert: 
Delft und Vermeers Herkunft 
Der junge Vermeer 1654-1659 
Vermeers reife Jahre 1660-1665 
Die letzten zehn Jahre 1666-1675 
Epilog: Vermeers Wiederentdeckung und später Ruhm 

Die Texte werden von zahlreichen Bildern begleitet,  auch solche, die andere Künstler im Goldenen Zeitalter angefertigt haben.  In diesem  grandiosen Gesamtkatalog werden die Gemälde Vermeers gezeigt, die in Museen und Galerien in Europa und in den USA im Original zu sehen sind. 

Der niederländische Maler war Nachkomme von Handwerkern und entstammte damit dem kleinbürgerlichen Milieu. Über seine Herkunft in Delft, aber auch über die künstlerische Umgebung dort wird man ausgiebig unterrichtet, erfährt, dass der Künstler Bürger Delfts war und nach Abschluss seiner sechsjährigen Ausbildung der Malergilde beitrat. Wie man liest, hat sich Vermeer vieles im Selbststudium beigebracht. Erkennbar ist an seinen frühen Werken eine bemerkenswerte innere Unabhängigkeit des Künstlers, aber auch sein souveräner Umgang mit diversen Vorbildern, so Karl Schütz. 

Man liest von Vermeers Eheschließung mit Catharina Bolnes, die einer begüterten katholischen Familie angehörte. Dann werden drei Jugendwerke thematisiert, wobei das Schlüsselwerk die "Kupplerin" ist. Zur Sprache gebracht werden in diesem Zusammenhang frühe Genrebilder. 

Jedem der Kapitel ist ein Zitat vorangestellt, das Bezug nimmt auf Vermeer. So schreibt Vincent van Gogh  "Die Palette dieses eigenartigen Künstlers umschließt Blau, Zitronengelb, Perlgrau, Schwarz und Weiß…Es zu vereinen, ist bei ihm so kennzeichnend wie bei Velázquez die Harmonisierung von Schwarz, Weiß, Grau und Rosa."  Auf diese farbliche Weise hält Vermeer  die komplette Geschichte eines Zeitalters fest und zwar durch flüchtige Gesten, Mienen und Erscheinungen. 

Über das Leben und  das Arbeiten in Delft kann man sich ebenso ein Bild machen wie über Vermeers Technik, über seine Genremalerei und insofern auch über die Bilder holländischen Lebens, über Musik und weibliche Beschäftigungen, die zum Bildgegenstand werden. 

Kopfstudien werden beleuchtet wie etwa das "Mädchen mit dem Perlenohrring" und man kann sich in so wunderbare Bilder vertiefen wie in "Das Mädchen mit dem Weinglas". Eine gewisse Anzahl aufklappbarer, großformatiger Bildansichten wartet auf die Betrachter, die einen intensiven Eindruck vom Können Vermeers vermitteln. 

Die Texte,  auch was sein Spätwerk anbelangt,  tragen dazu bei,  die Bilder noch viel intensiver zu bestaunen und Fragen, die man sich vielleicht schon lange stellte, nun endlich beantworten zu können. 

Die einzelnen Gemälde werden im Anschluss textlich vorgestellt. Hier liest man dann Wissenswertes zur Herkunft der Bilder, Angaben über Zuschreibung und Datierung wie auch kurze Informationen zur Ikonographie und zu den dargestellten Objekten.

Ein großartiges Werk,  das ich allen Kunstfreunden sehr gerne empfehle.

Helga König

Überall im Fachbuchhandel erhältlich

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