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Rezension: Vollkommene Räume- Orte der Harmonie und ihre Geschichten- Karen Michels

Autorin dieses wunderbaren Buches ist die Kunsthistorikerin Dr. Karen Michels. Sie erzählt in ihrem Werk die Geschichten von fünfzehn vollkommenen Räumen. Dabei hat sie eine höchst persönliche Auswahl getroffen. Die Fragen, die sie bei der Betrachtung der Räume beschäftigten, sind: "Was macht ihre Wirkung eigentlich aus?" und "Welche Geschichten verbergen sich hinter ihren Mauern?".  

Der Schlüssel zum Verständnis soll die Harmonie sein. Diese hat die Bedeutung von Spannung und dynamischem Gleichgewicht. 

Den fünfzehn die Räume erläuternden Kapitel wurden nicht nur Fotos, sondern auch literarische oder historische Texte beigefügt. Diese sollen den jeweiligen Raum "noch einmal auf eine andere Weise zum Sprechen bringen". 

Man erfährt im Buch Näheres zu nachstehenden Gebäuden: 
Das Pantheon, Rom 
Die Aachener Pfalzkapelle
Die Hagia Sophia 
Die Cappella Palatina, Palermo 
Den Löwenhof der Alhambra, Granada 
Das Collège des Bernadins, Paris 
Die Pazzi-Kapelle, Florenz 
Der Hamam Cemberlitas, Istanbul 
San Carlo Alle Quattro Fontane, Rom 
Der Spiegelsaal der Amalienburg, München 
Place des Vosges, Paris 
Lesesaal der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg, Hamburg 
Der Barcellona-Pavillon 
Der große Konzertsaal der Berliner Philharmonie 
Die Bruder-Klaus-Feldkapelle, Mechernich-Wachendorf 

Unmittelbar nach der Fertigstellung der Aachener Pfalzkapelle wurde Karl der Große in Rom zum Kaiser gekrönt. Der Bau wurde als Achteck gestaltet, das von einem sechszehnseitigen Umgang umgeben ist. Dabei gilt die Acht in vielen Religionen als Zeichen der Vollendung und des Neubeginns in einer anderen Dimension. Die Wände des Oktogons und sein sechszehneckiger Umgang sind prachtvoll mit farbigem Marmor und Stuck verkleidet. Dessen Qualität und Verarbeitung stellt die ästhetische Verbindung zu den berühmten Großbauten byzantinischen Ursprungs dar.

Es ist sehr spannend, mehr über die Architektur dieses und all der anderen Gebäude im Buch in Erfahrung zu bringen und sich jeweils im Anschluss in die literarischen Texte zu vertiefen. 

Sehr gut gefallen hat mir der Text von Otto von Simson "Über das Licht". Dieser Text, der der Präsentation des Colléges des Bernardins in Paris folgt, thematisiert das Licht als Quelle und eigentliches Wesen aller sichtbaren Schönheit. Für die Denker jener Zeit soll Schönheit kein unabhängiger Wert, sondern die Ausstrahlung, der Glanz der Vollkommenheit des Seienden und diejenige Eigenschaft der Dinge gewesen sein, die ihren Ursprung widerspiegelt. Ähnlich wie musikalische Harmonien soll das Licht Einblick in die Vollkommenheit des Kosmos gewähren und etwas von der Macht des Schöpfers erahnen lassen. 

Man sollte in diesem Buch immer wieder lesen, um zu begreifen, wie wahr der nachstehender Satz von Leon Battista Alberti ist: "Die Schönheit ist eine Übereinstimmung und ein Zusammenklang der Teile zu einem Ganzen, das nach einer bestimmten Zahl, einer Beziehung und Anordnung ausgeführt wurde, wie es das Ebenmaß, das heißt das vollkommenste und oberste Naturgesetz erfordert." (S.91)

Sehr empfehlenswert 
Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: #Käthe_Kollwitz –Die Plastik- #Hirmer

Autorin dieses Bildbandes ist Annette Seeler. Die Ausstellungskuratorin lebt in Berlin und befasst sich seit über 25 Jahren mit dem Werk und der Person von Käthe Kollwitz. Diese Beschäftigung führte zu zahlreichen Publikationen und Ausstellungen. 

Über die deutsche Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (8.7.1867- 22.4.1945) erschien im letzten Jahr, anlässlich ihres 70.Todestages eine Biographie mit dem Titel  "Kollwitz", verfasst von Yuri und Sonja Winterberg, die ich auf "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert habe.

Am 22. April 1985 wurde in Köln das Käthe Kollwitz-Museum gegründet. Es handelt sich hierbei um die bislang umfangreichste Sammlung ihrer Werke, deren Themenkreis Krieg, Armut und Tod, auch Liebe, Geborgenheit und das Ringen um Frieden zum Ausdruck bringt. 

Anlässlich des 30. Jubiläums des Museums wird dort vom 4.März bis zum 5. Juni 2016 im Rahmen einer Ausstellung das plastische Werk in Gips, Stukko, Bronze und Zink gezeigt. Das Käthe Kollwitz Museum Köln veröffentlicht zum Jubiläum das erste Werkverzeichnis der Plastik dieser Künstlerin.

Begleitend dazu stellt eine groß angelegte Ausstellung aller 15 museal greifbaren Plastiken in unterschiedlichen Güssen das bildhauerische Schaffen der Künstlerin in den Fokus. Die Ausstellung mit insgesamt 140 Exponaten, darunter alleine rund 50 plastische Arbeiten, dokumentiert das zwei- und dreidimensionale Schaffen der Kollwitz im Dialog. 

Die Bildhauerin hat Bildideen aus ihrem graphischen Werk auch plastisch realisiert – und umgekehrt. Ihre bildhauerischen Werke führte die Künstlerin als Ton- und anschließend als Gipsmodell aus. Von verschiedenen Gießereien in Bronze, Zink, Stucco- oder Gips umgesetzt, sind sogar Abformungen im Umlauf, zu deren Existenz folgende Fragen nach sich ziehen: "Echt oder Falsch? Original oder Raubguss?"

Käthe Kollwitz kämpfte vergebens darum, in der NS- Zeit ihr Werk öffentlich zeigen zu dürfen. Das erfährt man bereits in der Einführung. 

Im Buch werden nicht nur die Bildwerke nachgezeichnet, sondern - wie schon erwähnt- auch das Bemühen ihres Sohnes Hans, das dreidimensionale Schaffen seiner Mutter erneut ins Bewusstsein zu heben. Gezeigt wird zudem u.a., wie die technische Produktion von Vervielfältigung in der Gießerei vor sich geht, aber auch, was die Spuren an einer fertigen Bronze offenlegen. 

Man wird im Rahmen sehr guter Textbeiträge mit den Werken vertraut gemacht und lernt so auch die Arbeitsweise der Künstlerin kennen. Ein weiteres Thema sind die Werkstätten von Käthe Kollwitz und der Umfang des plastischen Werkes wie auch ihre ästhetischen Vorstellungen und ihr Standort in der zeitgenössischen Bildhauerei. Über die Rezeption bis zum heutigen Tage wird man aufgeklärt, auch über den bisherigen Forschungsstand und die Quellenlage. 

Ausführlich lernt man im Katalogteil die einzelnen Werke kennen und hier auch deren Entstehungsgeschichte. Grandios und in wenigen Worten nicht beschreibbar, wird man mit Kunstwerken vertraut gemacht, die sehr nachdenklich stimmen und nicht selten Trauer auslösen.

Zum Schluss kann man sich in einer Kurzbiographie einen Überblick über das Leben von Käthe Kollwitz verschaffen und sich in ein umfangreiches Literaturverzeichnis vertiefen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: #Maniera- #Pontormo, #Bronzino und das #Florenz der #Medici- #Prestel

Das ist der Katalog zur Ausstellung "Maniera- Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici", die vom 25.2. bis zum 5.6. 2016 in Frankfurt im #Städel gezeigt wird. 

Das vorliegende Werk befasst sich mit Florenz als Zentrum des europäischen Manierismus. Der Chronist besagter Epoche, der Kunsthistograf Giorgio Vasari prägte den Begriff "#maniera". Dieser bezeichnete zunächst den persönlichen Stil, die Handschrift, die "Manier" eines Künstlers. "Maniera" kann allerdings ebenso für einen Epochenstil stehen und besonders für denjenigen in Vasaris eigener Zeit. Diesen nennt man heute "Manierismus". 

Unter "maniera" sollte man keinen Einheitsstil begreifen, sondern wohl eher ein vielgestaltiges Prinzip. Max Hollein, der Direktor des Städel Museums definiert sie als eine Kunst, die sich ihres Kunstcharakters und ihrer Artifizialität in besonderem Maße bewusst ist und die dem individuellen Stil einen maßgeblichen Eigenwert zumisst. 

Die Ausstellung im Städel Museum befasst sich mit Florenz als Zentrum des europäischen Manierismus und beleuchtet die Zeit zwischen 1512 und 1568. Dabei ist der Ausgangs- und Mittelpunkt der Bilderschau ein Meisterwerk der Städel-Sammlung, Bronzinos berühmtes "Bildnis einer Dame". Dieses Gemälde gilt neben Botticellis "Simonetta" als das Hauptwerk der Frankfurter Italiener-Sammlung. 

Das Buch ist in acht Kapitel mit zeitlichen und thematischen Schwerpunkten untergliedert und nimmt seinen Anfang mit einem Essay zur Geschichte des kontroversen Begriffs "Manier, Manierismus, maniera". 

Bei den Kapiteln handelt es sich um:

Laboratorium der Maniera- Die jungen Wilden von Florenz

Anti-Klassik und Experiment- Pontormo und Rosso auf neuen Wegen

Ein Seitenblick nach Rom- Kunst unter Clemens VII. vor dem Sacco di Roma

Politischer Aufruhr und künstlerische Blüte- Florentiner Malerei der letzten Republik

Wendejahre- Bronzinos Aufstieg und der erste Herzog von Florenz

Paragone- Im Wettstreit der Gattungen

Image eines Hofes- Bronzino als Maler der Medici

Vasari- Hofkünstler Cosimos I. und Vater der Kunstgeschichte. 

Den  einzelnen Kapitel des Katalogs sind jeweils einleitende Erläuterungen vorangestellt, die erklären, worum es geht. Zudem hat man Gelegenheit, sich in drei Essays zu vertiefen. Das Bild auf dem Cover ist von #Angelo_Bronzino. Es handelt sich dabei um den Heiligen Sebastian. Wie alle anderen Werke wird auch dieses Gemälde sehr gut beschrieben.

Der Katalogteil ist facettenreich und macht viele Stunden des Studiums all der  präsentierten Werke erforderlich. Erst dann wohl  ist die Malerei der "maniera" als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst in Italien zu verstehen. 

Sehr empfehlenswert

Helga König 

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Rezension:Kunst der Vorzeit- Felsenbilder aus der Sammlung Frobenius- Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Aus-stellung "Kunst der Vorzeit- Felsenbilder aus der Sammlung Frobenius", die vom 21.01.2016 bis 16.05.2016 in Berlin im Martin Gropius Bau gezeigt wird. 

Bei den gezeigten Werken handelt es sich um eine Sammlung beeindruckender Felsbilder des deutschen Ethnologen Leo Frobenius, die nun nach 40 Jahren erneut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Diese Sammlung gilt weltweit als eine der bedeutsamsten und umfassendsten Felsbildsammlungen, die seitens des ältesten ethnologischen Forschungsinstituts Deutschlands, dem Frobenius- Institut betreut wird. 

5000 gemalte Kopien von Felsenbildern aus Europa, Afrika, Australien und Neuguinea lagern heute in der Kellern des Institutes an der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Einige der Originale sind über 20 000 Jahre alt. Als Frobenius einst junge Künstler und Künstlerinnen mit auf die Expeditionen mitnahm, schufen sie gewissermaßen eigenständige Kunstwerke, denn die gemalten Kopien kommen den Originalen nur nahe, sind   aber nicht identisch mit ihnen. 

In Berlin werden erstmals etwa 130 Werke aus der Sammlung im Martin Gropius Bau gezeigt. Dabei möchte die Ausstellung auch einen Beitrag zur Erforschung der Rezeptionsgeschichte leisten. 

Auf einer Doppelseite werden eingangs die Routen der Forschungsreisen (1904- 1939) von Leo Frobenius und seinen Mitarbeitern vorgestellt. Bei der Konzeption der Ausstellung hat man auf die inhaltliche Ausdeutung der einzelnen Felsenbilder verzichtet. 

Ausführlich wird man im Rahmen von Texten unterschiedlicher Autoren mit der Entstehungsgeschichte vertraut gemacht. Dazu hat man Gelegenheit alte Fotos zu bestaunen, die die Künstler bei ihrer Arbeit zeigen, sei es in Algerien, Simbabwe oder anderenorts. Über die Künstler erfährt man auch Wissenswertes. 

So liest man die Lebensgeschichte einer Künstlerin aus Ostpreußen, deren Eltern im 1. Weltkrieg ihren Gutsbesitz verloren hatten. Über Berlin kam sie nach Frankfurt und begleitete schließlich vier Expeditionen des Instituts nach Frankreich, Spanien und Italien. Auf diesen Reisen fertigte sie 150 Felsbildkopien, vier ethnografische Arbeiten und Fotografien an. 

All die Bilder der Künstler zu bestaunen und sich bewusst zu machen wie alt die Originale sind, sich auch zu verdeutlichen, wie sehr der Mensch in allen Zeiten künstlerisch veranlagt war, ist bei dem Studium dieses Werkes unumgänglich und lässt uns demütig innehalten. "Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?"

Man erfährt  nicht zuletzt auch Wissenswertes über die Ausstellungsgeschichte und kann sich in eine Fülle von Bilder vertiefen, die in nachstehende die Rubriken untergliedert sind: 

Südliches Afrika 1928- 1930 
Nordafrika und Sahara 1914, 1926, 1932-1935 
Europa: Spanien und Südafrika 1934, 1936 
Europa: Italien und Skandinavien 1934-1937 
Australien und Westpapua 1937-1939 

Das Buch schenkt Einblicke in die Künstlerseele der Menschheit. Weshalb Felsenbilder gemalt wurden, weiß man bis heute nicht, schreibt Benedikt Burkhard zum Schluss, allerdings gäbe es eine Vielzahl von Gründen, mit denen sich die verschiedene Wissenschaften befassen und so liest man auch von den Theorien, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vorgetragen werden. 

Über all dies nachzudenken und immer wieder die Werke zu betrachten, bereitet viel Freude und schenkt uns bemerkenswerte Träume aus einer längst vergessenen Anderwelt. 

Sehr empfehlenswert

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: #Miguel_Rothschild- #Hatje_Cantz

Der vorliegende Bildband zeigt Werke des argentinischen Künstlers Miguel Rothschild.

Beatrice von Bismarck schreibt in ihrem Essay "Fallen und gefallen oder zwischen Himmel und Erde" zu Ende des Werks dazu, dass es der Himmel und die Erde sei, die Rothschild mit seinen Arbeiten durchmesse. 

Genau dort siedelt er seine Bildsprache an und zwar zwischen Sakralem und Profanem sowie zwischen Göttlichen und Irdischem. Diese Bildsprache verleiht Sprachbildern eine visuelle Form und ist zudem in der Lage, Bildlichkeit in Wortspiele zu übersetzen. 

Damit dokumentiert dieser Künstler seine Auseinandersetzung mit der Macht der Bilder. Dabei geht es in erster Linie wohl um die Verstrickungen, mit denen uns Bilder gefangen nehmen. Rotschild verbindet die Oberflächen seiner Bildobjekte mit davor und dahinterliegenden Bereichen durch Nägel, Fäden, Haare, Strohhalme etc. 

Seine räumlichen Gebilde sind Metaphern, die Vordergründiges unzertrennlich mit Abgründigem, Hintersinnigen und Entrücktem verkoppeln. Die Bildflächen Rothschilds sind nicht nur von Realem, sondern auch von Sehnsüchten, Utopien, Magie und Glauben durchdrungen und machen so beispielsweise Sakralräume erfahrbar. 

Die dargestellten Figuren und Geschehnisse berichten von göttlichen Berührungen. Die Fenster hingegen, in denen sie erscheinen, sind die Medien, durch welche sich die Berührung ereignen kann.

Rothschilds Werke im Buch werden von aufschlussreichen Texten begleitet, die das, was man bestaunen kann, intellektuell begreifbar macht. Er, der wie man liest, ein wandelnder Widerspruch sei, mache sich ein Spiel daraus, das Paradies zu suchen und Worthülsen aufzuspüren.

Wer an diesem Spiel teilhaben möchte, sollte sich in das Buch vertiefen.

84 Seiten,
101 Abb. 
24,50 x 29,50 cm 

Leinen 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Rhythmen in Force and Fire – #Xander_Spronken teNeues

Xander Spronken wurde 1956 in Maastricht geboren. Der Künstler fühlte sich bereits sehr früh von dem Material Eisen angezogen, studierte zunächst Bildhauerei an der Staatsakademie Maastricht und vervollständigte sein Wissen an der Fachhochschule für Design in Aachen.

Berühmt wurde der Bildhauer seiner grob behauenen Formen wegen. Dabei begründet sich der Kern seines Genies in robusten Arbeiten, die die Grenze zwischen Abstraktion und Figuration überbrücken und in diesem Zusammenhang eine frische Bildsprache mit ganz eigenem Rhythmus entwickeln.

Obschon Spronken primär für seine Eisenskulpturen bekannt ist, hat der niederländische Künstler auch Glasobjekte geschaffen sowie eiserne Wandtafeln bemalt.

Der Fotograf #Peter_Kessels legt mit diesem grandiosen Bildband  einen umfassenden Querschnitt aus Spronkens Gesamtwerk vor – einschließlich der ikonischen Serien von Bäumen und Stühlen.

In der Bilderpräsentation sieht man den Meister auch bei der Arbeit und hier zudem das glühende Metall, das er in Kunstobjekte verwandelt. Das fasziniert den Betrachter sofort und macht neugierig auf das, was folgt.

Man erhält einen ersten Eindruck von diesen Eisenobjekten, die Bewegung aber auch Stille zum Ausdruck bringen und offenbar viel Raum benötigen, damit man ihre Weltläufigkeit vollständig erfassen kann.

Auch andere Objekte, vor allem seine Stühle zeugen von Ewigkeitsvisionen, die zu begreifen vom Betrachter viel Fantasie und globales Denken abverlangen.

Ein beeindruckendes Buch, das in eine Welt führt, die  man natürlich gerne auch berühren möchte, um von ihr umfassend sinnlich berührt zu werden.  Die Kunstpräsentationen in dieser Publikation machen diesbezüglich sehr neugierig.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: #Per_Kirkeby- Polarwind und leiser Wellenschlag- Siegfried Gohr- #Hatje_Cantz

Siegfried Gohr präsentiert mit "Per Kirkeby- Polarwind und leiser Wellenschlag" Werke des Künstlers Dr. Per Kirkeby. Der aus Dänemark stammende vielseitig begabte Kreative ist ausgebildeter Naturwissenschaftler. In seiner Dissertation befasste er sich mit arktischer Geologie der Quartärperiode und gilt als einer der Pioniere an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Seine frühen Reisen und Expeditionen führten ihn in den hohen Norden aber auch nach Mittelamerika. Dort galt sein spezielles Interesse der Kunst und Architektur der Maya. Es folgten weitere Reisen, sogar in die Südsee. 

Das sich daraus entwickelt habende Schaffen Kirkebys umfasst Malerei, Bronzeskulpturen, Backsteinskulpturen im öffentlichen Raum, fernerhin ein reiches Werk von Arbeiten auf Papier, so etwa Essays und Gedichte, aber auch Filme, Bühnenbilder und Architektur. Zentrales Thema dabei ist die Natur und ihre Verwandlung. 

Kirkeby wurde 1982 zum Mitglied der dänischen Literaturakademie ernannt. Dies bestätigte seinen Rang als Dichter und Essayist. Professuren hatte er zudem an verschiedenen Akademien und die Royal Academy of Arts, London, krönte sein Schaffen mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft als Honorary Academician. 

Die Werke, die diesem Buch zugrunde liegen,  stammen aus einer Schweizer Privatsammlung und konzentrieren sich auf den Zeitraum ab 1980 bis in die Gegenwart. Dabei vereint die Sammlung meisterhafte, großformatige Gemälde, kraftvoll-expressive Bronzeskulpturen, eine Gruppe von eigenständigen, kleinmaßstäbigen Bronzemodellen für monumentale Backsteinskulpturen ferner Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Monographien. 

Raffinierte Kompositionen und ungewöhnliche Farbklänge in seiner Malerei erweisen sich als unverwechselbar. Der Betrachter der Werke nimmt die Intensität der Wahrnehmung und die Virtuosität des Malers wahr und ist von den Farben angetan. 

Die Publikation ist untergliedert in die Rubriken: 
Malerei 
Skulpturen 
Arbeiten auf Papier 
Gedichte und Essays 

Das Werk wurde für das vorliegende Buch von zahlreichen Autoren beleuchtet und zwar durch aufschlussreiche Essays, die die Wahrnehmung der Persönlichkeit und des Schaffens des Künstlers erweitern. Hinzu kommen eine Reihe von Briefen, teilweise handgeschrieben von Autoren wie Charlotte E. Remé und Wolfgang Rihm. 

Es führt zu weit, dass umfangreiche Textmaterial hier verkürzt wiederzugeben, zumal es im direkten Bezug zu den visualisierten Werken verstanden werden will. Sehr spannend zu lesen sind ist der Text zum Thema "Malerei und Geologie im Dialog" und faszinierend sind seine Ölbilder, besonders sein Gemälde "Leiser Wellenschlag, grün". Seine Backsteinstulpturen erreichen teilweise monumentale Ausmaße, aber seine Bauten haben bei allem dennoch auf einen Menschen abgestimmtes Maß. Sie verändern die Wahrnehmung beim Durchschreiten, sind Licht- und Schattenmaschinen, verfügen über geschützte Nischen, Sitzbänke zum Ausruhen, zum Versteck- und Ballspielen. 

Kirkeby soll ein zutiefst humanistisch geprägter und universell gebildeter Künstler sein, dessen Grundprinzipien des Handelns und seiner Kunst in seinen Bauten und Malereien aber auch in seinen Bronzemodellen zum Ausdruck kommt. 

Beeindruckt haben mich  auch seine Gedichte. Daraus zur Veranschaulichung die Zeilen:

Die Vorstellung von Licht 
ist die Öffnung der Höhle 
Bögen der großen Kirchen 
eine endlose Reihe 
Das zugefrorene Wasser 
voll von Möwen 
Eine Höhle in den Kalkfelsen 
mit der dunklen Öffnung. 

Ein großartiges Buch über das Schaffen eines beeindruckenden Künstlers.

Sehr empfehlenswert Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hatje- und  Cantz- Verlag und können dort das Buch bestellen. Sie können es aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Die #Pinakotheken in Bayern- #Hirmer

Der hier vorliegende reich bebilderte Museumsführer aus dem Hirmer-Verlag stellt Schätze und Orte der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor. Diese Pinakotheken befinden sich in Ansbach, Aschaffenburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Burghausen, Füssen, München, Neuburg an der Donau, Oberschleißheim, Ottobeuren, Tegernsee und Würzburg. 

Wie Bernhard Maaz, er ist der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Herausgeber dieses Buches, schreibt, genießen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen den Ruf, den weltweit größten geschlossenen Bilderschatz zu hüten. Etwa 25 000 Kunstwerke befinden sich in den rund 20 Standorten. 

Dabei liegen die Ursprünge der Sammlungsgeschichte in den Jahren ab 1528 als Herzog Wilhelm IV. einen zu wesentlichen Teilen in München erhaltenen Zyklus von Historienbildern in Auftrag gab. Diese Gemälde wurden von Künstlern um Albrecht Altdorfer ausgeführt. 

Bei diesem Museumsführer haben zahlreiche Referenten der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mitgewirkt. Der Reigen beginnt mit der Alten Pinakothek in München und einem Selbstportrait Albrecht Dürers. 700 Gemälde kann man dort besichtigen. Gezeigt werden im Buch wenige, sehr berühmte Werke der Alten Pinakothek, u.a. François Bouchers "Bildnis der Madame Pompadour", das eine Leihgabe der Sammlung HypoVereinsbank ist.  Die kunstbeseelte Französin wurde übrigens heute am 29.12.2015 vor 294  Jahren geboren.

Die Texte zu den einzelnen Gemäldesammlungen, so auch zu jener der Alten Pinakothek sind sehr informativ und verleihen einen guten Überblick in Bezug auf das Sammlungsgeschehen. Das gilt auch für die beigesteuerten Bilder und hier speziell für jene, die dem Fotoessay von #Martin_Fengel angehören. Die Aufnahmen präsentieren eine bemerkenswerte Auswahl von Werken aller genannten Museen und Filialgalerien.

Sehr neugierig hat mich die Beschreibung der Staatsgalerie im #Schloss_Johannisburg in Aschaffenburg gemacht. Dort nämlich befinden sich u.a. Werke von Malern wie #Grünewald, Hans #Baldung_Grien und vor allem von #Lucas_Cranach dem Älteren.

Interessant auch ist die Staatsgalerie in der Katharinenkirche in Augsburg. Hier sind Gemälde von Hans Holbein dem Älteren, Hans Burgkmair und Lucas Cranach zu besichtigen aber auch Dürers großartiges Bildnis von #Jakob_Fugger, dem berühmtesten Sohn der Stadt.

Unmöglich alle Schätze und Orte, die im Buch versammelt sind, hier aufzuzählen. Erwähnen aber möchte ich die Staatsgalerie in der #Benediktinerabtei_Ottobeuren. Im Klostergebäude des ehemaligen Reichsstifts erhält man einen Eindruck vom Reichtum des Bestandes der früheren Stiftsgalerie. 

Ein handliches und dabei informatives Nachschlagewerk, das dazu motiviert, Kunstreisen nach Bayern für 2016 zu planen. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König
Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Hirmer-Verlag und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern. http://www.hirmerverlag.de/de/titel-2-0/die_pinakotheken_in_bayern-1319/

Rezension: #Helleborus_1485_1905- #Christine_Becker- #ViriditArt

1. Preis für das Beste Gartenporträt/Pflanzenporträt und den STIHL-Sonderpreis auf Schloß Dennenlohe beim Deutschen Gartenbuchpreis am 4. März 2016. 

Herausgeberin dieses Prachtbandes mit dem Titel "Helleborus 1485- 1905" im eleganten weinroten Schuber ist die diplomierte Fotografin und Autorin #Christine_Becker. Sie hat im Jahre 2012 für die Monographie "Helleborus" den Deutschen Gartenbuchpreis erhalten. 

Auch ihr neues Buch befasst sich mit dieser Pflanze, bei der es sich  um die #Christrose handelt. Wie der Untertitel des neuen Werkes bereits andeutet, geht es diesmal um #botanische_Darstellungen und wissenschaftliche Illustrationen dieser Pflanze sowie um die Biographien der Zeichner, Holzschneider, Kupferstecher, Botaniker, Gärtner, Ärzte, Apotheker, Herausgeber und Liebhaber. 

Dass diese Publikation einen bibliophilen Anspruch hat und diesem vielschichtig gerecht wird, verdeutlichen bereits der hochwertige Leineneinband mit der dort dezent angebrachten Metall- Signatur wie auch die im Buch durchgängig auftauchenden, wunderschönen Insekten- und Schmetterlingsdarstellungen, die subtil darauf hinweisen, dass man inhaltlich  etwas ganz  Besonders erwarten darf.

Beim ersten Durchblättern vertieft man sich als "Augenmensch" natürlich zunächst in die botanischen Darstellungen und wissenschaftlichen Illustrationen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, die ich in dieser Perfektion sehr selten bewundern durfte. 

Die Techniken mittels derer die Originale hergestellt worden sind, werden am Ende des Buches genau erläutert. Zur Sprache gebracht werden: #Holztafeldruck, #Holzschnitt, #Kupferstich, #Radierung, #Punktmanier, #Lithografie, #Mezzotinto, #Naturselbstdruck und #Kunstguss. 

Das Vorwort des Kunstwissenschaftlers #Ulrich_Kavka stimmt dieser mit ein paar Zeilen von #Rainer_ Maria_Rilke gekonnt ein. In der dann folgenden aufschlussreichen Einführung in das Werk beschreibt Christine Becker ihr Anliegen und informiert zunächst über die Entstehung der botanischen Zeichnung als auch die Motivation hierfür. Zusammenfassend hält sie fest, dass die Triebfeder zu allen Zeiten die Neugierde des Menschen und sein Kommunikationsbedürfnis  gewesen sei. 

Die botanische Zeichnung habe vor allem ihre unstrittige Berechtigung sowohl in der Pflanzenwelt und in der Kunst, weil sie zur Verständigung verhalf, wo Schrift missverständlich, trist und in vormaligen Zeiten nicht jedermann zugänglich gewesen sei. Bildsprache sei klar und ohne Verwechslungen geblieben, so die Autorin. 

Aufgrund des Buchdruckverfahrens von Johannes Gutenberg im ausgehenden 15. Jahrhundert und der Entwicklung des Mikroskops im 16. Jahrhundert wurden nun auch feine Zeichnungen publiziert und es wurden Arbeiten möglich, wie man sie von Carl von Linné , bzw. von den Handwerkern und Künstlern kennt, die ihn durch ihre Abbildungen in seinem Werk unterstützten. 

Pflanzenbilder wurden auch zur Illustration und Inspiration verwendet, so etwa auf Tapeten, Textilien und auf Bildern, bei denen es nicht selten um farblich passende Arrangements in Wohnräumen ging und weniger um botanische Sinndeutungen. 

Es war der Kupferstich, der den Holzstich ablöste, dem folgte dann die Radierung, die Lithografie und die Fotografie. Mittlerweile werden Pflanzen digital fotografiert. Diese sei die bislang einfachste und jedermann zugänglichste Art ein Bild zu erzeugen, stehe aber im krassen Gegensatz zu den feinen historischen Abbildungen, bemerkt Christine Becker. 

Die diplomierte Fotografin hebt hervor, dass die botanischen Darstellungen von einst wahrlich kostbare Hand-Arbeiten seien. Eingeordnet und jedoch mitunter auch vernachlässigt, seien sie zwischen Kunst, Kunsthandwerk, Handwerk und wissenschaftlicher Abbildung. Weil bei vielen Darstellungen nicht selten unbekannte Künstler und Handwerker mit einbezogen waren, ist es für Christine Becker eine besondere Herausforderung gewesen, vollständige Biografien einer jeden beteiligten Person zu erarbeiten. Absicht der Autorin ist es, mittels den einzelnen biografischen Texten über Verleger, Handwerker oder Botaniker die Darstellungen zu ergänzen oder zu vervollständigen. Dies ist Christine Becker perfekt gelungen. 

Die Buchauflagen waren einst sehr klein. Von 500 Büchern einer Auflage wurden etwa 100 koloriert. Es handelt sich demnach um Kleinodien von hohem Wert. Im vorliegenden Werk zeigt Christine Becker die fokussierte Pflanze in ausgewählten Miniaturen, Folioformaten bis hin zu Imperialformaten in Faksimile-ähnlichen Reproduktionen. Dabei wurde das Papier speziell ausgewählt und die farbliche Abstimmung den Originalen realistisch angepasst. 

Die Pflanze Heleborus soll es im Vergleich zu den Exoten wie z. B. Tulpen in vorangegangenen Zeiten eher selten als botanische Zeichnung gegeben haben. Die Gründe hierfür erhellt die Autorin in ihrem Werk und so freut man sich umso mehr, dass Christine Becker die Christrose abermals ihrem Schattendasein entrissen hat. 

Gedacht ist das Werk als "kleiner Ort der Besinnung auf die großartigen Leistungen vergangener Generationen". Dabei ist der Autorin gelungen, Licht in die Zusammenhänge und das Dunkel der Geschichte um die Künstler und Handwerker der letzten mehr als vier Jahrhunderte zu bringen, ganz so wie sie dies beabsichtigt hat. 

Unmöglich  all die Kurzbiografien hier zu skizzieren oder gar die Abbildungen zu beschreiben, zu welchen man stets Wissenswertes erfährt. Man merkt sehr rasch wie ahnungslos man im Hinblick auf all die Künstler, Kunsthandwerker und Handwerker in vergangenen Zeiten doch ist und wie viel Respekt und Achtung man ihnen posthum entgegenbringen sollte für das, was sie uns hinterlassen haben. 

Irgendwann stieß ich beim Lesen  auf Friedrich_Johann_Justin_Bertuch. Diesen Namen kannte ich im Zusammenhang mit #Goethe- Studien bereits. Geboren am 30. 9. 1747 in Weimar, studierte Bertuch einst Theologie und Jura in Jena, sammelte Pflanzen, schrieb Gedichte und interessierte sich für Naturgeschichte. In seiner Manufaktur für Kunstblumen arbeitete die spätere Ehefrau Goethes, #Christiane_Vulpius. Dass Bertuch ein "Bilderbuch für Kinder" gestaltet hat, wusste ich bislang nicht. Das Werk umfasst 1185 kolorierte Kupfertafeln in zwölf Bänden von Karl Philipp Funke und u.a. enthält es auch einen Kupferstich, der die Pflanze Helleborus zeigt. 

Fasziniert bin ich von den Werken des Kupferstechers #Peter_Haas, der Pflanzenmalerin #Jane_Loudon, von den #Lithographien von Carl_Friedrich_Schmidt und so vielen anderen Helleborus-Enthusiasten, die begreifbar machen, weshalb dieser Pflanze im Buch Schmetterlinge zugeordnet werden. Helleborus fühlt sich wohl in deren Umgebung, weil diese Pflanze weiß, dass alles mit allem zusammenhängt und weil sie sich eine Verbindung zur sommerlicher Leichtigkeit der Schmetterlinge über die Jahrhunderte hinweg ersehnt hat. Endlich ist der Wunsch Wirklichkeit geworden und zwar in diesem Werk, das  gewiss die Zeiten überdauern wird.

Die umfangreichen Quellenangaben, das Personen- und Literaturverzeichnis zum Schluss weisen die Publikation als wissenschaftliche Arbeit aus. Grandios. 

Ein Hochgenuss und eine absolute Bereicherung für jede Bibliothek, in der Besonderheiten aufbewahrt werden sollen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Link zu Interview mit Christine Becker

Im Fachhandel erhältlich unter der  ISBN Nr. 978-3-00-049810-7
Onlinebestellung hier:  Helleborus 1485-1905

Rezension: Welten der #Romantik- #Hatje_Cantz

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung  "Welten der Romantik", die vom 13.11. 20 15 bis zum 21. Februar 2016 in der Albertina in Wien gezeigt wird. Herausgegeben wurde der Katalog von Cornelia Reiter und Klaus Albrecht Schröder. Von ihnen auch stammt das Vorwort. 

Der Katalog ist thematisch untergliedert. Zudem gibt es einige Essays von unterschiedlichen Autoren, die sich mit verschiedenen Facetten der Romantik befassen. Es war der Dichter "#Novalis", der zu Ende des 18. Jahrhunderts dazu aufforderte, dass die Welt romantisiert werden müsse. Gemeint hat er damit, sie als Kontinuum wahrzunehmen, in dem alles mit allem zusammenhängt. 

Die Romantisierung der Welt erfolgte durch das Gefühl, das den Zeitgenossen von Novalis als Schlüssel der Erkenntnis erschien. Dabei fragten die Romantiker im Gegensatz zu #Kant nach Dingen, die sich einer rationalen Betrachtung entzogen. Ihr Ziel war es, auch Dinge hinter der sichtbaren Welt zu verstehen. Möglich sein sollte dies mithilfe höherer Erkenntnisebenen. So trat an die Stelle der #Vernunft die #Metaphysik.  Als Erkenntnisinstrument im Hinblick auf diese Fragen diente die Vernunft. 

Die Ausstellung widmet sich der pointierten Gegenüberstellung von "protestantischer" und "katholischer" Romantik. Diese hatte ihren Ursprung in Wien im Schlegelkreis. Mithilfe einzelner Themen und Motive werden ihre spezifischen Erzählformen und ihre unterschiedlichen Bildsprachen miteinander in Dialog gesetzt. Des Weiteren befasst sich das Buch mit Wiens Romantik und in diesem Zusammenhang mit den "#Nazarenern", zudem mit Arabesken und Pflanzenstudien, der Verklärung der Vergangenheit, dem romantischen Freundschaftsbild, doch auch der dunklen Seite der Romantik, deren Ziel die Suche nach dem Transzendenten und Dämonischen war. 

In den Essays geht es um: 
Die Ausdifferenzierung romantischer Bildkunst 
Den Bruderzwist und die andere Seite der Romantik 
Das Frauenbild der Romantik 
Die Kunst der Romantik und die Erfindung des Habsburg-Mythos 

Im Katalog helfen Textbeiträge die Werke besser einzuordnen. Werke von Goya aus der Serie "Die Schrecken des Krieges", wie auch Werke von Julius Schnorr versetzen in Staunen, bevor man sich mit dem Kunstideal der Nazarener vertraut macht. Den wunderbare Kupferstichen, die Bildnisse als Ausdruck künstlerischer Identität zeigen, folgen Kupferstiche von Pflanzen, Landschaften und hier auch Werke von Caspar David Friedrich und  anderen namhaften Künstlern.

Das  beeindruckende Buch vermittelt einen breitgefächerten und zugleich feinsinnigen  Eindruck über die Welten der Romantik und ist insofern empfehlenswert. 

Helga König

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