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Rezension: Panoptikum - Volker Stelzmann- Prestel

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Panoptikum", die vom 15. Juni bis 30. August 2014 im Osthausmuseum in Hagen präsentiert wird. 

Alle zwei Jahre lobt die Stadt Hagen den Karl-Osthaus-Preis aus. In diesem Jahr hat sich die Jury für den Berliner Maler Volker Stelzmann entschieden, der am 5. November 75 Jahre alt wird. 

Der Künstler ist eine zentrale Figur in der deutschen Malerei der letzten 40 Jahre. Die Ausstellung zeigt 70 seiner Gemälde und 60 seiner Handzeichnungen, die im Katalog für all jene, die die Ausstellung nicht besuchen können oder sich nach einem Ausstellungsbesuch abermals in die Bilderwelt des Preisträgers vertiefen wollen, visualisiert worden sind. 

Die Bilderschau zeigt das aktuelle Schaffen des Künstlers der letzten Jahre mit bestimmten Rückblicken auf die Genese. 

Stelzmann wurde 1940 in Dresden geboren und war nach seinem Studium in den 1960er Jahren Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR, wo man ihm 1978 den Kunstpreis des Landes verlieh. 1982 wurde Stelzmann Professor an der HfGuB in Leipzig und erhielt ein Jahr später in der DDR den Nationalpreis für Kunst und Literatur. 

Im Jahre 1986 kehrte er von einer Ausstellungseröffnung im Westen nicht mehr zurück in die DDR, hatte dann von 1987-88 eine Gastprofessur in Frankfurt an der Städelschule und wurde schließlich  an der Hochschule für Künstler in Berlin zum Professor für Malerei berufen. 2006 endete seine Lehrtätigkeit dort. Seither lebt und arbeitet er in Berlin als freischaffender Künstler. 

Seine Bilder sind geprägt von mannigfaltigen Figurenkompositionen, die aus einem angedeuteten, dunklen Hintergrund hervortreten. Das scheinbar realistische Figurenarsenal entpuppt sich als Konstrukt der Imagination. 

Peter Femert schreibt in seinem Vorwort, dass Volker Stelzmann Voyeur, Skeptiker und Humanist, aber in erster Linie Maler sei. 

Im Rahmen mehrerer Essays unterschiedlicher Autoren lernt man den Künstler und sein Schaffen besser kennen und erfährt hier auch, dass Stelzmann nicht nur Maler sondern auch ein passionierter Kenner der Malerei sei. Er ist offenbar kein politischer Künstler. Sein Interesse gilt der Schauseite, dem Straßenbild der Gesellschaft, nicht den ideologischen und gesellschaftlichen Hintergründen. Ähnlich wie Dix möchte er radikal bezeugen, aber nicht belehren, analysieren und bessern. 

Um mehr über die Bilder zu erfahren, ist es sinnvoll,  das Interview, das Martina Morawitz mit ihm führte, zu lesen. Kai Uwe Schierz befasst sich dann in der Folge mit der christlichen Ikonografie im Werk Stelzmanns, ein komplexes Thema, dass sich an dieser Stelle nicht in zwei Sätze zusammenfassen lässt. 

Die Autoren des Buches werden zum Schluss alle vorgestellt und man kann hier auch Kurzbiografien über sie lesen. Es handelt sich um ein hochkarätiges Team, dem auch, wie schon angedeutet, der Frankfurter Quereinsteiger im Kunsthandel Peter Femert angehört. 

Die Bilder im Buch  zu beschreiben ist eine Herausforderung, die Monate in Anspruch nimmt. Begriffe wie "schön" oder "häßlich" finden in solchen Beschreibungen allerdings keinen Platz. 

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension Peter J. König:Zeiss- Art- Calendar- Vol 1- Wim Wenders, Bryan Adams, Ellen von Unwerth, Michel Comte, Mary McCartney, Douglas Kirkland, teNeues

Der teNeues Verlag hat mit dem Kamera- und Linsen-Hersteller ZEISS einen überaus bemerkenswerten und höchst interessanten Kunstbildband herausgebracht, der die neue Kalenderserie von ZEISS ab 2009 thematisiert. 

Seit 2008 ist Firma ZEISS in der Gestaltung ihrer Kunst-Kalender völlig neue Wege gegangen. Sie haben ihre kalendarischen Jahresarbeiten von prominenten und anerkannten Fotografen durchführen lassen, deren monatliche Aufnahmen nicht nur von einem besonderen künstlerischen Wert geprägt sind, die Paarung der abgelichteten Akteure sind auch allesamt Personen aus der glamourösen Welt des Films, der Mode und der klassischen Musik. 

Dabei inszenieren die Weltstars sich jeden Monat anders, jeweils eine Paarung ist durchgehend auf einem Jahreskalender im Focus eines berühmten Kunst-Fotografen. Wim Wenders, der weltweit bekannte Regisseur aus Deutschland, dessen fotografische Leistungen weit mehr als nur ein Hobby sind, er reüssierte bereits in vielen Ausstellungen, zeigt seine künstlerischen Werke im ZEISS ART CALENDAR 2009 unter dem Motto: "Tomorrow Morning". 

Seine Darsteller im Bild sind die Hollywood-Schauspieler Amber Valetta & Willem Dafoe. Die unterschiedlichen Szenarien, die Wim Wenders gewählt hat, zeigen doch eindeutig, dass seine Heimat der Film ist, entsprechend sind die Aufnahmen großartig komponiert.

Der Sänger und Fotograf Byran Adams hat 2011 den Kalender kreiert. Sein Motto ist: "Size and the City". Mit dem deutschen Super-Modell Tatiana Patitz und dem Hollywood-Mimen Michael J. Fox sind Adams amüsante und ausdrucksstarke Kalenderbilder in New York gelungen, auch durch den körperlichen Größen-Unterschied der beiden Prominenten, sie die große, kühle Blonde und er der etwas klein geratene, witzige Frauenschwarm, der dabei viel Humor ausstrahlt. 

Den ZEISS Art Kalender 2012 verantwortet Ellen von Unwerth fotografisch unter dem Leitmotiv: "Complementing Moments". Die gebürtige Frankfurterin begann einst als Top-Model und wurde dann parallel zu ihrer Karriere eine gefragte Fotografin. Sie inszeniert den Art-Kalender mit dem momentan wohl bekanntesten deutschen Super-Model Toni Garrn und dem amerikanischen Schauspieler Adrien Brody, wobei die Gestaltung sich eher im Stil der "Roaring Twenties" bewegt. 

Der Schweizer Fotograf Michel Comte wiederum hat den ZEISS Art Calender 2013 konzipiert. Seine Darsteller sind der Schauspieler Patrick Dempsey und die japanische Schauspielerin Rinko Kikuchi. Das Bemerkenswerte an diesem Kalender ist die künstlerische Gestaltung der Aufnahmen, die eine starke Tendenz zum Surrealen haben und so eher einem Gemälde ähneln, als der konkreten fotografischen Kunst.

2014 ist es der Fotokünstlerin Mary McCartney gelungen einen vielbeachteten Kalender für ZEISS zu fotografieren. Die Autodidaktin aus dem berühmten McCartney Clan hat mit Alec Baldwin einen der aktuell renommiertesten Schauspieler Hollywoods vor die Linse gebracht, ihm zur Seite steht das ehemalige Bond-Girl Gemma Arterton. 

Zusammen durchstreifen sie die alten Stadtteile von New York, wobei gelegentlich geradezu nostalgische Aufnahmen entstanden sind. Deshalb auch hat Mary McCartney das dazu passende Motto gewählt: "Moments in the City".

"Opera with a Twist" hat der Fotograf Douglas Kirkland für seinen Kalender 2015 als Überschrift genommen. Ganz in diesem Sinne sind es die weltberühmte Opernsängerin Cecilia Bartoli und ihr nicht weniger gefeierte Kollege Rolando Villazon, die gemeinsam den großen Glamour bei diesen wohl gestalteten Aufnahmen verkörpern. Dass sie eine entsprechende Erfahrung von den Opernbühnen mitbringen, wird auf den Bildern besonders deutlich. Die Kunst von Douglas Kirkland, einem Meister seines Faches, ist es allerdings genau den richtigen Moment zu erwischen. Und dies ist ihm vortrefflich gelungen.

Wie bei allen Kunstbildbänden von teNeues hat man auch mit diesem Werk etwas ganz Besonderes in den Händen. Dabei sind die Verbindung der Fotografen, der dargestellten Prominenten und die jeweiligen Inszenierungen durchaus ungewöhnlich. Dies aber ist der Reiz der "ZEISS Art Calender" und dies auch ist der Grund, warum teNeues ein solches meisterlich fotografisches Kunstprojekt aufgelegt hat. 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König .

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Rezension: Der gestohlene Klimt- Wie sich Maria Altmann die Goldene Adele zurückholte- Elisabeth Sandmann

Die Verlegerin Dr. Elisabeth Sandmann befasst sich seit einigen Jahren bereits mit dem Thema "Restitution". 

Der Duden definiert diesen Begriff u.a. wie folgt:

a. (Völkerrecht) Wiedergutmachung oder Schadensersatz für einen Schaden, der einem Staat von einem anderen zugefügt wurde 
b. (im römischen Recht) Aufhebung einer Entscheidung, die eine unbillige Rechtsfolge begründet,
c. (Rechtssprache) Rückgabe oder Entschädigung des (während der Zeit des Nationalsozialismus oder der DDR) eingezogenen Vermögens von Verfolgten. 

In diesem Zusammenhang erschien auch das Buch "Verlorene Bilder- Verlorene Leben- Jüdische Sammler und was aus ihren Kunstwerken wurde", das ich auf "Buch, Kultur und Lifestyle" bereits rezensiert habe. 

Bevor ich "Der gestohlene Klimt" gelesen habe, vertiefte ich mich zunächst in die Bilder, das heißt in die Gemäldeablichtungen von Werken des Malers Gustav Klimt und in die Fotos der Protagonisten dieses spannend zu lesenden Sachbuchs. 

Bei diesem Tun las ich zur Einstimmung auch die Zitate,  die zu Anfang der einzelnen Kapitel stehen. 

Wer nun war die "Goldene Adele", wer Maria Altmann und was verbindet die beiden Damen? 

Adele war die aparte Tante Marias, die wohlhabende Jüdin Adele Bloch –Bauer, eine Freundin und Verehrerin des Malers Gustav Klimt, der von ihr zahlreiche Skizzen und Gemälde anfertigte, nicht zuletzt das berühmte Bildnis der "Goldenen Adele“. 

Die Autorin berichtet zunächst von einzelnen Familienmitgliedern der in Wien ansässigen jüdischen Familie Bloch- Bauer  zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Marias Mutter und deren Schwester Adele waren Kinder eines erfolgreichen Bankiers. Adele heiratete den fast doppelt so alten Ferdinand Bloch, einen reichen Zuckerfabrikanten und Bruder des Ehemanns ihrer Schwester,

Adele ist wissbegierig, Autodidaktin, die sich mit Kunst, Literatur, Politik und Geschichte befasst. Sie soll ein Mensch gewesen sein, der gerne den Dingen auf den Grund ging, gerne Zusammenhänge herstellte und die den Zeitgeist erfassen wollte. Elisabeth Sandmann zeichnet von ihr ein klares Bild und man erahnt sehr schnell, weshalb Gustav Klimt von dieser Frau so angetan war. Sie war etwas ganz Besonderes.

Man erfährt mehr über diese freundschaftliche Verbindung und die Vorgeschichte zur Entstehung des spektakulären Werks, d.h. zu dem Weg, der ihn in die "goldene Phase" eintreten und ein "Feuerwerk an Ornamentik" entzünden ließ, welches seinesgleichen sucht. 

Auf dem Gemälde "Adele Bloch Bauer I", entstanden 1907, stilisiert Klimt Adele als Herrscherin, angelehnt an die byzantinische Kaiserin Theodora, deren Mosaik-Porträt der Wiener Künstler in Ravenna kurz zuvor studiert hatte. Ausgestellt wurde das Gemälde erstmals im gleichen Jahr auf der Internationalen Kunstausstellung in Mannheim. 

Adele und ihr Mann erwarben einige Klimt- Werke, die im Buch gezeigt werden, darunter ein weiteres Gemälde, das Adele Bloch-Bauer zum Gegenstand hat, diesmal nicht in Herrschaftspose, sondern wohl eher naturverbunden. 

Man liest von Klimts und Adeles Tod. Beide sind relativ früh verstorben, lange bevor die braune Pest in Deutschland die Macht übernahm. Man erfährt Wissenswertes zu Adeles Testament, das sie 1923 verfasste und das es möglich machte, dass 75 Jahre später ein transatlantischer Rechtsstreit über die vererbten Bilder ausbrechen konnte. 

Über Maria Altmann- die schöne Nichte-  und ihr schicksalhaftes Leben wird man packend unterrichtet. Es ist die Geschichte einer  tapferen Jüdin, die sich gemeinsam mit ihrem Mann vor dem Tod im Konzentrationslager retten konnte, aber ihr gesamtes Familienvermögen und das ihres Mannes dabei an die Nazis verlor. 

Verhaftung ihre Mannes, Plünderung und Erpressung seitens des Nazi-Packs sind erschütternde Themen des Buches, doch auch wie im letzten Moment die Flucht in die USA gelang. Es führt zu weit im Rahmen der Rezension auf Einzelheiten einzugehen. Wie Elisabeth Sandmann resümierend schreibt, verhielt es sich nach dem Krieg für die emigrierte Familie wie folgt: 

"Im Exil ist man in erster Linie damit beschäftigt, sein Leben zu organisieren und ausrechend Geld für die Familie zu verdienen. Nach dem Krieg steht die Suche nach überlebenden Freunden und Verwandten im Vordergrund- es gibt also zunächst andere Sorgen, als sich um das zu kümmern, was die Nazis geraubt hatten. "

Der Rechtsanwalt Randol Schoenberg reicht im Jahre 2000 im Namen der Erben von Ferdinand und Adele Bloch Bauer- Maria ist  damals die letzte noch lebende Nichte und bereits 84 Jahre alt - am Federal Court in Los Angelos Klage gegen den österreichischen Staat, wo sich die Bilder in dessen Besitz befinden,  ein. Die Klagemöglichkeit wird zugelassen. Schließlich wird das Höchstgericht der Suprem Court nach langem Hin und Her 2006 Recht sprechen und zwar zugunsten Maria Altmanns. 

Fünf Bilder von Gustav Klimt gehen am Maria Altmann. Der österreichische Staat muss die Gemälde im Werte von 300 Millionen Dollar der rechtmäßigen Eigentümerin übereignen. 

2011 stirbt Maria Altmann im Alter von 94 Jahren. Ihr wiederfuhr etwas, was es selten gibt: Ein zumindest materieller Ausgleich für erlebte Demütigung und Leid. 

Die Geschichte wurde mittlerweile  mit dem Titel "Die Frau in Gold" mit Helen Mirren in der Hauptrolle verfilmt. 

Ein Satz Maria Altmanns, der mich besonders freut, weil er bestätigt, dass der Glaube oft Berge versetzen kann ist: 

"Ich habe immer gehofft, dass die Gerechtigkeit ihren Lauf nimmt. Und genau das ist geschehen.“ 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Elisabeth Sandmann Verlag und können das Buch bestellen.http://www.elisabeth-sandmann.de/1538/momente-des-lebens-der-gestohlene-klimt. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Pierre -Joseph Redouté- Auswahl der schönsten Blumen- 1827-1833- TASCHEN

Dieser Prachtband (ein Nachdruck, ursprünglich erschienen zwischen 1827- 1833) aus dem TASCHEN Verlag präsentiert die Auslese der schönsten Blumen des Künstlers Pierre-Joseph Redouté.

Der einleitende Text ist in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt. Dabei lautet der Titel "Pierre-Joseph Redouté, der Raffael der Blumen". Hier liest man zunächst historisch Wissenswertes über die Hauptstadt der Botantik, nämlich über Paris. Der Pflanzenillustrator Pierre-Joseph Redouté (1759- 1840) ist über Fachkreise hinaus bis heute noch bekannt. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Redouté hat mit über 2000 gemalten Pflanzendarstellungen von Natur und Präzision ein beachtliches Werk hinterlassen. 

Der Künstler spezialisierte sich auf die Darstellung von lebenden Pflanzen. Diese wurden in Gärten und Baumschulen in und um Paris kultiviert. Deshalb auch strahlen die Aquarelle eine bemerkenswerte Frische aus. Da die Auftraggeber sehr einflussreich waren, nannte man den Künstler auch "Talleyrand der Künste". Redouté malte nicht selten Zierpflanzen, weil diese Bilder sich gut vermarkten ließen. Beliebt war seine weiche Linienführung, sein nicht selten kaum merkbarer ornamentaler Schwung, sein Raffinement, Pflanzen auf einem Blatt anzuordnen. 

Heute erzielen seine Aquarelle und Graphitstiftzeichnungen Höchstpreise.

Der in den Ardennen geborene Künstler ging nach seinen Wanderjahren nach Paris und wurde vom einem hohen Beamten entdeckt, der ihn für die Herstellung naturgetreuer Pflanzenabbildungen einsetzte und in wissenschaftliche Illustrationen einführte. Er reiste nach London, wo er sich mit einem neuen Tiefdruckverfahren vertraut machte: dem Punktstrich, verbunden mit dem Farbdruck von der Platte. Dazu erfährt man dann im Buch Näheres. 

Im Jahre 1985 wurden 486 Blätter des Künstlers für ca. 5,5 Millionen US-Dollar in New York von einem Kunsthändler ersteigert und in alle Winde verstreut. TASCHEN schenkt mit diesem Prachtband den Betrachtern die Chance, eine Vorstellung von der Meisterschaft Redoutés zu erhalten, aber auch von dem Können der von ihm beauftragten Drucker. Auf diese Weise ist zumindest indirekt ein Blick möglich, in die längst untergegangene Pracht der Gewächshäuser und Gärten in und um Paris, derer man sich im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts seitens der Elite Frankreichs erfreute. 

Die einzelnen Blätter werden großformatig gezeigt. In englischer, deutscher und französischer Sprache erfährt man mehr zu dem, was man sieht. Blüten und Früchte in großer Zahl warten auf den Betrachter, von bemerkenswertem Hintergrundwissen begleitet. 

Mitunter ist ein Schmetterling neben einer Blume zu sehen, doch zumeist lenkt nichts von der Schönheit der Blüten oder der Früchte ab. Besonders gut gefällt mir eine breitblätterige Platterbse in einem Magenta-Ton, deren alter Name Bukett-Wicke ist. Auch der gewöhnliche Sumpf-Vergissmeinnicht und die Garten-Stiefmütterchen sind einfach zauberhaft und all die prachtvollen Pfingstrosen, natürlich ganz besonders hervorzuheben die Rosen, aber auch der Ast mit Reineclauden, den französischsten aller Früchte. 

Ein traumhaftes Buch, ein wahrer Juwel, den man sorgfältig bewahren sollte, weil er ein Leben lang Auge und Herz erfreut, auch in Zeiten, in denen man solche Blumen nur beim Gärtner eventuell entdeckt.

Auf ein edles weinrotes, seidenes Lesebändchen wurde nicht verzichtet, um sich  Tag  um Tag den 144  hier gezeigten Werken  neu zu widmen.  Wundervoll. Wie in längst vergessener Zeit...

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum TASCHEN-Verlag und können das Buch bestellen:http://www.taschen.com/pages/de/catalogue/classics/all/00361/facts.redoute_selection_of_the_most_beautiful_flowers.htm. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern,

Rezension: Peter J. König New York- Serge Ramelli- Yellow Korner editions- teNeues

Bildbände über New York gibt es zweifellos zuhauf. Manche sind hervorragend und ausdrucksstark, viele sind eher nichtssagend und erinnern mehr an Postkarten, als dass sie einen künstlerischen Wert ausstrahlen. 

Der vorliegende Band von Serge Ramelli, soeben im teNeues Verlag erschienen, gehört zweifellos zu der ersten Kategorie. Warum ist das so? Dies zu erfahren, gibt es zwei Herangehensweisen. Zunächst lässt man die Aufnahmen einfach auf sich wirken, ohne zu versuchen sie intellektuell zu erfassen.

Wir sehen großformatige Fotografien von zufällig aufgenommenen Szenerien aus dem Großstadtleben von Manhattan, Stillleben-gleich. Da alles in Schwarz-Weiß abgelichtet wurde, ist so eine Aura entstanden, wie sie in der Zeit der 40- und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts gegenwärtig war. 

Es werden überwiegend Bilder von Brücken und Wohngebäuden gezeigt, oftmals schon hundert Jahre alt, gelegentlich auch aus moderneren Zeiten. Kurzum der erste visuelle Eindruck vermittelt ein Bild des New York zu Beginn des letzten Jahrhunderts.

Der zweite Schritt um die künstlerische Arbeit des Autodidakten Serge Ramelli zu entdecken, er hat keine professionelle Ausbildung genossen, sondern hat als Angestellter in Paris die Fotografie als leidenschaftliches Hobby betrieben, ist die intellektuelle Auseinandersetzung mit seinem Bildwerk. Dabei fällt sofort auf, dass Ramelli fast ausschließlich Szenerien abgelichtet hat, die nahezu menschenleer sind, an sich schon eine Kunst in Manhattan, bis auf die Aufnahmen am Times Square, wo bekanntlich New York niemals schläft. 

Die Gebäude und Brücken, der Central Park und Aufnahmen im Finicial District, um die Wall Street herum, in Soho oder in Greenich village, überall werden die steinernen Monumente, Skulpturen-gleich thematisiert. Dabei spielen die Lichtreflexe eine ganz besondere Rolle. Gerade bei Schwarz-Weiß-Ablichtungen ist es für jeden professionellen Fotografen eine künstlerische Herausforderung, wie er seinen Aufnahmen das ganz besondere Etwas gibt, einmal durch entsprechende Schärfe, oder wieder auch der Möglichkeit, das Abgelichtete im Nebulösen, gar Diffusen entrücken zu lassen. 

Hier zeigt sich wer wirklich der Meister seines Faches ist, und dies versteht Serge Ramelli geradezu meisterlich. Um diesen künstlerischen Ansatz zu vertiefen, sind seine Aufnahmen oftmals in ein regnerisches Grau gehüllt, was die Atmosphäre eindeutig noch intensiviert, selbst die glitzernde Leuchtreklame am Times Square erhält so etwas Unnahbares, geradezu Majestätisches, ganz im Gegenteil zu der schreienden Realität.

Es ist das gleiche New York, das man aus unzähligen Filmen und Bildern kennt und doch ist es in der fotografischen Betrachtungsweise von Serge Ramelli völlig entrückt. Wenn man sich öfters in New York aufgehalten hat, erkennt man auch die einzelnen Motive wieder, abseits der großen touristischen Anziehungspunkte. 

Aber alles erscheint viel stiller, ruhiger und irgendwie abgehoben, aber auch etwas verloren, wie in einem Stummfilm in Schwarz-Weiß, der abrupt stehen geblieben ist. Dies ist wirklich ein ganz besonderer individueller Eindruck, der zudem nachdenklich macht. Das Ergebnis zeigt, dass der Fotograf es phantastisch geschafft hat, den Betrachter auf seine künstlerische Reise mitzunehmen, um ihm einmal ein New York aus einem ganz anderen Blickwinkel nahezubringen. Dies ist Serge Ramelli hervorragend gelungen, deshalb gehört dieser Bildband auch zu den außergewöhnlichen.

Wie immer bei teNeues ist dieses Kunstbuch von bester Qualität im Bereich der Hochglanz-Fotografie. Natürlich animiert die Aufnahme auf dem Cover vom "Singenden Cowboy" am Times Square, eine Institution und weltbekannte Attraktion, sich weiter mit diesem außergewöhnlichen Bildband zu befassen. 

Das ausgiebige Vorwort von Harald Hinsinger sorgt vorab schon für die Hintergrundinformationen, die für das Verständnis der Aufnahmen generell hilfreich sind. Die Fotografien selbst werden nicht unmittelbar kommentiert, damit der Betrachter sich ganz ungeteilt in den Bann des Gezeigten ziehen lassen kann. Ganz am Ende des Buches finden sich aber dann doch noch einmal die gezeigten Aufnahmen im Kleinformat wieder, mit der konkreten Ortsangabe, sodass jeder New York-Kundige sein Wissen bestätigt findet. Alles in Allem kurzum eine künstlerische Besonderheit vom Big Apple und ein gelungenes Werk des Fotografen Serge Ramelli.

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zu teNeues und können das Buch dort bestellen. Sie können es jedoch auch bei Ihrem Buhhändler um die Ecke ordern.http://www.teneues.com/shop-de/new-york31.html

Rezension Peter J. König: Nothing Beats Reality- Pierre Winther- TeNeues

Das Titelbild auf dem Cover dieses Bildbandes von teNeues gibt zunächst Rätsel auf und besonders, wenn man die Überschrift dieses Werkes liest, dessen Autor der Fotograf, Bilder-Geschichten-Erzähler und Fantast Pierre Winther, ein in Kopenhagen geborener Künstler, ist. 

Alle hier gezeigten Aufnahmen sind inszeniert und basieren auf realen Geschehnissen, von denen die Bildgeschichten abgeleitet wurden. Dass so oftmals skurrile Momente entstehen, ist künstlerisch gewollt, sie sind Teil des Werkes von Pierre Winther. Bezeichnend für die gesamte Bildfolge ist, dass sie ohne Kommentierung auskommt. Allein der Augenblick der Aufnahme beinhaltet die gesamte Aussage, die der Künstler vermitteln will. 

Um welche Fotografien handelt es sich also? 

Zurück zum Cover, hier wird gezeigt, wie ein Mann unter Wasser einen Haie reitet, indem er sich flach auf den Rücken dieses gefährlichen Tieres presst und es mit den Armen umklammert. Der Hai scheint gebändigt und sich dem Willen seines Bezwingers zu beugen. Die Szenerie spielt sich in einem diffusen, bläulichen Licht im Meer bei einem Tauchgang ab. Sie suggeriert den Moment der Überlegenheit bei diesem gefährlichen Spiel. Da es sich hier um eine tatsächliche Aufnahme handelt, ist davon auszugehen, dass der männliche Akteur eine besondere Portion Wagemut benötigt hat, um so fotografiert zu werden.

Wirklich spektakulär dieses Coverbild, und genauso geht es weiter. Darsteller in eigenartigen Posen, eingebettet in eine unwirkliche Szene sollen Momente des Lebens assoziieren, die gefährlich, ja sogar tödlich sein können. Dabei wechseln die Bildsequenzen von einer bewusst großen Räumlichkeit, bis hin zu Stillleben-ähnlichen Momenten, die vom Schaudern bis zur Sinnlichkeit alle Facetten des Erlebens darstellen. 

Tödliche Autounfälle, Raubüberfälle, und alle möglich anderen menschliche Katastrophen werden thematisiert, getragen von einer bildlichen Direktheit, die den Betrachter zuweilen frösteln lässt. Aber auch Inszenierungen von maskenhaften Darstellungen menschlicher Wesen, die in wüstenähnlicher Umgebung sich gruppiert haben, um Surreales zu demonstrieren, finden sich in jeder Form großflächig in diesem Bildwerk. 

Bei der Fülle der Aufnahmen und der Themenverschiedenheit, die auch noch jede Form der Interpretation zulassen, ist es unmöglich ein umfassendes Bild im Zuge einer solchen Rezension zu zeichnen. Bei allen Deutungsmöglichkeiten ist doch eins gewiss, bei dem hier besprochenen Bildband handelt es um eine außergewöhnliche fotografische Kunst, die stets von einem intellektuellen Hintergrund getragen wird. 

Und wie Kunst nun einmal ist, liegt es im Auge des Betrachters, was er mit ihr anfangen kann, wie er sie individuell interpretiert und welchen Stellenwert sie für ihn hat. Fakt ist, dass das Werk von Pierre Winther: „Nothing Beats Reality“ aus dem teNeues-Verlag große bildhafte Kunst beinhaltet, handwerklich sehr raffiniert und ausgeklügelt dargestellt. Ebenso ist die fotografische Arbeit sehr präzise ausgeführt. Diese Installationen umfassen mehr als ein Viertel Jahrhundert der Schaffenskraft des Künstlers, wobei klar zu erkennen ist, wie er sich in dieser Zeit gewandelt und weiterentwickelt hat, einfach grandios. 

Empfehlenswert 

Peter J. König

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Rezension: Die Kunst liegt in der Natur- Spektakuläre Skulpturparks und Kunstlandschaften- Silvia Langen.

Verfasserin dieses wunderbaren Buches ist die Kunsthistorikerin Silvia Langen. Sie arbeitet als Autorin und Journalistin in München und ist eine passionierte Sammlerin zeitgenössischer Kunst. Zudem liebt sie Gärten. Ihren 25 Präsentationen spektakulärer Skulpturparks stellt sie einen einleitenden Essay voran, den sie mit folgenden Fragen beginnt:

"Was macht Kunst in der Natur so attraktiv?" "Warum werden die interessanten Skulpturparks meist von Privatpersonen- Kunstsammlern und Künstlern- angelegt?" "Welchen Zweck verfolgen sie damit?"  Und schließlich: "Was macht einen Kulturpark heute besonders?"

Langen reiste zwei Jahre gemeinsam mit ihrem Gatten um die Welt, um nach außergewöhnlichen Parks Ausschau zu halten und die Initiatoren zu befragen. Seit Beginn der 1980er Jahre sind zahlreiche neue Skulpturparks entstanden und zwar überall auf dieser Welt. Kunst im Grünen ist damit der Trend der Kunstwelt. Das wird auch dokumentiert auf großen Ausstellungen, auf dem Kunstmarkt und in Privatsammlungen. Kunst von echten Kunstsammlern ist nun im Außenraum installiert und setzt ein Zeichen gegen spekulative Kunst. 

Die Skulpturparks sind sehr eng mit der Persönlichkeit der Initiatoren verbunden. Genannt werden hier begeisterte Kunstsammler, Philanthropen, Unternehmer, Gartengestalter mit Kunstpassion, aber auch die Künstler selbst. Gemeinsam ist ihnen, dass sie allesamt visionär veranlagt sind, so die Autorin. 

Absicht der Initiatoren ist es, Ideen mit dem Kunstprojekt zu realisieren und nachhaltige Zeichen zu setzen. Dabei geht es ihnen um soziale Verantwortung, ökologische Anliegen, die Vermittlung kultureller Identität, um Sehgewohnheiten, die Naturphänomene der Schöpfung, auch um das Kreieren eigenständiger Kulturräume, in denen neue Lebensräume ausgelotet werden können. 

Weil die Gründer ihre persönliche Vision offenbaren, ist dieses Buch nicht nur die erste Publikation ausschließlich über themenbezogene Naturparks, sondern auch eine Porträtsammlung wunderbarer Menschen mit außergewöhnlichen Ideen. 

Den 25 Präsentationen mit vielen eindrucksvollen Fotos sind jeweils erläuternde Texte beigegeben, die dem Leser einen umfassenden Überblick verschaffen. Dabei bin ich besonders fasziniert von der Unterwasserkunst zur Rettung der Meere, Museo Subacuático der Arte, Cancún, Mexiko. Die Meeresgründe vor der mexikanischen Halbinsel Yucatán sind durch Klimaerwärmung, Überfischung und durch die zunehmende Zahl von Tauchern bedroht. Im Küstenbereich von Canún ist der größte Unterwasserkulturpark der Welt entstanden.  Auf einem 420 Hektar großes Arsenal wurden 500 Skulpturen verteilt, so findet man dort im Salon Manchones mahnende Figurengruppen, die für einen neuen Wertekodex werben.

Wertewandel zeigt sich in diesem Buch vielerorts, indem Kunst und Natur sich im Einklang präsentieren.

Ein gelungenes Buch, das ich gerne weiter empfehle

Helga König

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Rezension: Stefano Cerio – Chinese Fun- Mit Beiträgen von Nadine Barth und Walter Guadagnini- Hatje und Cantz

Dieser Fotoband präsentiert Werke von Stefano Cerio, der in Rom und Paris als Fotograf arbeitet. Seine Karriere begann er  bei der italienischen Wochenzeitschrift L `Espresso im Alter von 18 Jahren. 

Seit Beginn dieses Jahrtausends hat sich sein Fokus sukzessive hin zur explorativen Fotografie und zur Videokunst verlagert. Dabei finden sich seine Arbeiten in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. 

Der Bildband nimmt seinen Anfang mit zwei Essays. Beide sind englischer, deutscher und italienischer Sprache abgedruckt. Walter Guadagninis hat für seinen Beitrag den Titel "Decartes in China" gewählt. Hier erfährt man u.a., dass der Künstler ausgehend von einem Paradoxon, -von einer Abwesenheit- arbeitet. Gedacht und gebaut sind die Motive von Cerios Fotografien eindeutig, um von riesigen Menschenmengen eingenommen und belebt zu werden. Auf diese Weise sollen sie den Vergnügungen der Masse dienen. Dies zeigt sich besonders klar in den abgelichteten Vergnügungsparks. 

Trotz dieser Gegebenheit sieht man auf den Bildern aber keine Menschen. Dadurch entsteht ein Zusammenbruch der Sinne wie auch jeder nur denkbaren Identität, die mithin den Weg ebnet für eine stark ausgeprägte surreale Vision. 

Beeindruckend in "Chinese Fun": "Die Beständigkeit eines Blickes, der Welt sucht, die nur eine besondere und entschlossene fotografische Absicht ans Licht bringen kann."

Nadine Barth titelt ihren Essay  "Die Energie des Vielen". Sie beginnt diesen Beitrag mit einem chinesischen Sprichwort, das wie folgt lautet: "Glück findest du nicht, indem du es suchst, sondern in dem du zulässt, dass es dich findet."

All diese Bilder der Einsamkeit im Buch  werfen den Betrachter auf sich selbst zurück. Nichts lenkt ihn ab. Die gezeigten  Orte wirken in ihrer Menschenferne bedrohlich. Deutlich wird, dass eine Welt, in der die Natur zurückgedrängt wird, niemals glücklich machen kann. Vergnügungsorte bestehend aus bloßem Gestänge wirken ebenso unerquicklich wie geschnitztes Obst in einer toten Winterlandschaft. Das Paradies ? Zubetoniert.

Der Mensch baut Monströses in China oder anderswo, wenn er nicht der Natur dient und lebt an seiner Bestimmung vorbei: Den Garten Eden  zu bewahren, der ihm geschenkt wurde zu seiner Freude.

Empfehlenswert.

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Rezension: Überwältigende Blüten- Rosie Sanders - Sandmann Edition

Dieses wunderschöne Buch zeigt Werke von Rosie Sanders, der bekanntesten englischen Blumenkünstlerin. Primär arbeitet sie mit Aquarellfarben und vergrößert die Blüten bis auf das Zehnfache auf Leinwand. Ausgezeichnet wurden ihre Bilder nicht zuletzt mit fünf Goldmedaillen der berühmten Royal Horticultural Society. 

Die Texte, die die Bilder erläuternd begleiten, stammen von Dr. Andreas Honegger, dem Kolumnisten der Neuen Züricher Zeitung, der zudem Buchautor und Hobbygärtner ist.

Im Vorwort mit dem Titel  "Von der Blume zum Bild" von Rosie Sanders erfährt man u.a., dass die Bilder im Buch über einen Zeitraum von 10 Jahren entstanden sind. Die Künstlerin sammelt ständig Objekte und Motive und achtet dabei speziell auf Farbe und Form. Fasziniert ist sie dabei am meisten von auffälligen Formen und Mustern. Fragen wie etwa  "Was ist Farbe überhaupt?" sind für sie die Rätsel immerwährender Faszination und Inspiration. 

Jedes neue Werk, das Sanders beginnt, benötigt eine neue Sprache, die ihr erst dann zugänglich wird, wenn sie in die Arbeit eintaucht. Das ganze Bild sei "gewissermaßen ein Zusammenspiel von Schritten der Problemlösung und der Kunst zu wissen, wann man aufhören muss und welche Teile man auslässt."  

Dr. Andreas Honegger hebt in seiner Einleitung hervor, dass es keine Miniaturen sind, die Sanders malt, sondern es sich um großformatige wandfüllende Werke handelt. Er erläutert nicht zuletzt ihre Technik und macht klar, auf welche Weise die Blumen Dreidimensionalität gewinnen und sozusagen zur Pflanzenarchitektur werden. 

Honegger schreibt auch über die Methode des Aquarellierens, die das Spiel von Auflicht und Durchlicht besonders gut zulässt. 

Im Mittelpunkt der Werke stehen große, prächtige Blumen, wie etwa Pfingstrosen, Orchideen, Amaryllis und Schwertlilien, gleichwohl befasst  Sanders sich auch mit Blattpflanzen, so etwa mit Bambus oder Bananenstauden und vielem anderen mehr. 

Gleich am Anfang lernt man den Reiz der grünen Blätter von Bananenstauden kennen und wird textlich ausführlich informiert. Gezeigt werden in der Folge dann u.a. Sommer- und Winterrosen in einer Schönheit, die eigentlich nicht beschreibbar ist, azurblaue Anemonenwindröschen, hellrosa Päonien im Gegenlicht, wundervolle Canna, die in ihren Farben an Feuer erinnern, bildschöne Papageientulpen etc. etc. 

Dann irgendwann kann man sich von Schwertlilien begeistern lassen, die ja  auch große Maler in der Vergangenheit verewigt haben. Ich denke dabei an Dürer und van Gogh. 

Die Werke von Rosie Sanders sind mit nichts vergleichbar, es sind Unikate der besonderen Art, die eine Blumen- und Pflanzenliebhaberin mit großem künstlerischen Können dokumentieren, deren Farben und Formen eine Finesse besitzen, die einen unentwegt staunen lässt. 

Das Buch Schönheit in ihrer reinster Form.  Ein Blick ins Paradies. Traumhaft.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Meisterwerke im Städel Museum- Prestel

Dieses Buch habe ich mir schon immer gewünscht. Nun endlich kann ich,  wann immer ich möchte, mich des Anblicks der Meisterwerke des Staedel-Museums  erfreuen. Wunderbar.

Im vorliegenden Band spiegeln sich sieben Jahrhunderte Kunstgeschichte, aber auch der Einsatz des Städel für die Erforschung und Bewahrung der Kunst für die kommenden Generationen.

Wie eingangs  erwähnt wird,  beherbergt das Staedel Museum in Frankfurt insgesamt 3000 Gemälde, 600 Skulpturen, 4000 Fotografien und weit mehr als 10 000 Zeichnungen und Druckgrafiken.

Das Buch über die Meisterwerke wurde seitens des Direktors des Staedel Max Hollein herausgegeben. Er auch hat das Vorwort dazu geschrieben.

Im Anschluss daran erfährt man Wissenswertes zur Geschichte der Sammlung, dann werden die Werke präsentiert.

Untergliedert ist die Bilderschau in sechs Abschnitte:
Mittelalter- Bilder für den Glauben Renaissance-
Der Mensch rückt ins Zentrum
Barock- Rokoko und Aufklärung- Zwischen Pathos und Ordnung
19. Jahrhundert- Neue Wege für Kunst und Künstler
Moderne- Zeit der Avantgarden
Kunst nach 1945- Internationalisierung

Die Bilder des Mittelalters sind  den Ländern Italien und Deutschland zugeordnet. Dabei stammt das wohl früheste Gemälde der Sammlung aus der Zeit  um 1310. Sakrale Bilder italienischer Künstler, unter ihnen eine kleinformatige Darstellung Frau Angelicos der "Thronenden Madonna mit Kind und zwölf Engeln". Wundervolle Werke aus Deutschland, nicht zuletzt die "Apostelmatyrien", um 1435 von Stefan Lochner, auch das „Paradiesgärtlein", um 1410-1420 beeindrucken immer wieder

Man liest von den Bildrucken auf Papier, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts entstanden, auch vom Kupferstich, der sich unabhängig vom Buch entwickelte, weil sich sein Tiefdruckverfahren nicht direkt mit dem Hochdruck der Buchstaben verbinden ließ.

Darauf folgend kommen dann Bilder der Renaissance und hier auch eines meiner Lieblingsbilder von Sandro Botticelli, "Weibliches Idealbildnis". Obschon ich vielmals das Städel besucht habe, entdecke ich hier im Katalog einzelne Werke erst wirklich in Einzelheiten, so Hans Memlings "Bildnis eines Mannes mit hoher roter Kappe".

Wunderbare Werke aus den Niederlanden, darunter Rogier van Weyden und Jan van Eyck. Es folgen immer wieder textliche Erläuterungen, auch zu dem Werk "Ecce Homo" von Hieronymus Bosch. Albrecht Dürers "Melencolia" beeindruckt mich  schon immer besonders. Interessant auch ist es, sich in die Tafeln des Dominikaneraltars zu vertiefen, den Hans Holbein d.Ä. gestaltet hat.  Über ihn und andere Renaissancekünstler liest man Wissenswertes, erfreut sich der "Zwei Hexen" von Hans Baldung, auch der "Venus" von Lucas Cranach d. Ä. und all der weiteren Cranachgemälde.

Barock, Rokoko, Aufklärung, hier dann werden Werke italienischer, französischer, auch niederländischer, flandrischer und natürlich deutscher Künstler vorgestellt, nicht zuletzt auch Jan Vermeers "Der Geograf" und Rembrandts  "Die drei Kreuze", ein Werk, das im vorletzten Jahr im Goethehaus zu sehen war.

Beim Studieren des Bildbandes wird mir klar, wie viele Werke man bei einem Museumsbesuch im Grunde nur beiläufig wahrnimmt, beeindruckt von allem bin ich von den Motiven, den Farben,  der Technik etc.

Das 19. Jahrhundert: Auch hier wieder sind die Werke im Buch in die Herkunftsländer der Maler untergliedert. Frankreich hat speziell viel zu bieten, auch eine Skulptur von Rodin, "Eva".  Erwähnen möchte ich ein besonderes Gemälde, weil ich mich eben gerade über einen Roman von Susan Sonntag unterhalten habe, der den Titel "Liebhaber des Vesuv" trägt. Das Gemälde heißt "Der Ausbruch des Vesuv", gemalt von Johann Christian Dahl, der an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen einst studiert hat.

Dann natürlich verweilt man bei Max Liebermanns "Freistunde im Amsterdamer Waisenhaus" und hier beim Wechselspiel von Licht und Schatten.

Ebenfalls ein auffallendes Wechselspiel von Licht und Schatten findet man bei dem Bild  "Die Töchter des Künstlers im Garten von Fritz Uhde.

Schließlich dann die Moderne und die Kunst nach 1945: Hier möchte ich vor allem Max Beckmann erwähnen, dessen Gemälde mich stets ansprechen und natürlich Lyonel Feininger, auch und vor allem Yves Klein, dessen radikale Position zur ungegenständlichen Malerei höchst spannend zu bestaunen ist.

Ja, dann ist da noch die Gegenwartskunst, die museal geworden, im Grunde bereits der Vergangenheit angehört. Hier ist Neo Rauch zu nennen und sein Gemälde ohne Titel, 1996. Alles in allem ein wunderschönes, gelungenes Buch

Ich empfehle es nachdrücklich

Helga König


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