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Rezension: #Schönheit und #Revolution. #Klassizismus 1770-1820

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Schönheit und Revolution. Klassizismus 1770-1820", die vom 20. Februar bis 26. Mai 2013 im Städel Museum in Frankfurt gezeigt wird. 

Ich habe diese Ausstellung bereits am 19. Februar bei der Pressevorbesichtigung bewundern können und bin von all dem Schönen, was ich sah, noch immer überwältigt. 

Der Katalog nimmt mit Grußworten seitens des Geschäftsführers des Kulturfonds Rhein Main Albrecht Graf von Kalnein und der Geschäftführerin der Hessischen Kulturstiftung Claudia Scholtz seinen Anfang, die die Ausstellung materiell gefördert haben. Den Grußworten folgt  anschließend das Vorwort des Direktors Liebighaus Skulpturensammlung und Städel Museum Max Hollein. Er teilt den Lesern hier bereits mit, dass anhand von rund 100 Werken der Bildhauerei, Malerei und Grafik in dieser Ausstellung unangefochtene Hauptwerke des Klassizismus ebenso vorgestellt werden wie Kunstwerke der frühen Romantik und diese nur in Summe ein differenziertes Bild jener aufregenden Zeit zeichnen könne. 

Die Kuratoren der Ausstellung Dr. Eva Mongi –Vollmer und Dr. Maraike Bückling führen mit ihrem Textbeitrag „Schönheit und Revolution. Klassizismus. 1770- 1820“ in die Ausstellung ein. Hier erfährt man Näheres über den Begriff Klassizismus, der erst in der Abgrenzung zur Romantik seinen Namen erhielt. Der Klassizismus wahrte einerseits die Kontinuität der Antikenrezeption und vollzog andererseits die Auseinandersetzung mit der Antike, zunehmend mit dem schmerzlichen Bewusstsein, dass das Ideal der Antike der Vergangenheit angehöre und als solches nicht mehr wiederhergestellt werden könne, (vgl.: S. 14). 

Für die Diskussion über die Antike sind die Schriften Johann Joachim Winkelmanns bedeutsam, dessen Leitmotive u.a. der unbedingte Wunsch nach Erneuerung und Verbesserung der Kunst, nach Verbildlichung der Tugendideale der Antike für den modernen Menschen, nach der Definition der idealistischen Schönheit, der Einführung einer Stilgeschichte der Antike und die Betonung des studierenden prüfenden Blicks, sowie die einfühlsame Beschreibung von antiken Skulpturen waren, (vgl.: S.15). Man erhält Einblicke in Winckelmann Texte und hat Gelegenheit die von Friedrich Wilhelm Eugen Doell geschaffene Büste zu bewundern. In einem begleitenden Text wird über die Büste und auch über Doell ausreichend informiert. 

Jedes einzelne abgebildete Kunstwerk im Buch wird sehr ausführlich beschrieben, darunter u.a. das schöne Fresco "Jupiter und Ganymed" von Anton Raphael Mengs und Angelika Kaufmanns "Penelope wird von Eurokleia geweckt". 

Im Rahmen von Textbeiträgen liest man Wissenswertes über die Genauigkeit der Kontur über Abgüsse und Kopien antiker Skulpturen in der Epoche des Klassizismus und über antikes Pathos sowie über modernes Gefühl und erfährt auf diese Weise mehr über die Welt der Skulpturen, von denen es wunderschöne Exponate zu sehen gibt. Besonders gut gefällt mir Antonio Canovas "Amor und Psyche", für die im Städel ein eigener Raum bereit stehen. Unmöglich,  an dieser Stelle auf alle Kunstwerke näher einzugehen. 

Zwei Gemälde, die Marats Tod darstellen, werden gezeigt. Mich fasziniert das Gemälde von Jacques-Louis David am meisten, dass den Toten eigentlich nur schlafend abbildet, wodurch die Hinrichtung Marats beinahe relativiert wird.  

Dr. Maraike Bückling schreibt über die Heben von Canova und von Thorvaldsen. Die beiden berühmten Marmorskulpturen der griechischen Göttin Hebe stehen sich in einem Raum erstmals gegenüber. 

 Auch über Kunstreflexionen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird man aufgeklärt. Damals ging es um die zentrale Frage, ob sich die Vormachtstellung der Antike und ihrer Kunst als Vorbild für das zeitgenössische Kunstschaffen und dessen erzieherischen Zwecke halten könne oder ob der Kanon an Vorbildern erweitert werden müsse, aber auch um die Fragen, welche Antike überhaupt gemeint war und welche ihrer Komponenten sich als geeignet erwies , sie als modern zu interpretieren, (vgl.: S.293). 

Der Katalog verschafft einen hervorragenden Überblick über die Ausstellung, die man gesehen haben sollte, allein der Skulpturen wegen. Dass in Zeiten der Französischen Revolution so viel Schönes geschaffen wurde, wundert mich nicht. Die Freiheitsgedanken wirkten sich ganz gewiss auch auf die Kreativität der  Künstler in ganz Europa aus.  Die ideale Schönheit schuf meiner Ansicht nach der Däne Thorvaldsen, eine stille Schönheit, die dem Betrachter liebenswert erscheint.

 Empfehlenswert.

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Rezension: DAS GROSSE NATIONAL GEOGRAPHIC BUCH

Neben mir liegt "DAS GROSSE NATIONAL GEOGRAPHIC BUCH". Hier präsentiert der Autor Mark Collins Jenkins mittels 600 beeindruckenden Fotos 125 Jahre Geschichte chronologisch,  mit Schwerpunkt auf den großen Projekten, die unser Verständnis des Planeten verändert haben und darüber hinaus die Geschichte der Fotografie, bei der NATIONAL GEOGRAFIC Pionierarbeit geleistet hat. 

Das Vorwort dieses farbenprächtigen Bildbandes hat Gilbert M. Groover, der Chairman Emeritus der National Geographic Society und ihrer Education Foundation,  verfasst. Mit dem Buch feiert die Society ihr 125 jähriges Bestehen. Deshalb auch nimmt das Werk im Prolog gewissermaßen mit einem Gemälde, das am Gründungaabend der National Geographic Society im Jahre 1888 entstanden ist,  seinen Anfang. Über diesen Abend des 13. Januar 1888 wird man textlich näher informiert, erfährt zudem, dass die  Gründer ihre Stative nicht für Kameras, sondern vielmehr für ihre drehbaren Teleskope zur Messung von Horizontal- und Vertikalwinkeln nutzten. Die Gründe hierfür werden genannt.

Man liest im Rahmen der Anfänge der Society von verschiedenen Entdeckern und erfährt, dass kein einziges Gründungsmitglied der Society ein Berufsfotograf war. Zu den Gründern zählte sogar eine Frau und zwar die Reiseschriftstellerin Eliza Scidmore. Man liest vom ersten Heft des National Geographic Magazins und lernt frühe Bilder kennen, dann erst hat man Gelegenheit, im Rahmen von fünf Kapiteln aufgrund von vielen Texten und noch mehr Bildern, sich einen historischen Überblick zu verschaffen. 

Kapitel Eins fokussiert die Zeit zwischen 1900-1919, Kapitel Zwei dann die Jahre 1920- 1956, Kapitel Drei 1957-1969, Kapitel Vier 1970-1996 und Kapitel Fünf 1997-2013. Dabei werden in allen fünf Kapiteln die Meilensteine der Society in wenigen Worten textlich festgehalten. In längeren Textbeiträgen dann erfährt man Wissenswertes über verdienstvolle Leistungen wichtiger Persönlichkeiten und anderes mehr und kann sich in kaum beschreibbare Bilderwelten vertiefen, die uns längst Vergangenes gegenwärtig erscheinen lassen. 

Eines der Fotos, die mich besonders beeindruckt haben, wurde 2001 aufgenommen. Es zeigt den Ätna auf Sizilien wie er eine kilometerhohe Rauchwolke aus einer Spalte, über die man noch einige Tage zuvor hätte springen können, speit, (vgl.: S.102). 

Ich bedauere, auf die vielen Texte im Buch nicht eingehen zu können. Es lohnt sich, diese zu lesen, weil die gezeigten Bilder dadurch noch lebendiger werden.  Beim Lesen und Schauen findet man sich plötzlich   in einem Lamakloster in China 1926 wieder und kurz darauf irgendwo im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien 1930… Menschen, Gesichter, Landschaften, Ereignisse…. Wunderbar! Ich schaue in die Augen von Richard E. Byrd. Das Foto entstand auf seinem Antarktisflug am 5. Dezember 1929 und lese, dass dieser charmante Mann mit seinen beiden Begleitern den ersten Flug damals zum Südpol wagte. Ihren Proviant warfen die Männer über Bord, damit sie die 4500 Meter hohen Berge überwinden konnten. Unglaublich..... 

Natürlich begeistern mich die Fotos von Jane Goodall und ihren Affen, doch mein Blick verweilt nicht lange dort, denn die Neugierde treibt ihn weiter, bleibt an anderen Tierbilder hängen, um wenig später in das Antlitz eines Ureinwohners von Papua –Neuguinea zu schauen und Minuten danach bei Papst Johannes Paul II. innezuhalten und ihn beim Beweihräuchern der Krippe zu beobachten. All diese Ereignisse liegen im Gestern. So viele wunderbare Fotografen haben mit ihren Bildern Fotokunst geschaffen, die aufgrund der Texte von Mark Collins Jenkins für den Betrachter begreifbarer wird. 

Empfehlenswert.

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Rezension: YOKO ONO HALF-A-WIND SHOW- Eine Retrospektive

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung YOKO ONO HALF –A WIND SHOW. EINE RETROSPEKTIVE, die vom 15. Februar bis 12. Mai 2013 in der Schirn Kunsthalle Frankfurt gezeigt wird.

Herausgeber des Katalogs sind die Kuratorin der Ausstellung Dr. Ingrid Pfeiffer und der Direktor der Schirn Max Hollein, die in Zusammenarbeit mit Jon Henricks das Buch auf den Weg gebracht haben.

Im Vorwort betont Max Hollein gleich eingangs, dass Yoko Ono nicht nur eine mystische Figur in der Kunstszene, sondern auch in der Musik, der Friedensbewegung und im Feminismus ist. Die Japanerin hat im Laufe ihres Lebens ein künstlerisches Werk geschaffen, das in den 1960er Jahren seinen Anfang nahm durch Performances und konzeptionelle Arbeiten.

In der Schirn werden rund 200 Objekte, Filme, Installationen, Fotos, Zeichnungen  sowie Textarbeiten und in einem eigenen Musikraum ein vollständiger Überblick über den vielfältigen Kosmos dieser Künstlerin dargeboten. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit Yoko Ono und ihrem langjährigen Kurator Jon Henricks konzipiert. Der Katalog enthält neben den Bildern der ausgestellten Objekte aufschlussreiche Essays von Dr. Ingrid Pfeiffer, Jon Henricks, Alexandra Munrue, Kerstin Skrobanek und Jörg Heiser, sowie verschiedene Texte von Yoko Ono und eine Chronologie, die seitens Lisa Beißwanger zusammengestellt worden ist.

Zunächst erfährt man Wissenswertes über Yoko Onos Beitrag zu einer Kunst der Selbstreflektion von 1955 bis heute. Dr. Pfeiffer hebt hervor, dass Yoko Onos Kunst in erster Linie auf Ideen und sprachlichen Anweisungen zu utopischen oder auch ausführbaren Aktionen beruht. Ihre Ideen sind poetisch, klug, aber auch verrückt und verraten mitunter einen subtilen Humor, teilweise massive Gesellschaftskritik und sie sind politisch, feministisch, nicht selten zutiefst menschlich, (vgl.: S.23).

Man erfährt seitens Dr. Pfeiffer Näheres zu Onos Werken mit Licht und Schatten, Wasser und Feuer, Luft und Himmel, zu Material und Immaterialität, Zerstören und Heilen, Balance u.a.m. Informiert wird man auch über das performative Handeln in Onos Werk der 1960er Jahre und über das performative Denken überhaupt. Wie man liest, hat Yoko Ono bei einem ihrer ersten öffentlichen Auftritte in New York 1961 Visuelles mit Sound und Text kombiniert, (vgl.S.29). Zur Sprache gebracht wird natürlich auch ihre Performance „Cut Piece“, zu der sich die Künstlerin selbst äußerte. Was sie 1974 dazu sagte, kann man im Buch nachlesen.

Es führt zu weit, auf die einzelnen Essays im Rahmen der Rezension näher einzugehen oder die gezeigten Werke zu interpretieren. Wissen sollte man aber, dass ihre künstlerische Produktion sich von Anfang an zwischen den Gattungen bewegte. Sie war im literarischen Bereich aktiv, schuf Werke, die sich mit dem Thema Malerei befassten, einige Ideen setzte sie skulptural- installativ um und es entstanden auch filmische Arbeiten, (vgl.: S.123).

Es macht sehr viel Freude, sich die fantasievollen Arbeiten anzuschauen und sich auf ihre Welt einzulassen. Ich empfehle zunächst die Chronologie zu lesen, um Yoko Onos künstlerische Entwicklung besser begreifen zu können. Die Künstlerin stammt aus einer traditionsreichen Bankiersfamilie und hatte von Kind an die besten Voraussetzungen, um zu der Frau zu werden, die sie heute ist. Eine großartige Künstlerin, die einige Jahre mit John Lennon verheiratet war, aber sich nicht als dessen Witwe zu definieren braucht, um weltweite Aufmerksamkeit zu behalten.

 Empfehlenswert.

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Rezension: Chagall- Meister der Moderne

"In der Kunst wie im Leben ist alles möglich, wenn es auf Liebe gegründet ist." (Chagall)

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "CHAGALL Meister der Moderne", die vom 8. Februar- 12. Mai im Kunsthaus Zürich gezeigt wird. 

Mehrfach  hatte ich Gelegenheit Bilder von Chagall bewundern zu können, nicht zuletzt in der "Fondation Maeght" in St. Paul de Vence. Auf dem Friedhof dieses idyllisch gelegenen, provenzalischen Künstlerortes kann man übrigens  Chagalls Grab besuchen. Im Winter blühen dort die Mimosen und verströmen einen zarten Duft, den ich seither immer zu riechen meine, wenn ich Bilder von Chagall betrachte. 

Das Vorwort zum Ausstellungskatalog hat Christoph Becker, der Direktor des Kunsthauses Zürich, verfasst. Er lässt dabei nicht unerwähnt, dass Chagall ein äußerst produktiver Künstler war, der eine lang anhaltende wie auch erfolgreiche Karriere genossen hat. 

Die Ausstellung befasst sich u.a. mit den Jahren 1911 bis 1914. Damals hielt sich der Künstler in Paris auf und etablierte sich dort als Meister der Moderne. Auch die Folgejahre bis 1922 kommen zur Sprache. Zu diesem Zeitpunkt lebte Chagall in seiner Heimat Russland, wo er seine einzigartige visuelle Bildersprache festigte und Werke schuf, die von zentraler Bedeutung für ihn blieben und zwar bis zum Ende seines Lebens. 

Der Katalog enthält 128 Abbildungen  und diverse Essays verschiedener Autoren. Dabei thematisiert Simonetta Fraquelli die Gemälde Chagalls, die er in den Jahren 1911- 1014 schuf. Obschon Chagalls Weltbild durch seine Herkunft aus einem verarmten "Schtetl" bestimmt wurde, das in seinen Bildern zum Ausdruck kommt, nahmen die drei ersten Pariser Jahre sehr aktuelle Tendenzen auf. Fraquelli spricht von "überschwänglichen, die Konturen der Gegenstände überflutenden Farben der Fauves, über die fragmentierten, quasigeometrischen Formen des Kubismus und die Vorliebe des Orphismus für Kreise im Raum bis zur räumlichen Anordnung der Gegenstände in surrealistischen Sujets", ( S.24).

Angela Lampe spürt dem expressionistischen Maler nach, der vielen aufgrund seiner fliegenden Figuren eher als Vorläufer der surrealistischen Bewegung gilt. Chagall selbst vermochte mit der Etikettierung seiner Kunst wenig anfangen und sprach sich für eine Kunst aus, die sich aus dem Leben speiste und nicht aus Schulen, (vgl.: S.39). 

Monica Bohm-Duchen stellt Überlegungen an, ob Chagall ein russischer Jude oder ein Weltbürger war. Anschließend kann man sich in seine Werke vertiefen,  die folgenden Themen zugeordnet sind: 
Der Reiz von Paris 
Paris: Erinnerung an Russland 
Prismatische Bilder: Chagall und der Kubismus 
Farbensturm: Chagall und der Orphismus 
Rückkehr nach Russland 1914: Krieg und Liebe 
Identität und jüdische Themen
Das Ungegenständliche: Chagall und der Suprematismus 
Theater der Träume: Chagall und die Bühne 

Erläuternde Texte sind den Bildern der einzelnen Themenbereiche stets vorgeschaltet. Die gezeigten Gemälde werden vortrefflich abgebildet. Man erfährt stets den Titel, das verwendete Material, die Größe des Originals und dessen Standort. 

Gefreut habe ich mich,  meine Lieblingsbilder von Chagall unter den Ausstellungsobjekten zu entdecken. Es handelt sich um das "Doppelportät mit Weinglas",  "Die Liebenden in Blau" und natürlich und "Der Spaziergang". Im Rahmen eines Essays von Ekaterina L. Selezneva erfährt man Wissenswertes zu Chagalls Wandbilder für das jüdische Theater in Moskau und hat danach Gelegenheit sich in die diesbezüglichen Bilderwelten zu vertiefen. Ganz zum Schluss werden noch einige Bilder aus dem Spätwerk gezeigt, darunter "Der Gaukler in der Nacht" aus dem Jahre 1957, bei dem es sich vielleicht um den älter gewordenen Geiger von 1911 handelt, wer kann das schon genau wissen.. ….

 Empfehlenswert.

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Rezension:Die schönsten Liebespaare in der Kunst (Gebundene Ausgabe)

"Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil, 
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
wie der Nordwind den Garten verwüstetet. (Zitat: Khalil Gibran, S. 51)

Für den argentinische Maler Helmut Ditsch ist Kunst die vollendete Form der Liebe. Sein Gedanke beschäftigt mich seit einigen Tagen und wird übrigens in dem vor mir liegenden Bildband vielfach visuell unterstrichen, indem dem Betrachter unzählige Liebespaare gezeigt werden, die berühmte Maler aus unterschiedlichen Jahrhunderten in ihren Kunstwerken verewigt haben. Dabei werden diese Gemäldeablichtungen von Sentenzen und Gedichten begleitet, die sich mit der Liebe vielschichtig auseinandersetzen.

Die Gemälde und auch die Texte wurden von Franziska Stegmann ausgewählt. Das Vorwort stammt von Bettina Schümann. Sie fragt zunächst, was Liebe ist und erwähnt in ihrer Reflektion nicht grundlos, dass wohl jeder hofft, Verliebtheit, Offenheit und Aufregung in einer Beziehung, vorbei am nagenden Zahn des Alltags retten zu können. Dies jedoch gelingt immer seltener. Doch die Sehnsucht bleibt unvernünftigerweise bestehen.

Schümann thematisiert liebende Götter, auch die Liebe zwischen Mensch und Tier, die Liebe in der Kunst, schreibt von der hingebungsvollen Leidenschaft und bringt in diesem Zusammenhang Camille Claudel und Auguste Rodin zur Sprache, deren Liebe ihr Leben wurde, gemeinsam mit der Kunst. Dabei ging es bei diesen beiden Künstlern um Sinnlichkeit und Leidenschaft, darum zu fühlen und den Körper zu erspüren, sowohl im Leben wie an der Skulptur, (vgl.: S.14).

Auch von Liebeszauberei und schlussendlich sogar von Zermürbung, gegenseitigen Demütigungen und Lebenslügen ist die Rede, bevor man in die Bilderwelten eintauchen kann, die den Betrachter daran erinnern, das alle die Zeit, die man nicht der Liebe widmet, verloren ist, (vgl.: Torquato Tasso, S. 108).

Auf dem Titelbild sehen wir Jack Vettrianos "The Singing Butler". Bei jeder Gemäldeablichtung erfährt man, wann sie entstanden ist und welche Materialien verwendet wurden. Ferner wird man über die Bildgröße informiert und auch darüber, wer im Besitz des jeweiligen Originals ist.

Mein Lieblingsbild im Buch stammt von Marc Chagall und trägt den Titel "Der Spaziergang". Begleitet wird das fröhliche Bild von einer Sentenz Leo Tolstois, die da lautet "Du brauchst nur zu lieben und alles ist Freude". Genau dieser Gedanke spiegelt sich in der Art der Darstellung des Liebespaares auf dem Bild wieder. Ganz zauberhaft. Nur selten im Leben, wenn überhaupt, erhält man die Gnade solch ein Gefühl durchleben zu dürfen. Die Folge ist stets unerträglicher Schmerz. Das sollte ich besser verschweigen.

Renoirs "Tanz auf dem Land" und "Tanz in der Stadt" erinnern daran, dass Liebe und Musik im Einklang zueinander stehen. Immer wieder sieht man kosende Paare, so etwa eine Miniatur aus der Manesse-Handschrift, entstanden zwischen 1305-40, gemalt von Konrad von Altstetten und begleitet von Walter von der Vogelweides Minnelied "Unter der Linde".

Es ist nicht unwichtig, die Gedichte und Sentenzen genau zu studieren, um die die Tiefe der Aussage der einzelnen Bilder zu begreifen. So ist Camille Claudels Skulptur "Der Walzer" und August Rodins "Der Kuss" Rainer Maria Rilkes Gedicht "Die Liebenden" beigegeben worden, das mit den Worten endet "Lass sie ineinander sinken/ um einander zu überstehen". Eine der furchtbarsten Erkenntnisse im Leben ist zu Zeiten, in denen man liebt und geliebt wird, jene, dass alles, auch der Zustand der Glückseligkeit, wie er von Chagall visualisiert wird, seine Zeit hat und damit niemals unendlich sein kann.

Das Ölbild "Die Liebenden" von René Magritte mag ich sehr gerne, weil es in meinen Augen am meisten ausdrückt, dass die Liebe eine reine Herzensangelegenheit ist.

Dass man dem "Gothaer Liebespaar" einen Auszug aus dem 1. Korintherbrief von Paulus zugeordnet hat, gefällt mir sehr gut, weil die dort dargestellten Liebenden eine Wahrhaftigkeit ausstrahlen, die dem Inhalt des Korintherbriefs gerecht wird.

Ein schönes Buch, das ich all jenen empfehle, die der Sentenz zustimmen, dass die Kunst die vollendete Form der Liebe ist. 

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Rezension: Max Ernst. Retrospektive (Gebundene Ausgabe)

"Dort wo der Mensch die Geheimnisse der Natur zu überraschen hofft, findet er nur sein eigenes, vom Spiegel zurückgeworfenes Bild. Bevor er hinabsteigt, weiß der Taucher nie, was er zurückbringt." (Max Ernst, S. 219)

Dies ist der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "MAX ERNST RETROSPEKTIVE", die vom 23. Januar bis 5. Mai 2013 in der ALBERTINA in Wien gezeigt wird.- Nach einem Vorwort des Direktors der Albertina Klaus Albrecht Schröder und des Direktors der Fondation Beyeler Sam Keller wird man im Rahmen von zahlreichen Aufsätzen unterschiedlicher Autoren mit dem Werk des Künstlers vertraut gemacht.

Im Zentrum dieser Aufsätze steht Max Ernst (1891-1976) und der Surrealismus. Wie Brenton betonte, hätte es ohne den frühen Beitrag von Max Ernst keine surrealistische Malerei gegeben. Die Ausstellung ist die erste Max-Ernst-Retrospektive im deutschsprachigen Raum seit 14 Jahren. Sie gibt nicht nur durch die Auswahl und Zusammenstellung der Exponate einen umfassenden Einblick in das OEvre vor dem Hintergrund des Forschungsstandes, sondern formuliert Fragen aus ihrer eigenen Zeit heraus.

Gezeigt werden 190 Werke aus allen Lebensabschnitten, wobei der Schwerpunkt der ausgewählten Exponate auf der Schaffensperiode von DADA Köln, der Zwischenkriegszeit in Paris und den 1940er Jahren im amerikanischen Exil liegt.

Nicht unerwähnt bleibt, dass dieser Künstler auf vielen Terrains agierte, keineswegs "nur" Maler und Bildhauer war, sondern auch Dichter und Theoretiker sowie in surrealistischen und experimentellen Filmen mitwirkte.

 Im vorliegenden Buch führen 12 Kurztexte in die zentralen Themen des künstlerischen und literarischen Schaffens ein. Auf den letzten Seiten dann hat man Gelegenheit, sich im Rahmen einer Kurzbiographie eine Vorstellung vom Leben dieses Künstlers zu verschaffen und erhält aufgrund von zahlreichen Fotos auch einen visuellen Eindruck von Max Ernst.

Natürlich sind die Abbildungen der Kunstwerke für Liebhaber der Werke dieses Künstlers eine wirkliche Freunde, umso mehr, wenn man die Texte gelesen hat und die Bilder dadurch besser zu interpretieren vermag. Auf Facebook habe ich einige, auch hier im Buch enthaltene Bilder vor noch nicht allzu langer Zeit verlinkt. Über die gesamte Bandbreite seines Schaffens allerdings hatte ich bislang noch keinen visuellen Überblick und bedaure, die Ausstellung in Wien nicht besuchen zu können, um die Werke im Original zu sehen.

Zu den Werken, die ich im Original so gerne sehen möchte, zählt die "Windsbraut", die normalerweise in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu bewundern ist, auch "Landschaft mit Getreidekorn". Sie hängt sonst immer in der Kunstsammlung Nord-Rhein-Westfalen, Düsseldorf.

Beeindruckend auch "Der Hausengel" (Der Triumph des Surrealismus), der einer Privatsammlung entstammt und auch "Napoleon in der Wildnis" (ist normalerweise im Museum für moderne Kunst in New York ausgestellt).

Es ist unmöglich all die Kunstwerke hier anzusprechen. Dass Ernst zeitweilig mit Peggy Guggenheim verheiratet war, wusste ich bislang nicht, wohl aber, dass er in Paris im Kolumbarium des Friedhofs Pére Lachaise beigesetzt worden ist.

Ein sehr informativer Katalog, der die Werke des Künstlers begreifbarer macht.

Empfehlenswert.

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Rezension: Hans Holländer, Labyrinthe. Das Werk von Paul Wunderlich (Taschenbuch)

Hans Holländer stellt in diesem reich bebilderten Buch das Werk des 2010 verstorbenen, von mir sehr geschätzten Künstlers Paul Wunderlich vor. Dieser befasste sich in seinen neosurrealistischen Bildern und Skulpturen in erster Linie mit erotischen Themen. Dabei verfügte er über keine Kunsttheorie und besaß auch kein Programm, keine Dogmen, auch keine Letztbegründungen und Weltverbesserungsrezepte durch Kunst oder Antikunst entworfen, (vgl.: S.9).

Regelmäßig stets wiederkehrende Merkmale in Wunderlichs Bildern sind sogenannte Röntgenbildeffekte. Man wird im Buch mit seiner Erfindung der Anatomie vertraut gemacht, liest Wissenswertes über die Geheimnisse des Interieurs bei diesem Künstler und über die Augen-Blicke, die er in seinen Werken festhält. Wissen muss man, dass es neben dem Augenblick der Wahrnehmung und der Erkenntnis, den Blick der Neugier, Einblicke, Ausblicke, Blicke der Erwartung und die "ägyptischen Blicke" gibt. Sie alle bestimmen und stabilisieren die metamorphotische Bildwelt und begleiten die verwegensten Erfindungen bei Wunderlich (vgl.: S.30).

 Der Autor geht auf unzählige Werke detailliert ein. Er schreibt über die schwerelosen Räume, die verlorenen Schatten, auch über die Flügel der Freiheit, über die vielen bizarren Figuren im Werk des Künstlers und über die Dialektik von Eros und Tod, dem dominanten Leitmotiv Wunderlichs in ihrer unterschiedlichen Gewichtigkeit und Erkennbarkeit. Wunderlich hat alles ausprobiert, was ein Künstler des 16. Jahrhunderts gleichfalls beherrscht hat. Deshalb auch gibt es so viele unterschiedliche Objekte von ihm.

In seinem imaginärem Museum finden sich Bilder, die sich an Bildern andere Maler anlehnen und gewissermaßen eine Variation des Themas darstellen, darunter u.a. die Lithographie "Marat", die mir noch immer sehr gut gefällt. Habe sie einige Male in der Galerie Huber in Offenbach bewundert.

Über Wunderlichs Torsi, Masken und Figuren liest man Wissenswertes, nicht aber, dass das Brett seines schönen Schachspiels mit der Zeit ausbleicht. Obschon die Beschreibung der Objekte sehr gut gelungen ist, glaube ich, dass im Falle von seinen Plastiken man diese im Original gesehen und auch berührt haben muss, um eine Vorstellung von der tatsächlichen Ästhetik zu erlangen.

Zur Sprache gebracht werden zu guter Letzt die Themen Orte, Landschaften und Garten in Wunderlichs Werk und man hat zudem Gelegenheit, sich einen Überblick über die Ausstellungskataloge, Werkverzeichnisse und Einzeldarstellungen zu verschaffen.

Ein sehr gutes Buch für alle, die sich näher mit Paul Wunderlich befassen möchten, dessen Arbeiten mich stets aufs Neue begeistern.

 Empfehlenswert. 

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Rezension:Helga Paris. Fotografie (Gebundene Ausgabe) (Inka Schube, S.13)

Dieser Bildband enthält eine Fülle von Schwarzweiß-Fotos der 1938 geborenen Künstlerin Helga Paris. Die Chronistin des langen ostdeutschen Nachkriegs lebt seit 1966 in Berlin-Prenzlauer Berg. Inka Schube schreibt in ihrem Essay "Und alles riecht nach Nachkrieg", der den Bildern vorgeschaltet ist, dass die erste Buchpublikation der Fotografien 1986 veröffentlicht wurde.

Die Bilder der Künstlerin sollen einen psychologischen Mehrwert enthalten, der auf eine besondere Art Identifikation ermöglicht. Dies vermag ich weder zu bejahen, noch zu verneinen. Was ich sehe, ist nicht selten die seelische Befindlichkeit der jeweilig abgelichteten Person.

Das Buch schenkt einen Einblick in die fotografische Produktion der Künstlerin von mehr als dreißig Jahren. Ihr Lebenswerk thematisiert die Geschichte eines Staates in der Mitte Europas und östlich der Frontlinie des Kalten Krieges. Hier berichtet sie von Verlust, Restriktion und Verfall (vgl.: S.10).

Man wird über ihre Kindheit in Kenntnis gesetzt. Die ersten Nachkriegsjahre empfand sie bei allen Verlusten als Zeit der Geborgenheit und Bewegungsfreiheit. Ab 1956 studierte die Künstlerin in Berlin Modegestaltung in Berlin. Hier in der Stadt lernt sie den Maler Ronald Paris kennen, den sie 1961 heiratet. Ab 1962 arbeitet sie als Gebrauchsgrafikerin und ist Dozentin für Kostümkunde. Nun befasst Sie sich in der Folge intensiv mit der Fotografie. Darüber wird man seitens Inka Schube sehr differenziert unterrichtet. Man liest auch von ihren Reisen nach der Grenzöffnung, u.a. nach Rom und nach Polen und erfährt viel Wissenswertes über Ihre Fotokunst, von der man sich dann ausgiebig einen Eindruck verschaffen kann.

Ihre Bilderwelt ist teilweise sehr beklemmend. Es wurde eine trostlose Zeit künstlerisch festgehalten. Man freut sich, wenn die Menschen hin und wieder lachen. Oft geschieht es nicht.

Die Künstlerin hält die Persönlichkeit ihrer Gegenüber in ihren Bildern fest und befasst sich nach der Wende mit ihren frühen Kriegs- und Nachkriegserfahrungen. Diese werden hier im Buch in Werksgruppen vorgestellt. 

Wirklich beeindruckende Bilder.  Ein gelungener Katalog.

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Rezension: Stern Portfolio Nr. 79 Alison Jackson

Die Fotografin Alison Jackson präsentiert hier ziemlich despektierliche Aufnahmen, die sie mit Doppelgängern namhafter Persönlichkeiten realisiert hat. Wie sie schreibt, verführt eine Fotografie einem Foto zu glauben, obschon wir wissen, dass ein Foto keineswegs die gesamte Wahrheit erzählen kann. Sie geht davon aus, dass Menschen lieber mit dem Nicht-Realen umgehen als mit der Wirklichkeit.

Wie man erfährt, ist es offenbar nicht nur für einen Laien schwer, die Fotos der Britin einzuordnen, weil es in keinem der Genres Reportage, Mode oder Porträt ausreichend Gemeinsamkeiten gibt. Jochen Siemens weist darauf hin, dass man die Künstlerin völlig unterbewerten würde, wenn man es dabei beließe, ihr zu unterstellen, ausschließlich Promis zu persiflieren. Ja, sie persifliert, aber nicht um die Promis vorzuführen, sondern um zu verdeutlichen, wie sehr die Fotografie mit ihrem irreführenden Spiel uns täglich mit Fälschungen versorgt.

Jackson studierte Bildhauerei, Performance Art und Kunstfotografie in London am Chelsea College of Art in London. Hier entwickelte sie die Idee ihrer Kunst, die darin besteht, dass abzulichten, was die Menschen in ihrer Fantasie haben. Täuschung wird zur Entlarvung der Gedanken des Betrachters.

Die Motive sind sehr skurril und witzig. All das, was man präsentiert bekommt, ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Voyeuristen kommen hier voll auf ihre Kosten und entlarven sich als das, was sie sind. Ein nicht uninteressanter Ansatz. 

 Empfehlenswert. 

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Rezension:Stern Portfolio No. 69 Nadav Kander (Gebundene Ausgabe)

"Schönheit hat unter der Oberfläche immer einen Bruch, eine Schwierigkeit, und das ist wunderbar."

Dieser Bildband enthält Fotokunstwerke des Fotografen Nadav Kander, der zu Beginn die Leser wissen lässt, dass er stets nach Orten sucht, denen etwas Unbehagliches innewohnt. Er sagt: "Ich fotografiere dann intuitiv und versuche zu spüren, was das Unbehagen auslöst."

Von Jochen Siemens erfährt man zu Ende des Buches Wissenswertes über den Künstler, der 1961 in Tel Aviv geboren wurde. In seiner Kindheit lebte er in Johannesburg in Südafrika, wurde während seines Wehrdienstes Militärfotograf. Er arbeitete danach eine Weile lang bei einem Fotografen in Johannesburg, ging in den 1980er Jahren nach London und später auf Reisen nach China sowie in die USA, wo er nach optischen Momenten und Erlebnissen suchte. In China sah er Dinge, die hier bereits der Vergangenheit angehörten. Dort begann er sich für die Verletzbarkeit eines Landes und seiner Menschen zu interessieren.

Siemens lässt den Leser wissen, dass Kanders Bilder aus einer Ansammlung seltsamer Orte und Menschen besteht. Davon kann man sich im Buch dann selbst überzeugen. Auf diese Weise möchte der Fotograf den Betrachter bewegen, genauer hinzuschauen, sich hineinzudenken und dadurch in sich selbst etwas zu bewegen, was mit dem Inhalt der Bilder nicht zwingend etwas zu tun haben muss. Er findet es interessant Menschen in ihrer Flüchtigkeit zu zeigen. Kander fotografiert seine Objekte, wie sie sich mit sich selbst befassen. Wie Siemens nicht grundlos unterstreicht, muss man Nadav Kanders Bilder, sowohl die Porträts, die Landschaften als auch die Akte, sehr oft betrachten, um sie wirklich zu verstehen. Dem möchte ich beipflichten. Sie irritieren, weil man sich teilweise durch sie gespiegelt sieht und zwar speziell in unserer Verletzbarkeit.

Bildbeschreibungen möchte ich nicht vornehmen. Möge jeder selbst überprüfen, wie die Bilder auf ihn wirken. Auf mich wirken die Porträts wie psychologische Studien, die Aktaufnahmen spiegeln tatsächlich Melancholie wider, die wir fast alle in uns tragen und die Landschaftsaufnahmen lösen wirklich ein Unbehagen aus, dessen Ursachen der Betrachter erforschen sollte.

 Empfehlenswert.

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